In Zeiten stetig steigender Preise für Öl und Erdgas ist Erdwärme mehr als eine Alternative für Hausbesitzer. Erdwärme sorgt für Unabhängigkeit. Bereits aus einem Kilowatt (KW) Strom lassen sich mit Erdwärme vier bis fünf KW Heizwärme machen.
Erdwärme ist theoretisch überall und nahezu unbegrenzt verfügbar. Geothermische Energie steht unabhängig von Witterung und Tageszeit kostenlos zur Verfügung. Erdwärmesonden haben nach heutigen Berechnungen eine Lebensdauer von weit über 100 Jahren und für die erforderliche Wärmepumpe muss nicht mehr als die Standfläche einer Waschmaschine eingeplant werden. Darüber hinaus sorgt die sowohl in Alt- als auch in Neubauten einsetzbare Wärmepumpe für eine signifikante Steigerung des Wertes von Wohngebäuden. Der traditionelle Kamin hat ausgedient.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Umweltfreundlichkeit von Erdwärme. Energie, die aus Erdwärme gewonnen wird, verursacht weder Luftschadstoffe noch C02. Geothermische Wärme kann in der jeweils benötigten Menge gefördert werden, sie ist regelbar und ein Tankraum ist mit ihrem Einsatz hinfällig. Das wartungsarme Erdwärme-System benötigt keine wiederkehrenden Kundendienste und kann als Heizung und zur Warmwasseraufbereitung gleichermaßen eingesetzt werden.
Die meisten mit Erdwärme getätigten Anwendungen werden nur mit relativ niedrigen Temperaturen getätigt. Aus einer tiefen Geothermie heraus können die benötigten Temperaturen häufig direkt zur Verfügung gestellt werden. Wärmepumpen können die Temperatur zusätzlich anheben, so wie dies meist bei der oberflächennahen Geothermie geschieht. In Verbindung mit Wärmepumpen wird Erdwärme in der Regel zum Heizen und Kühlen von Gebäuden sowie zur Warmwasserbereitung eingesetzt. Aber: Nur wenige Anwendungen sind ohne Wärmepumpe möglich. Die wichtigste ist die natürliche Kühlung, bei der Wasser mit der Temperatur des flachen Untergrundes, also der Jahresmitteltemperatur des Standortes, direkt zur Gebäudekühlung eingesetzt wird.
Erdwärme-Heizungen werden in Sachen Förderung mit der höchsten staatlichen Zulage bedacht. Zusätzlich zu den umfangreichen Förderungsmaßnahmen des Bundes können auch die Fördermittel der Länder in Anspruch genommen werden. Grundsätzlich gilt: Förderfähig sind effiziente Wärmepumpen für die Warmwasserbereitung und die Bereitstellung des Heizwärmebedarfs eines Gebäudes. Verschiedene Stromanbieter fördern den Einsatz zudem durch vergünstigten Strom für die Wärmepumpen. Länder- und kommunale Förderungen sind örtlich sehr unterschiedlich. Daher sollte man sich immer direkt vor Ort bei Stadt- oder Gemeindeverwaltung über die geltenden Fördermöglichkeiten informieren.
Für die Errichtung der Anlage wurde am 12. Januar 2007 eine neue Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien erlassen, nach dem für die Erdwärme-Anlage ein Tilgungszuschuss im Rahmen des KfW-Programms Erneuerbare Energien beantragt werden kann. Gefördert werden die Errichtung der Erdwärme-Anlage zur Nutzung der Tiefenwärme ohne Übernahme des Bohr- und Fündigkeitsrisikos. Der Tilgungszuschuss beträgt 103 € je kW an errichteter Nennwärmeleistung, im Höchstfall 1.000.000 € je Einzelanlage.
Weitere Fördermittel gibt es von der KfW-Bankengruppe für den Einbau einer Heizung auf Basis erneuerbarer Energien. So können beim Einbau von Heizungstechnik bei Neubauten auf Basis erneuerbarer Energien wie z. B. Erdwärme 100 % der Investitionskosten, maximal 50.000 EUR pro Wohneinheit, durch zinsgünstige Kredite finanziert werden.
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