Gängige Betrugsmaschen der Immobilienbetrüger im Internet

Fragen und Antworten zu Betrugsmaschen
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Bilder, exakte Beschreibungen und viele Informationen – die Wohnungssuche über Immobilienportale ist komfortabel und bietet viele Vorteile. Doch missbrauchen auch Betrüger Immobilienanzeigen für kriminelle Zwecke. Opfer können sowohl Wohnungssuchende als auch Anbieter sein. Immonet sagt, wie Sie sich schützen können und hat die gängigsten Methoden der Betrüger zusammengefasst. 

Gefälschte Immobilienanzeigen erkennen

Das Erkennen falscher Immobilienanzeigen wird immer schwieriger, denn die Betrüger werden immer geschickter. Fehlende Informationen, kein Ansprechpartner oder nur der Hinweis „von privat“ können ebenso Zeichen für eine gefälschte Anzeige sein wie auffällig günstige Objekte oder Immobilien, die nicht in das Viertel passen (zum Beispiel Neubauimmobilien in einem Altbauviertel).

Zudem benutzen Betrüger oft Mailadressen mit auffälligen Domains. Ein Beispiel: @ein-Fussballspiel-dauert-90-minten.de. Zwar können private Immobilienanbieter auch einfache private Domains benutzen, aber auch das kann ein Indiz für Betrugsobjekte sein.

Nicht selten kopieren die Betrüger echte Anzeigen aus anderen Portalen. Überprüfen Sie mit Google die Adresse der Anzeige. Taucht die gleiche Anzeige in einem weiteren Portal auf und unterscheidet sich lediglich der Anbieter der Immobilie, ist das ein deutlicher Hinweis, dass eine der Anzeigen eine Fälschung ist. 

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Betrug mit Vorkasse

Wenn Sie als Wohnungsinteressent vorher Geld dafür zahlen sollen, dass Sie sich eine Wohnung ansehen dürfen, oder wenn Sie die Wohnung direkt mieten sollen, ohne sie zuvor persönlich gesehen zu haben, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Betrug. Hier sollten Sie hellhörig werden. Denn den Trick mit der Vorkasse wenden Kriminelle am häufigsten an.

Dabei läuft die Masche immer ähnlich ab: Der Betrüger gibt vor im Ausland zu sein, seine Mutter zu pflegen oder Ihnen aus anderen Gründen die Wohnung nicht selbst zeigen zu können. Damit Sie die Wohnung aber besichtigen können, wird er vorschlagen, Ihnen den Schlüssel gegen die Vorab-Zahlung einer Kaution zuzuschicken. In Wirklichkeit existiert die Wohnung jedoch nicht.

Besonders gern wenden die Täter den Trick in Großstädten mit angespanntem Immobilienmarkt an. Hier ist die Existenz der Wohnung nicht so leicht zu prüfen wie in einer Kleinstadt und die Interessenten sind oft verzweifelt genug, sich auf ungewöhnliche Vorschläge einzulassen. 

Zahlungen an Geldtransferinstitute

Wenn man vor einer Wohnungsbesichtigung Geld an ausländische Banken oder Geldtransferinstitute überweisen soll, kann man davon ausgehen, es mit einem Betrüger zu tun zu haben.

Wird einmal ein Betrag an eines dieser Institute überwiesen, haben die Geschädigten kaum eine Chance, ihr Geld zurück zu bekommen. Selbst wer Anzeige erstattet, hat schlechte Karten. Die Täter sitzen im Ausland und sind damit juristisch so gut wie unerreichbar.

Zahlung über Übernachtungsportale

Ein Beispiel: Um ein Haus zu kaufen oder um den Schlüssel für die Wohnungsbesichtigung zu erhalten, soll das Geld an ein Portal für private Unterkünfte (Airbnb oder ähnliche Portale) überwiesen werden. Man bekommt eine gefälschte Rechnung mit offiziell aussehendem Briefkopf der Seite und soll eine bestimmte Summe auf ein Konto im Ausland überweisen. Vorsicht, hier handelt es um einen Betrugsversuch. Tatsächlich sind derlei Geschäfte über Airbnb gar nicht möglich.

Betroffen sind sowohl Interessenten von Mietwohnungen wie auch von Kaufobjekten, nur die Höhe der Geldbeträge unterscheidet sich.

Rechnung für Wohnungsbesichtigungen

Der Wohnungsmarkt ist eng, die Zahl der Bewerber für eine Wohnung groß. Das nutzen Betrüger aus: Sie stellen Fake-Objekte (also gefälschte Objekte) ins Netz. Wenn sich Interessenten daraufhin melden, werden sie aufgefordert, sich auf einer bestimmten Web-Seite zu registrieren. Der Vorwand: Nur so könnten sie in die Vorauswahl kommen. Folgen Wohnungssuchende den Anweisungen, erhalten sie kurze Zeit später eine Rechnung für die Registrierung.

Der beste Schutz: Wer sich auf Internetseiten mit seinen Daten registriert, sollte die Seite, den Anbieter und die Konditionen genau prüfen und im Zweifelsfall die Finger davon lassen.

Kostenpflichtige Wohnungslisten

Ein Beispiel: Wohnungsinteressenten, die sich auf eine Anzeige hin melden, erhalten eine Absage. Der Anbieter offeriert ihnen aber eine Liste von interessanten Objekten, die noch nicht veröffentlicht worden beziehungsweise exklusiv sein sollen. Diese Liste gebe es aber nur gegen Gebühr. Bis zu 150 Euro verlangen die Betrüger. Tatsächlich enthalten solche Listen aber nur bereits veröffentlichte Anzeigen aus Immobilienportalen. 

Phishing: Vorsicht vor gefälschten E-Mails

Man erhält eine E-Mail, die nur scheinbar von Immonet stammt. Darin wird man aufgefordert, auf einen in der Mail enthaltenen Link zu klicken und sich auf der aufgerufenen Seite mit seinen Zugangsdaten einzuloggen. Als Vorwand wird zum Beispiel angegeben, dass die Daten aktualisiert werden müssten oder die Rechnung nur online über diesen Link abrufbar sei.

Betroffen sind sowohl Makler, private Immobilienanbieter als auch Wohnungssuchende. Das Ziel der Betrüger: Sie wollen an private Daten gelangen, also an Ihren Nutzernamen und Ihr Passwort.

Haben sie diese einmal erbeutet, verschaffen sich die Betrüger zum Beispiel Zugang zum Account der Immobilienanbieter. Sie ändern das Passwort und nutzen das Konto für ihre Zwecke. Häufig schalten die Kriminellen dann falsche Anzeigen und versuchen so an das Geld von Wohnungssuchenden zu kommen.

Man sollte daher immer überprüfen, ob die E-Mails, die man erhält, tatsächlich echt sind. Kennzeichen für einen Betrugsversuch sind mitgeschickte Links sowie dringende oder ungewöhnliche Aufforderungen, seine Daten nochmals einzugeben.

Auch wird gern behauptet, die Rechnung sei nur über einen mitgeschickten Link beziehungsweise eine angehängte Datei abrufbar. Das ist jedoch falsch. Immonet verschickt Rechnungen als PDF-Dateiformat per Mail und fordert seine Kunden nie per Mail auf, ihre Daten einzugeben oder sie zu aktualisieren.

Schützen kann man sich, indem man die URL – also den Seitennamen des mitgeschickten Links – mit dem echten Seitennamen genau vergleicht. Klicken Sie im Zweifel nie auf mitgeschickte Links und geben Sie ihre Daten immer nur auf der von Ihnen gespeicherten Originalseite ein.

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Trojaner-Mails: Gefahr für Immobilien-Anbieter

Ein angeblicher Interessent meldet sich per Mail mit einer Frage zur Immobilie. Er ist informiert, schreibt nett und schickt weitere Informationen zur Person als Dateianhang. Handelt es sich dabei um einen exe-Anhang (zum Beispiel "Lebenslauf.exe"), ist Vorsicht geboten. Dahinter verbirgt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Trojaner oder eine Schadsoftware.

Diese spioniert den Rechner aus und kann unter anderem an Kennwörter gelangen. Dieses Vorgehen kann Mittel zum Zweck sein, um in den Login-Bereich des Immonet-Kunden zu gelangen. Es kann aber auch weit größeren Schaden anrichten: Mitunter werden auch Bankdaten ausgespäht.

Daher gilt: Niemals exe-Dateien oder sonstige ungewöhnliche Dateien von unbekannten Kontakten öffnen. Erscheint Ihnen die Anfrage ansonsten wirklich seriös, können Sie um ein Telefonat oder um die Daten in einem gängigen Format (PDF oder DOC) bitten. Bleibt die Antwort aus, sind Sie wohl knapp einem Cyber-Angriff entkommen.

RIP-Deal: Immobilienverkäufer sind betroffen

Auch Immobilienverkäufer können Opfer von Betrügern werden. Vorsicht ist geboten, wenn der Interessent ein Devisentauschgeschäft vorschlägt. Dabei kommt der scheinbare Interessent dem Verkäufer zunächst stark entgegen: Er ist sofort bereit, den geforderten Preis zu zahlen und es winkt auch noch ein Plus, wenn der Verkäufer sich auf einen Handel einlässt.

Der Vorschlag: Statt einer Überweisung soll das Geld als Devisentauschgeschäft laufen und die Geldübergabe im Ausland stattfinden. Dazu soll der Verkäufer aber erst einmal einen gewissen Betrag als Sicherheit hinterlegen. Zum eigentlichen Verkauf kommt es natürlich nicht und der Verkäufer ist sein Geld los. Eine andere Variante: Beim Tauschgeschäft wird dem Verkäufer Falschgeld untergeschoben.

Als Gründe für solche "Geschäfte" geben die Betrüger häufig an, dass es sich bei dem Geld um Schwarzgeld handelt oder sie einen Finanztrick anwenden wollen. Das allein schon sollte Grund genug sein, die Hände davon zu lassen und die Polizei zu informieren. Ein Warnzeichen ist immer, wenn Interessenten ein Objekt ohne Besichtigung kaufen wollen, wenn angebliche Zwischenhändler aktiv sind oder es sich um ein Devisengeschäfte handelt.  

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Bei Verdacht auf Betrug:
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Informieren Sie Immonet telefonisch
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