So richten Sie Ihr Wohnzimmer optimal ein

Die idealen Möbel fürs Wohnzimmer

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Kleinere Möbel, mehr Vielfalt, mehr Flexibilität – Individualität steht 2018 auch bei den Wohnzimmermöbeln sehr hoch im Kurs. Das schafft Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen. Immonet fasst zusammen, wie sich das Design verändert, welche Möbel im Trend liegen und wie eine gelungene Wohnzimmereinrichtung gelingt.

Individuelle Vielfalt bei der Einrichtung

Den einen großen Einrichtungstrend gibt es aktuell nicht. Stattdessen ist Vielfalt angesagt, Individualität gefragt. Dennoch gibt es Grenzen: „Die Wohnwand ist schon lange tot“, sagt Wohnexpertin Katharina Semling. Stauraum bleibt jedoch auch im modernen Wohnzimmer ein Thema. Eine Lösung bieten modulartige Möbel und Regalsysteme, die derzeit absolut angesagt sind. Sie zeichnen sich besonders durch ihre hohe Flexibilität aus. Die Möbel lassen sich fasst uneingeschränkt nach dem eigenem Bedarf und den jeweiligen Möglichkeiten auswählen und positionieren. Da der Platz in Großstadt-Wohnzimmern häufig sehr beschränkt ist, können z.B. an der Wand hängende Regalelemente mit Lowboards und schmalen Stehschränkchen kombiniert werden.

Generell werden die Möbel kleiner. Designer setzen auf der einen Seite stark auf klare, kubistische Formen. Auf der anderen Seite sind verspielte Sideboards und Vitrinen zu finden, die an das Design der 40er bis 60er Jahre angelehnt sind. Das ist so gewollt, denn Vintage ist in und setzt sich auch bei Wohnzimmermöbeln durch. Das entspricht nicht nur einem Lebensgefühl, das sich nach Stabilität und Bekanntem sehnt, sondern auch den Herausforderungen kleiner Wohnungen in Großstädten entspricht.

Tipp: Überlegen Sie sich zuvor, wie viel Stauraum Sie benötigen. Meistens ist es am Ende mehr als gedacht. Kalkulieren Sie – wenn möglich – ein wenig Puffer ein. Planen Sie vor dem Kauf die Elemente an der Wand, z.B. durch eine einfache Zeichnung oder ein Computerprogramm. Lassen Sie beim Entwurf auf jeden Fall etwas Luft. Modulartige Möbel können nur dann wirken, wenn Sie nicht zu eng gesetzt sind. Wer viel unterzubringen hat, setzt lieber auf einen Schrank mit möglichst unauffälliger Oberfläche, die mit der Wand verschmelzen kann.

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Sofas verändern Form und Funktion

Sofas sind aus dem Wohnzimmer nicht wegzudenken, aber sie verändern ihre Form und Funktion. Ausufernde Sitzlandschaften sind out. Vielmehr setzt sich der Trend zum Midcentury-Design durch: Kleinere Sofas, die auf Beinen schweben und dadurch filigran wirken. „Sie bieten einen hohen Sitzkomfort, da sie weich gepolstert sind, aber eine recht hohe Sitzhöhe haben“, sagt Ursula Geismann, Trendanalystin vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. Mit einem Sofa kommt man in der Regel nicht aus, häufiger werden zwei Sofas oder ein Sofa und ein Sessel kombiniert.

Generell sind die ästhetischen Ansprüche an ein modernes Sofa gestiegen. „Sofas müssen auch von hinten schön sein“, sagt Geismann. Denn die Sitzmöbel werden nicht mehr automatisch an die Wand gestellt, sondern häufig auch mitten im Raum positioniert. Geschuldet ist dies den Grundrissen moderner Neubauten, in denen Küche, Wohn- und Esszimmer miteinander verschmelzen und Wände fehlen. Zudem fungieren moderne Sofas sind nicht mehr nur als einfache Sitzgelegenheiten. Sie sollten eine höhere Funktionalität bieten. „Abnehmbare Lehnen, eine verstellbare Kopfhöhe und veränderbare Sitztiefen sind nichts Ungewöhnliches mehr“, so Geismann.

Das Sofa ist der private Rückzugsraum, der vor allem gemütlich sein soll. Freunde und anderen Besuch lädt man eher an den großen Esstisch ein. Fernsehen als gemeinsame Freizeitgestaltung verliert an Bedeutung, das TV-Gerät ist nicht mehr Blickpunkt im Raum. „Es wird abgelöst von Tablet und Smartphone“, sagt Geismann. „Als Gegenstück zur virtuellen Welt bieten die textilen Oberflächen eine starke Haptik.“ Samt, Cord und Bouclé sind derzeit angesagt Stoffe.

Beistelltische sind wieder angesagt

Der große Wohnzimmertisch wird ersetzt durch viele kleine Beistelltische und einen massiven Esstisch – jedenfalls da, wo der Raum es erlaubt. Der Platz ist in Stadtwohnungen oft beschränkt, daher gewinnen Multifunktionsmöbel zunehmend an Bedeutung. „Tische, die sich leicht in Größe und Höhe verstellen lassen, kommen immer stärker“, sagt Semling. Esszimmertische sind ausklappbar oder verschwinden sogar ganz im Regal.

Vor dem Sofa sind kleine, filigrane Beistelltische angesagt. Sie können aus Drahtgeflecht sein, Messing oder Holz, sie wirken kühl und modern oder ganz natürlich. Auch Satztische – also drei oder mehr übereinander stapelbare Tische – sind in. Die kleinen Abstellgelegenheiten dürfen auch gern aus unterschiedlichen Materialien bestehen, sind rund oder quadratisch. „Eine echte Wiederentdeckung sind Servierwagen. Sie sind flexibel und relativ klein und lassen sich ganz unterschiedlich nutzen“, sagt Semling.

Haptik gewinnt an Bedeutung

Als Reaktion auf die immer präsenter werdenden virtuellen Welten gewinnt Haptik bei der Einrichtung an Bedeutung: Edles Holz, künstliche Oberflächen, die täuschend echt Holzmaserung imitieren und Stoffe, die auffallen und alle Sinne ansprechen, sind derzeit stark vertreten. Wertigkeit steht hoch im Kurs. Möbel – und auch die Dekoration – dürfen zwar alt aussehen, aber nicht billig.

Individualität ist das wichtigste Prinzip

Das beherrschende Thema ist und bleibt die Individualisierung. Nichts soll von der Stange sein: „Diese Zeiten sind endgültig vorbei“, sagt Geismann. Die Einrichtung darf nicht wie aus dem Katalog wirken, die persönliche Note muss jederzeit erkennbar bleiben. Entscheidend ist auch im heimischen Wohnzimmer die passende Kombination verschiedener Elemente. Damit der Mix gelingt, gibt es ein paar Grundregeln.


1. Möbel aus einem Guss sind passé. Das wirkt eintönig und langweilig. Es muss aber umgekehrt auch nicht der ganz wilde Mix sein. Werten Sie Ihr Wohnzimmer lieber mit Einzelstücken auf. Die dürfen vom Flohmarkt und alt sein oder ein ganz besonders edler oder aus der Zeit fallender Sessel. Sie sollten das Teil nur wirklich mögen und es sollte Ihren Geschmack widerspiegeln, Erinnerungen wecken oder emotional ansprechen. Andernfalls wirkt es am Ende wie ein Fremdkörper.


Für den kleinen Stilbruch muss nicht immer ein Möbelstück herhalten. Auch ein besonders opulenter Teppich zu modern-kühlen Möbeln oder ein gehäkeltes Kissen von der Tante können eine Einrichtung aufwerten.


2. Fünf verschiedene Möbel, fünf verschiedene Stile und Materialien? Das kann durchaus funktionieren, ohne chaotisch zu wirken. Beachten sollten Sie dabei jedoch eine Grundregel: Es braucht einen Rahmen, der die Stücke verbindet. Das kann etwa die Farbe der Möbel sein oder das Material. „Wer auf Holz setzt, sollte sich entweder für dunkles oder helles Holz entscheiden, da eine Mischung aus beidem schwierig ist“, sagt Semling.


3. Nicht immer sieht in der Realität alles so schön aus, wie man sich das ursprünglich gedacht hat. Dennoch sollten Sie zumindest einen Versuch wagen und experimentieren. Zeigen Sie ein bisschen Mut und ändern Sie einfach wieder, was Ihnen nicht gefällt. Nur so können Sie Ihren eigenen Stil entwickeln.

Tipps für kleine Wohnzimmer

Die Möbel werden generell kleiner, was insbesondere dem Trend zum Leben in kleinen Stadtwohnungen geschuldet ist. Allzu kleinteilig sollte es in eher kleinen Wohnzimmern jedoch nicht werden, sonst droht der gegenteilige Effekt: Wo viel passiert, entsteht der Eindruck von Enge. „Schlichte, helle Möbel tun für kleine Wohnzimmer sehr viel“, sagt Semling. „Sie bieten dem Auge weniger Informationen, die es verarbeiten muss. Dadurch entsteht eher der Eindruck von Weite, während viele Informationen die Wahrnehmung stark fordern und einen Raum automatisch enger erscheinen lassen.“ Aus dem gleichen Grund rät Semling von zu viel Nippes ab. „Wenige und helle Farben und schlichte Formen helfen dabei, ein Zimmer größer erscheinen zu lassen.“

Auch Möbel für Tiere werden schicker

Tierhalter kennen das Dilemma: Die Wohnung ist stilvoll eingerichtet, aber der Katzenkratzbaum will so gar nicht zur restlichen Einrichtung passen und lässt sich bestenfalls als funktional beschreiben. Doch das muss heute nicht mehr sein. „Es tut sich sehr viel auf dem Heimtiermöbelmarkt. Mittlerweile gibt es auch viele hübsche Möbel für Vierbeiner“, sagt Semling. Ob cool und modern oder romantisch-verspielt, für jeden Einrichtungsstil lässt sich das Passende finden.