Zehn Schritte zur Immobilienfinanzierung

Zehn Schritte zur Immobilienfinanzierung
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Wer ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchte, muss in der Regel einen Kredit aufnehmen. Die Bedingungen sind dafür im Moment günstig. Doch wie geht man dabei vor? Immonet zeigt Ihnen die wichtigsten Schritte der Immobilienfinanzierung – von der ersten Planung bis zur Auszahlung des Kredits.

1. Planung und Kassensturz

Die Prüfung der eigenen finanziellen Möglichkeiten steht am Anfang jedes Finanzierungsvorhabens. Schließlich geht man mit der Baufinanzierung und einem Darlehen eine Verpflichtung ein, die mehrere Jahrzehnte umfassen kann. Zunächst sollten künftige Immobilienbesitzer abklären, über welche finanziellen Eigenmittel sie verfügen:

  • Gibt es schon Eigentum?
  • Ist ein Bausparvertrag vorhanden?
  • Wie hoch ist das Sparguthaben?
  • Welche Mittel können tatsächlich kurzfristig abgerufen werden?

Um von der Bank einen Kredit zu bekommen, sollte das Eigenkapital mindestens zehn, besser 20 Prozent der später benötigten Summe betragen – dazu zählen neben der Kaufsumme auch die Kaufnebenkosten. Experten empfehlen aber je nach Lebenssituation einen höheren Eigenanteil.

2. Die Zukunft im Blick

Auch die persönlichen Lebensumstände spielen bei der finanziellen Belastbarkeit ein Rolle:

  • Wie sieht die Familienplanung aus?
  • Gibt es schon Kinder?
  • Wieviele möchte das Paar bekommen?
  • Können beziehungsweise wollen beide Partner weiterhin im gleichen Rahmen arbeiten?

Nachwuchs bedeutet für Familien immer auch zusätzliche finanzielle Belastungen.
Wichtig ist auch die Frage, wie sicher der eigene Job ist. Bei der Einschätzung ist Realitätssinn angebracht. Stehen neben dem Hauskauf in den nächsten Jahren noch andere größere Projekte an?

3. Dauerhafte Ausgaben feststellen

Zum Kassensturz gehört auch zu klären, wie hoch die dauerhaften finanziellen Belastungen sind. Dazu zählen allgemeine Lebenshaltungskosten, Fixkosten wie Versicherungen und die Wohnnebenkosten, die in einer größeren Immobilie nicht selten auch höher ausfallen. Einige Zeit ein Haushaltsbuch zu führen, hilft dabei, einen realistischen Eindruck der eigenen Ausgaben zu erhalten. Nicht vergessen werden dürfen nur einmal jährlich anfallende Ausgaben, Rücklagen für Urlaub und Rückstellungen für größere Anschaffungen wie das Auto.

4. Rückzahlungsdauer und Tilgung realistisch planen

Wann soll das Haus spätestens abbezahlt sein? Experten empfehlen, die Finanzierung so zu planen, dass die Kreditnehmer bis zu 60. Lebensjahr schuldenfrei sind. Die Rückzahlungsdauer beeinflusst die Tilgungsrate: Je kürzer die benötigte Zeit, desto höher die Tilgung, desto höher aber auch die monatliche finanzielle Belastung. Kürzere Kreditlaufzeiten werden aber auch mit etwas günstigeren Zinsen angeboten. Bei einer Tilgungsrate von zwei Prozent beträgt die Dauer etwa dreißig Jahre.

5. Fördermöglichkeiten abklären

Bauherren können in Deutschland zahlreiche Förderungen nutzen. Neben den Ländern, vergibt auch die KfW günstige Kredite und Zuschüsse. Es stehen verschiedene Programme für den Bau und den Erwerb von Immobilien, aber auch für Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung. Wer eine Immobilie finanzieren will, sollte klären, welche Programme für das eigene Vorhaben in Frage kommen. Bei der Antragsstellung müssen Fristen streng eingehalten werden. Aber auch wer sein Geld nicht in einem vorgegeben Zeitrahmen abruft, muss unter Umständen mit Mehrkosten rechnen. Das sollte bei der Planung beachtet werden.

6. Unterlagen zusammenstellen

Banken benötigen zur Erstellung von Finanzierungsangeboten viele Informationen. Deshalb sollten Kunden frühzeitig alle wichtigen Unterlagen zusammenstellen. Dazu zählen die monatlichen Einnahmen, die mit dem Einkommensteuerbescheid nachgewiesen werden können, eine Aufstellung der regelmäßigen Ausgaben und des aktuellen Vermögens und die wichtigsten Informationen zum Kaufobjekt oder  Bauvorhaben, wie Kaufvertrag und Kostenvoranschläge. Je umfassender die Unterlagen sind, desto exakter und schneller kann die Bank ein Angebot erstellen.  

7. Angebote bei Banken einholen

Kredite werden von zahlreichen Geldinstituten vergeben. Die Unterschiede sind groß. Deshalb lohnt es sich, bei möglichst vielen Bankhäusern Angebote einzuholen.

8. Kredite und Konditionen vergleichen    

Vergleichen sie die Angebote. Dabei können unabhängige Experten helfen. Die Kreditbedingungen der Geldgeber unterscheiden sich teils deutlich, was Laufzeiten, Rückzahlungsmodalitäten und Zinshöhe angeht. Finden Sie das für Sie günstigste Modell.

Tipp: Gehen Sie mit dem günstigsten Angebot zur Hausbank und verhandeln Sie.

9. Vertragsabschluss

Wenn Sie sich für eine Finanzierung und eine Immobilie entschieden haben, können Sie mit der Bank einen Vertrag abschließen. Wie bei jedem Vertrag gilt: Schauen Sie  genau hin und verlassen Sie sich nicht allein auf zuvor gemachte Zusagen.

10. Die Auszahlungsphase

Nun kann die Auszahlungsphase beginnen. Diese sollte sich optimalerweise an den Baufortschritten, beziehungsweise den individuellen Bedürfnissen richten. Behalten Sie dabei Ihre Liquidität und Fristen von Förderungen im Blick. 

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/mtl.