Tipps zur Wohngebäudeversicherung

Eine Wohngebäudeversicherung ist enorm wichtig für Eigentümer
© Fotolia / flashpic

Die Wohngebäudeversicherung ist für Hauseigentümer, obwohl sie eine freiwillige Versicherung ist, ein absolutes Muss: Denn sie greift bei Schäden, die den eigenen vier Wänden durch Leitungswasser, Feuer oder Sturm drohen – und die bedeuten ohne Versicherung schnell ein finanzielles Fiasko für Eigentümer. Bei den meisten Banken ist die Wohngebäudeversicherung deshalb schon für die Hausfinanzierung Pflicht.

Der Schutz der Versicherung deckt alle Schäden an Gegenständen, die fest im oder am Haus angebracht sind. Dazu gehören beispielsweise Türrahmen, Wände, sanitäre Einrichtungen und auch das Dach. Einrichtungsgegenstände werden hingegen von einer Hausratversicherung geschützt. Streitpunkt ist häufig die Einbauküche, die deshalb lieber in die Hausratsversicherung aufgenommen werden sollte, weil sie dort auch gegen Diebstahl und Vandalismus versichert ist.

Naturkatastrophen müssen zusätzlich versichert werden

Bei Schäden durch Naturkatastrophen, wie Überschwemmungen, Starkregen, Erdbeben, Vulkanausbrüche und Erdrutsche greift die normale Wohngebäudeversicherung nicht. Diese Schäden müssen zusätzlich in einer Elementarschadenversicherung abgesichert werden. Diese ist allerdings nicht für alle Hausbesitzer erhältlich. Wer beispielsweise in überflutungs- oder erdbebengefährdeten Gebieten wie der Elbmarsch oder in bestimmten Teilen des Saarlands lebt, hat es schwer, diesen zusätzlichen Versicherungsschutz zu bekommen – auch wenn’s ungerecht erscheint. Hausbesitzer, die in solchen Risikogebieten leben, können jedoch versuchen, sich einen Elementarversicherungsschutz mit einer höheren Selbstbeteiligung zu erkaufen.

Zu den Kosten: Die Stiftung Warentest hat in ihrem jüngsten Test herausgefunden, dass die günstigsten Anbieter von Wohngebäude- und Elementarschadenversicherungen zwischen 239 und 261 Euro pro Jahr verlangen. Reine Wohngebäudeversicherungen gibt es schon ab etwa 200 Euro pro Jahr.

Die Höhe der Prämien

Die Höhe der Wohngebäudeversicherungs-Prämien kann stark variieren – z.B. bedingt durch die Wasserbeschaffenheit eines Wohngebietes. Denn hartes Wasser greift die Wasserleitungen an und es kommt dadurch häufiger zu Rohrbrüchen. Falls Sie’s noch nicht wussten: Es gibt vier unterschiedliche Wasserhärte-Zonen in Deutschland. Viele Versicherer teilen Deutschland außerdem in zwei Sturmzonen ein und auch das Alter des Hauses wird mit einem sogenannten Anpassungsfaktor berücksichtigt. All diese Faktoren werden bei der Berechnung der Prämie berücksichtigt.

Beitragshöhe und Leistungen

Wenn Sie eine Wohngebäudeversicherung abschließen wollen, sollte die Höhe der Prämie aber nicht das einzige Entscheidungskriterium sein. Auch die gebotenen Leistungen spielen eine wichtige Rolle bei der Auswahl eines passenden Versicherers. Der Vertrag sollte beispielsweise die sogenannte Erweiterung des Verzichts auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit enthalten. Das bedeutet, dass die Versicherung auch greift, wenn einer der Hausbewohner fahrlässig handelt, indem er zum Beispiel bei brennender Kerze einschläft und dadurch einen Brand hervorruft. Außerdem sollten auch eventuelle Schäden an Leitungsrohren in der Wohngebäudeversicherung mitversichert sein, auch wenn diese außerhalb des Grundstücks liegen.

Für Bauherren ist es zusätzlich wichtig, dass beim Neubau eines Hauses sogenannte Mehrkosten durch behördliche Auflagen – wenn zum Beispiel Bauschutt als Sondermüll entsorgt werden muss – von der Wohngebäudeversicherung übernommen werden.

Weiterlesen:

Informieren Sie sich hier über Brandschutz