Eine große leere Lagerhalle

Lagerräume aus einer
Zwangsversteigerung

© Fotolia / Robert Kneschke

Wer eine Garage oder einen günstigen Lagerraum kaufen möchte, sollte sich bei Zwangsversteigerungen umschauen. Hier lässt sich mit ein wenig Glück eine passende Räumlichkeit zum Schnäppchenpreis ersteigern.

Chance Zwangsversteigerung

Ob es um die langfristige Lagerung von Möbelstücken, Akten oder Kraftfahrzeugen geht – bei einer Zwangsversteigerung bietet sich die Gelegenheit, für wenig Geld in den Besitz eines Lagerraums zu kommen. Auf Dauer ist das wesentlich günstiger als die Anmietung einer Self-Storage-Lagerbox.


Tipp:
 Wer ein Sommerfahrzeug oder sonstige selten genutzte Gegenstände unterstellen möchte, benötigt dafür nicht unbedingt eine Garage in Stadtnähe. Immobilien außerhalb der Ballungszentren sind weniger begehrt und wechseln den Besitzer häufig zu besonders attraktiven Konditionen.

Konditionen überprüfen

Einzelne Räume werden meist im Rahmen einer Teilversteigerung angeboten. Handelt es sich dabei um ein Lager oder eine Garage, die zu einer Eigentumswohnung gehört, ist ein Blick in die Teilungserklärung sinnvoll. Wenn die Räumlichkeit Teil einer anstehenden Modernisierung ist, muss der Eigentümer diese mitbezahlen. Ebenso sollte die Gemeinschaftsordnung eingesehen werden. Außerdem ist vorab zu klären, ob die vom Interessenten gewünschten Gegenstände auch in dem betreffenden Raum gelagert werden dürfen.

Schulden und Pflichten beachten

Wer ein Objekt ins Auge gefasst hat, sollte sich mit dem in der Gerichtsakte einsehbaren Grundbuchauszug vertraut machen, in dem wichtige Lasten und Pflichten eingetragen sind. Hier finden sich Informationen zu etwaigen Grundschulden, Wegerechten und der Vermietungssituation. Das Gutachten gibt Aufschluss über den baulichen Zustand der Räumlichkeit. Im Baulastenverzeichnis finden sich Bestimmungen über Parkplatz-Pflichten oder Baubeschränkungen. Sollte das Verzeichnis nicht dem Gutachten beiliegen, kann es bei der Gemeinde eingesehen werden.

Die Räume von Innen besichtigen

Wie bei allen Immobilienkäufen ist die persönliche Begutachtung des Lagerraumes besonders wichtig. Es besteht allerdings grundsätzlich kein Anspruch auf eine Besichtigung. Wenn sich auch der Gutachter kein Bild vom Innenleben des Raumes machen konnte, ist Vorsicht geboten. Denn es gibt nach dem Zwangsversteigerungsgesetz keinen Anspruch auf Gewährleistung – auch nicht bei Falschangaben. Interessenten sollten sich daher sicher sein, dass der betreffende Lagerraum trocken ist und genügend Sicherheit bietet.


Tipp:
 Vielleicht besteht die Möglichkeit, sich bei den Nachbarn einen gleichwertigen Raum zu anzuschauen.

Ablauf der Versteigerung

Zwischen der Bekanntgabe des Termins und der tatsächlichen Versteigerung vergehen in der Regel sechs Wochen. Zehn Prozent des vom Gericht festgesetzten Verkehrswerts der Immobilie müssen in Form eines Verrechnungsschecks oder einer Bankbürgschaft zur Versteigerung mitgebracht werden. Bieter müssen außerdem einen Personalausweis vorlegen.


Tipp:
 Gebote können in der dreißigminütigen Bietstunde noch bis zum Ende des dritten Hammerschlags gemacht werden. Mit Zuteilung des Zuschlags gehört die Immobilie dem Bieter.

Zur Kundenseite der Argetra GmbH