Kontakt mit dem Vermieter: So bekommen Sie die Wohnung

Wohnungsbesichtigung
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Drei Zimmer und ein großer Balkon – unter den Immobilienanzeigen scheint die Traumwohnung gefunden. Jetzt bloß keine Fehler machen. Schließlich muss man Makler und Vermieter überzeugen, wenn man die Wohnung bekommen möchte. Doch was viele Immobiliensuchende vergessen: Schon die erste Kontaktaufnahme kann entscheidend sein, egal ob per Telefon oder Mail. Immonet verrät, worauf es ankommt und welche Fehler man vermeiden sollte.

Gesucht: Zuverlässige Mieter

Der erste Eindruck ist entscheidend: Geben Wohnungsinteressenten ein schlechtes Bild ab, lässt sich dieser Eindruck meist nicht mehr ausbügeln. Schließlich ist in vielen Städten die Nachfrage nach schönen Wohnungen groß – und damit auch die Konkurrenz.

Vermieter suchen zuverlässige Mieter, die mit ihrem Eigentum pfleglich umgehen, die Miete pünktlich zahlen und mit denen der Austausch bei eventuellen Problemen leicht fällt. Wer solche Tugenden direkt vermittelt, wird leichter zur Besichtigung eingeladen. Nicht zu unterschätzen: Sympathie. Bei vielen Bewerbern kann das persönliche Wohlwollen des Maklers den Ausschlag für eine Empfehlung an den Vermieter geben. Umgekehrt gilt: Sympathie ist zwar wichtig, sollte aber nicht zu übertriebenem Einschmeicheln führen. Begründen Sie, warum Sie sich für die Wohnung interessieren, aber bleiben Sie glaubwürdig.

Erstkontakt: E-Mail oder Anruf?

Ob die Kontaktaufnahme besser per Anruf oder E-Mail erfolgen soll, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Generell gilt: Hat der Makler in der Anzeige lediglich eine Mailadresse angegeben, dann sollten Interessenten die Kontaktaufnahme auch per elektronischer Post starten. Ansonsten weiß in der Regel jeder selbst am besten, mit welchem Medium er sich am wohlsten fühlt und auf welchem Weg er sich am besten verkauft. Wer lieber schreibt als telefoniert, verfasst eine E-Mail. Umgekehrt bietet das Telefon die Möglichkeit, einen persönlicheren ersten Eindruck zu hinterlassen und dem Makler besser im Gedächtnis zu bleiben.

Es klingt banal, doch: Wer mit Höflichkeit und guten Umgangsformen punkten kann, ist einen großen Schritt weiter. Rückschlüsse auf diese lassen Telefonate ebenso zu wie Mails.

Mails: Auf Rechtschreibung und Formulierungen achten

Wer schriftlich Kontakt aufnimmt, sollte sich bewusst sein, eine offizielle Mail zu schreiben. Das heißt, sie darf zwar locker, sollte aber immer korrekt formuliert und ohne Rechtschreibfehler sein. Wer schlampt, gerät in den Verdacht, auch sonst nicht sehr ordentlich zu sein. Vermeiden sollten Interessenten 08/15-Mails und solche, die nur aus zwei Sätzen bestehen. Eine formlose Nachricht à la „Rufen Sie mich an“ hinterlässt einen schlechten Eindruck. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Sie die Mail von ihrem Account losschicken oder das Mail-Formular von Immonet nutzen.

Vergessen Sie nicht, am Anfang des Schreibens und im Betreff, zu erwähnen, um welches Objekt es geht. Beschreiben Sie kurz, warum die Wohnung Sie interessiert oder was Sie anspricht. So weiß der Makler, dass Sie echtes Interesse haben und es lohnt, Sie zurückzurufen.


Wichtig: Geben Sie Ihren Namen und eine Telefonnummer an, unter der Sie tatsächlich erreichbar sind, damit der Makler Sie kontaktieren kann.

Vermieter sind neugierig. Interessenten dürfen daher schon in der ersten E-Mail die wichtigsten Informationen über sich verraten: Beruf, wie viele Personen in die Wohnung einziehen sollen, den Grund des Umzug, eventuell Besonderheiten wie Hobbies. Dabei ist es sinnvoll, vor allem die Stärken zu nennen. Wer arbeitslos ist, muss das nicht unbedingt im ersten Schreiben erwähnen. Besser ist es, seine Stärken zu betonen, etwa, dass man Nichtraucher ist. Wer einen guten Posten mit hohem Einkommen hat, tut gut daran, dies mitzuteilen. Die E-Mail sollte jedoch nicht zu ausufernd werden, setzen Sie lieber zwei, drei Highlights. Fragen zur Wohnung zu stellen ist erlaubt, beschränken Sie sich aber besser auf wenige relevante Fragen.

Telefonkontakt: Ruhige Gesprächsatmosphäre schaffen

Beim persönlichen Telefongespräch macht der Ton die Musik. Nehmen Sie sich Zeit für den Anruf, sorgen Sie für eine ruhige Atmosphäre. Der Anruf aus einem fahrenden Auto ist unhöflich und erschwert die Kommunikation unnötig. Stellen Sie sich zunächst kurz vor und fragen Sie, ob Ihr Anruf gerade passt und die Wohnung noch zu haben ist. Bitten Sie um einen kurzfristigen Besichtigungstermin. So verhindern Sie, dass Sie beim Ansprechpartner in Vergessenheit geraten oder ein anderer Interessent Ihnen zuvor kommt.

Im Grunde gilt beim Telefonat das Gleiche wie bei der E-Mail: Verraten Sie, warum Sie die Wohnung anspricht und ein paar Details über sich. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Statt einen langen Vortrag zu halten, gehen Sie lieber auf die Stimmung des Gesprächpartners ein. Wirkt er gestresst, halten Sie sich kurz. Ist er in Gesprächslaune, nehmen Sie das auf. Fragt Sie der Makler nach Ihrem Beruf, Familienstand oder anderen für die Vermittlung relevanten Fakten, nutzen Sie die Chance und erzählen ein wenig von sich.

Am Telefon können Sie auch wichtige Fragen zur Wohnung stellen. Erkundigen Sie sich, welche Unterlagen Sie zur Besichtigung mitbringen sollen. Das ermöglicht eine schnelle Abwicklung. Erreichen Sie den Makler nicht persönlich, sondern nur den Anrufbeantworter: Hinterlassen Sie eine kurze Nachricht, nennen Sie die wichtigsten Informationen und schreiben Sie anschließend eine ausführlichere E-Mail. Wem das Telefonieren schwer fällt, kann es mit Freunden üben. Schließlich melden sich Makler zur Terminabsprache meist per Telefon zurück.

Die Dos und Don’ts der Kontaktaufnahme mit Maklern oder Vermietern:

Do:

  • Höflichkeit
  • Interesse bekunden und Gründe erläutern
  • Verraten Sie etwas über sich: Stärken und Besonderheiten
  • Namen, Kontaktdaten und das Objekt nennen; besonders dann, wenn Sie auf einen Anrufbeantworter sprechen müssen

Do not:

  • Standardmails mit ein oder zwei Sätzen
  • Rechtschreibfehler in Mails
  • Unvollständige Sätze
  • Unhöfliche Art am Telefon, z.B. grummeln, nuscheln, schlechte Laune zeigen
  • Fragen des Maklers nicht beantworten
  • Jammern über den Wohnungsmarkt und die Welt im Allgemeinen
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