So können Vermieter den Winterdienst von der Steuer absetzen

So setzen Sie den Winterdienst von der Steuer ab
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Immobilienbesitzer sind dazu verpflichtet, den Gehweg vor ihrem Haus und auf dem Grundstück regelmäßig zu räumen beziehungsweise räumen zu lassen. Das verursacht Kosten. In der Regel legen Vermieter diese Kosten auf ihre Mieter um. Rechtlich ist das erlaubt. Aber wie gehen Vermieter mit diesem Punkt in der Steuererklärung um? Immonet hat die Antworten.

Kosten zu großen Teilen auf Mieter umlegen

„Kosten für den Winterdienst kann ein Vermieter grundsätzlich auf seine Mieter umlegen. Im Idealfall ist er dann durch die Aufwendungen nicht belastet und kann insofern auch keine Kosten von der Steuer absetzen“, erklärt Christina Georgiadis vom Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe.

Diese Aussage trifft allerdings nur auf einen Teil der Kosten zu, denn: „Der Vermieter darf lediglich die Lohnkosten auf den Mieter umlegen“, erklärt Alexander Wiech von Haus und Grund Deutschland. Die Ausgaben für Streugut und Gerätschaften hingegen können durchaus in der Steuererklärung angegeben werden.

Ergo kann ein Vermieter die Kosten für den Winterdienst nicht zu 100 Prozent an seine Mieter weitergeben, die eigenen Ausgaben jedoch steuerlich geltend machen.

Die richtigen Angaben in der Steuererklärung

Konkret werden sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben, die sich aus der Vermietung ergeben, in der Steuererklärung angegeben und miteinander verrechnet. Georgiadis beschreibt das so: „Da der Vermieter die Nebenkosten zur Miete als Einnahme erklären muss und gleichzeitig seine Ausgaben angibt, heben sich bestimmte Nebenkosten und bestimmte Aufwendungen rechnerisch auf.“

Der Vermieter steht also in der Verantwortung, alle Ausgaben in der Erklärung an das Finanzamt anzugeben. Nur so können sie berücksichtigt werden und die Steuerlast verringern. Ausgaben im Zusammenhang mit Vermietungseinnahmen sind immer Werbungskosten. Sie werden in der Anlage V (Vermietung und Verpachtung) auf Seite 2, Zeile 49 eingetragen.

Sonderfall Leerstand

Doch was ist, wenn die Einnahmen fehlen? In manchen Regionen Deutschlands ist das ein wiederkehrendes Problem: Die Wohnungen bleiben leer, doch die Kosten laufen weiter. Steuerrechtlich macht dies keinen Unterschied. Auch in diesem Fall trägt der Vermieter die Aufwendungen für den Winterdienst als Werbungskosten ein.

„Ist durch einen Mietausfall eine Umlage auf die Mieter nicht möglich, kann der Vermieter die Kosten für den Winterdienst in seiner Steuererklärung steuermindernd ansetzen. Eine betragsmäßige Beschränkung gibt es hierbei nicht“, so Georgiadis. Der Vermieter muss im Zweifelsfall lediglich nachweisen, dass er sich tatsächlich um einen Mieter bemüht, zum Beispiel durch Internet-Inserate.

Wenn der Vermieter selbst im Haus wohnt

Wichtig zu wissen: Wohnt der Vermieter selbst im Haus oder lässt er einen Angehörigen mietfrei dort wohnen, kann der Kostenaufwand für die vermieteten Wohnungen nur anteilig angesetzt werden. Dennoch können auch die für ihn anfallenden Beträge für den Winterdienst seine Steuerlast senken. „Der Kostenanteil für die selbstgenutzte Wohnung kann nach § 35a EStG in der Steuererklärung berücksichtigt werden“, sagt Georgiadis. Das heißt, sie werden unter dem Punkt "haushaltsnahe Dienstleistungen" eingetragen.

Für alle haushaltsnahen Dienstleistungen zusammen können im Jahr maximal 20.000 Euro angesetzt werden. Von diesen werden 20 Prozent, also höchsten 4.000 Euro, direkt von der Steuerschuld abgezogen. Vorrausetzung dafür sind – wie für alle anderen Angaben beim Finanzamt auch – ordnungsgemäße Rechnungen und Überweisungen.

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