Winterquartier für Igel

Winterquartier für Igel

© Photo by Piotr Laskawski on Unsplash

Der Igel sieht nicht nur niedlich aus, sondern ist auch der beste Schneckenvertilger und daher bei Gärtnern sehr beliebt. Wenn die Tage kürzer werden, zieht er sich zum Winterschlaf zurück. Damit der Igel die kalte Jahreszeit gut übersteht, kann man dem stacheligen Wildtier einen gemütlichen Rückzugsort bauen. Immonet gibt Tipps für die ideale Unterkunft.

Nahrungsangebot ab Mitte Oktober knapp

Bereits ab Mitte Oktober wird für Igel das Nahrungsangebot knapp. Während sich die älteren Tiere jetzt nach einem geeigneten Winterquartier umsehen, streichen die Jungtiere noch unternehmungslustig durch die Gärten, um sich so viele Fettreserven wie möglich anzufressen.

Das Igelhaus

Der ideale Platz zur Überwinterung ist ein Haufen aus Holz, Reisig und Laub. Wer es dem Igel etwas komfortabler machen will, kann ihm ein Igelhaus bauen. Dafür benötigt man 30 mal 30 Zentimeter große Bretter beispielsweise aus Sperrholz. Für die Öffnung sägt man ein 10 mal 10 Zentimeter großes Loch in eines der Bretter –  der Eingang zum Igelhaus. Der muss besonders eng sein, damit Katzen und Hunde nicht hineingelangen können. Als Dach dient eine alte Gehweg- oder Holzplatte, die mit Folie oder Dachpappe abgedichtet werden sollte, damit es nicht hineinregnet. Das Haus wird mit Stroh und trockenem Laub ausgelegt.

Igelhäuser bekommt man auch in Baumärkten oder im Internet. Wer dem stacheligen Säugetier eine Unterkunft bietet, hat gute Chancen, dass das Tier sich das ganze Jahr im Garten aufhält. Der Salaternte im nächsten Jahr steht dank des schneckenfressenden Igels also nichts mehr im Wege.

Die günstige Variante

Wer nicht so viel investieren möchte, kann ein paar Ziegelsteine versetzt übereinander zu einem Häuschen schichten. Die Fläche sollte etwa 30 Mal 30 Zentimeter betragen. Auch hier muss der Durchlass etwa 10 mal 10 Zentimeter groß sein. Abgedeckt werden kann das Haus entweder durch eine mit einer Folie versehenem Holz- oder einer Gehwegplatte. Anschließend wird der Unterschlupf mit Laub und Stroh ausgepolstert.

Ein ganz natürliches Zuhause baut man dem Igel, indem man Laub zwischen Sträuchern aufschichtet und sie mit Reisigzweigen vermengt. Dann sollte der Haufen allerdings bis Mitte März nicht mehr umgeschichtet oder entfernt werden.

Igel nicht mit ins Haus nehmen

Aus falsch verstandener Tierliebe verenden jährlich viele junge Igel in Kellern oder Käfigen. Nur wenn der Igel sehr unterernährt oder deutlich krank ist, darf man das Tier aus seiner natürlichen Umgebung reißen. In vielen deutschen Städten gibt es mittlerweile Igelauffangstationen. Dort ist er am besten aufgehoben, da die Betreiber über Erfahrung und die richtige Ausstattung verfügen, um den Igel wieder aufzupäppeln. Im Notfall hilft auch das Tierheim weiter.

Um Unfälle oder Verletzungen des Igels zu vermeiden, sollten Gartenbesitzer einige Dinge beachten. Kellertreppen, Lichtschächte und Regensammelgefäße können für Igel zur tödlichen Falle werden. Diese Gefahrstellen sollten entsprechend gesichert werden. Zudem wollen sich Igel frei bewegen, Zäune und Mauern müssen auf ihren nächtlichen Streifzügen passierbar sein.