Kündigungsfrist Mietvertrag

Firstlose Kündigung - Tipps von Immonet
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Bei den Fristen für die Kündigung eines Mietvertrages muss man zwischen der Kündigung durch den Mieter sowie der durch den Vermieter zu unterscheiden. Während Mieter einen größeren Spielraum genießen, müssen sich Vermieter an feste Fristen halten. Immonet gibt einen Überblick darüber, in welchen Fällen welche Kündigungsfristen gelten.

Kündigungsfristen von Mietern

Für Mieter gilt bei unbefristeten Verträgen eine gesetzlich regelte Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende eines Kalendermonats – unabhängig von der Wohndauer. Einige Vermieter gewähren ihren Mietern allerdings auch eine kürzere Frist von beispielsweise einem Monat oder sogar 14 Tagen. In bestimmten Fällen besteht auch die Möglichkeit einer fristlosen Kündigung. Beispielsweise, wenn die Wohnung erhebliche, gesundheitsgefährdende Mängel aufweist, wie etwa eine defekte Heizung oder eine hohe Schadstoffbelastung, sowie im Falle einer Vertragsverletzung seitens des Vermieters.

Bei befristeten Verträgen hingegen muss die vereinbarte Mietdauer eingehalten werden – eine vorzeitige Kündigung ist nicht möglich. Voraussetzt, im Vertrag steht ein gesetzlich anerkannter Befristungsgrund. Wird dieser nicht genannt, gilt die übliche Kündigungsfrist von drei Monaten. Darüber hinaus besteht genauso wie bei unbefristeten Verträgen bei berechtigten Gründen ein sofortiges Sonderkündigungsrecht. Auch über einen Aufhebungsvertrag kann das Mietverhältnis vorzeitig beendet werden, sofern der Vermieter einverstanden ist.  

Vermieter sind an feste Fristen gebunden

Für Vermieter gelten gesetzlich vorgeschriebene Fristen, die keine Abweichungen zulassen. Die Länge der Kündigungsfrist steht in Relation zur Vertragsdauer. Wohnt der Mieter nicht länger als fünf Jahre in der Wohnung, kann ihm der Vermieter mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Bei einer Wohndauer von fünf bis acht Jahren verlängert sich die Kündigungsfrist auf sechs Monate. Sind es mehr als acht Jahre, muss eine Frist von neun Monaten eingehalten werden und bei mehr als zehn Jahren sogar zwölf Monate.

Weiterer Unterschied: Vermieter benötigen – im Gegensatz zu den Mietern – einen triftigen, gesetzlich anerkannten Grund für die Kündigung, zum Beispiel Eigenbedarf.

Was tun bei falscher Fristangabe

Legt der Mietvertrag eine Kündigungsfrist für den Mieter von mehr als drei Monaten fest, gilt diese als rechtswidrig und ist somit unzulässig. Der Mieter kann sich in diesem Fall auf die gesetzlich festgelegte Frist von drei Monaten berufen. Anders verhält es sich bei kürzeren Fristen: Sieht der Vertrag für die Kündigung weniger als drei Monate vor, so hat dies Bestand und muss von Mieter und Vermieter entsprechend eingehalten werden.

Kündigungsfristen für Mieter und Vermieter im Überblick

Für Mieter:

  • Bei unbefristetem Vertrag: 3 Monate oder kürzer (wenn vertraglich festgelegt)
  • Bei befristetem Vertrag: zum Ende des Vertragszeitraums

Für Vermieter:

  • Bei einer Wohndauer von bis zu 5 Jahren: 3 Monate
  • Bei einer Wohndauer von 5 bis 8 Jahren: 6 Monate
  • Bei einer Wohndauer von 8 bis 10 Jahren: 9 Monate
  • Bei einer Wohndauer von mehr als 10 Jahren: 12 Monate

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