Ein schöner Bungalow im Sonnenschein, umgeben von einer grünen Wiese

Bungalows aus einer
Zwangsversteigerung kaufen

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Sei es ein schmucker Bungalow oder ein Fertighaus für die ganze Familie - Wohneigentum steht bei den Deutschen hoch im Kurs. Bei einer Zwangsversteigerung lässt sich solch ein Haus mit Glück besonders günstig kaufen. Denn wenn der bisherige Besitzer der Immobilie überschuldet ist und die Hypothek nicht zurückbezahlen kann, darf die Bank die Zwangsversteigerung beantragen. Interessenten bietet sich damit die Gelegenheit, Wohneigentum zu einem deutlich reduzierten Preis zu erstehen.

Der Blick ins Grundbuch

Eine Versteigerung birgt immer auch Risiken für den Käufer. Interessenten sollten sich daher genau darüber informieren, welche Schulden und Pflichten mit dem Erwerb der betreffenden Immobilie verbunden sind. Besonders wichtig ist der Blick ins Grundbuch, in dem bestehende Verbindlichkeiten eingetragen sind. Hierbei handelt es sich um Schulden, die der Ersteigerer zu den genannten Konditionen abbezahlen muss, sofern die Grundschuld nicht gelöscht werden kann.

Bestehende Rechte Dritter

Auf Lebenszeit bestehende Dauerwohnrechte von Personen, die der zukünftige Besitzer überhaupt nicht kennt, können den Wert einer Immobilie erheblich reduzieren. Welche Rechte auch zukünftig  im Grundbuch bestehen bleiben, gibt das Gericht beim Versteigerungstermin bekannt.

Das Haus genau anschauen

Der Termin für die Zwangsversteigerung wird vom Amtsgericht sechs Wochen vor dem Ereignis bekanntgegeben. Interessenten sollten diese Zeit nutzen, um sich genau über die Immobilie zu informieren. Wurden Grundbuch und Gutachten überprüft, sollte insbesondere das Haus selber inspiziert werden. Manchmal erfordert dies etwas Geschick. Obwohl grundsätzlich kein Recht zur Besichtigung besteht, kann ein persönliches Gespräch mit dem aktuellen Besitzer oder dem Zwangsverwalter doch noch zum Besichtigungstermin führen. Vorsicht ist geboten, wenn selbst der Gutachter für die Erstellung des Gutachtens keinen Blick in das Haus werfen konnte.

Einen Sachverständigen hinzuziehen

Wenn das Haus vor dem Versteigerungstermin lange Zeit leerstand, sollte es besonders kritisch betrachtet werden. Es ist zu befürchten, dass während dieses Zeitraums aufgetretene Schäden nicht mit der nötigen Sorgfalt behoben wurden. Feuchtigkeitseinbrüche können beispielsweise zu dauerhaftem Schaden an der Bausubstanz führen. Der Rat eines Bausachverständigen, der das Haus auf Schwachstellen prüft, ist wichtig - denn wer will schon die Katze im Sack kaufen? Nach dem Zwangsversteigerungsgesetz (§ 56 Abs. 3 ZVG) kann der Erwerb einer ersteigerten Immobilie nicht angefochten werden.

Riskien minimieren

Der Ersteigerer haftet nicht für Schulden des Vorbesitzers, wie etwa nicht bezahlte Handwerkerrechnungen. Das betrifft auch Leistungen, die unter Eigentumsvorbehalt geliefert wurden, bis zum Versteigerungstermin jedoch nicht angezeigt worden sind. Zu den Risiken gehören hingegen Altlasten in Grund und Boden, für die der Käufer die Verantwortung übernimmt. Neben Sachverständigen kann auch die örtliche Gemeinde in der Regel Auskunft über mögliche Risiken geben. Im Baulastenverzeichnis, welches der Gerichtsakte meist als Abschrift beiliegt, finden sich Informationen zur Nutzung des Grundstücks.

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