So bauen Sie einen Balkon an Ihre Wohnung

Wärmedämmung:
Energiesparen im Haus

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Im Vergleich zum Vorjahr zahlten Verbraucher dem europäischen Statistikbüro Eurostat zufolge Ende 2018 rund 3,5 Prozent mehr für Strom und 5,7 Prozent mehr für Gas. Und auch dieses Jahr wird mit einem deutlichen Anstieg der Preise gerechnet. Angesichts dieser Entwicklung sind diejenigen im Vorteil, die auf eine gute Wärmedämmung zurückgreifen können und dadurch einen erheblichen Anteil an Energie und Kosten sparen. Denn Energieeffizienz rentiert sich – besonders auf lange Sicht. Wir geben einen Überblick, wo sich im Haus oder in der Wohnung eine gute Dämmung lohnt.

Art der Wärmedämmung: Budget und Nutzwert entscheidend

Bevor Sie sich für eine bestimmte Baumaßnahme oder ein Bündel an Eingriffen zur Wärmedämmung entscheiden, sollten Sie prüfen, welche Art der Wärmedämmung Ihren Zielen am ehesten entspricht. Wer in einer Mietwohnung unnötige Heizkosten sparen möchte, ist wahrscheinlich mit kleineren Maßnahmen wie dem Erneuern von Fensterdichtungen und dem Einsatz von Zugluftbürsten gut bedient.

Handelt es sich um Wohneigentum, können sich auch größere Baumaßnahmen lohnen, damit Sie Ihr Geld nicht verheizen. Priorität sollte die Maßnahme haben, die das beste Verhältnis zwischen Kosten und Energiesparpotenzial aufweist. In jedem Fall sollten Sie sich Tipps von einem Energieberater holen. Der Experte weiß auch, für welche Investitionen Sie möglicherweise Fördermittel bekommen.

Wie funktioniert eine Wärmedämmung?

Im Winter geht Wärme durch undichte Stellen im Mauerwerk oder am Fenster sowie an Außentüren, Dachflächen oder Kellerdecken verloren. Der größte Wärmeanteil entweicht dabei über die Außenwände, das Dach und die Fenster. Deswegen lohnt es sich meist, der Dämmung dieser Bestandteile des Hauses Priorität einzuräumen.

Welche Möglichkeiten der Wärmedämmung gibt es?

Außenwände: Zur Dämmung von Außenwänden wird häufig ein Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) verwendet, das aus mehreren Komponenten besteht, die als vorgefertigtes System auf die Fassade aufgebracht werden. Bewährte WDV-Systeme sind als DIN EN 14499 (Polystyrol-Hartschaum-System) und DIN EN 13500 (Mineralwolle-System) erhältlich. Sie werden sowohl im Neu- als auch im Altbau eingesetzt.

Dach: Zur Innendämmung von Dächern, der sogenannten Zwischensparrendämmung, eignen sich zum Beispiel Mineralwollmatten. Sie lassen sich problemlos selbst bei Altbauten nachrüsten. Bei der Außendämmung des Daches, der sogenannten Aufsparrendämmung, wird über die gesamte Dachfläche eine geschlossene Haube aus Dämmelementen verlegt. Dadurch werden Wärmebrücken zwischen Sparren und Zwischenwänden vermieden und das Volumen des Dachgeschosses wird nicht eingeschränkt.

Fenster: Gerade im Zug einer energetischen Sanierung ist ein Austausch sinnvoll. Eine Zweischeibenverglasung führt bereits zu einem etwa 50 Prozent geringeren Wärmeverlust, bei einer Dreischeibenverglasung beträgt die Ersparnis bis zu 80 Prozent.

Zu beachten ist dabei, dass in vielen Fällen auch die Fensterrahmen ausgetauscht werden müssen. Zudem ist ein Austausch der Fenster ohne eine Fassadendämmung nicht zu empfehlen. Neue Fenster schließen dicht, die feuchte Raumluft kann nicht mehr entweichen. Wenn gleichzeitig die Wände schlecht isoliert sind, schlägt sich die Feuchtigkeit nieder und das Schimmelrisiko steigt – selbst bei häufigem Lüften.

Geschossdecken: Im Haus selbst bietet sich die Möglichkeit einer Deckendämmung. Um beheizte von unbeheizten Stockwerken thermisch zu trennen, werden zum Beispiel Holzfaserplatten, Styroporplatten, Steinwollplatten oder Hartschaumplatten von unten an die Kellerdecke oder an die an den Dachboden grenzende Decke angebracht. Bei Deckenkonstruktionen aus Holzbalken lassen sich auch die Hohlräume verfüllen (Zwischendeckendämmung).

Kleine Mittel – große Wirkung

Zugluftbürste: Um zu verhindern, dass wertvolle Wärme unter den Türen entweicht, lassen sich mit ein paar Schrauben sogenannte Zugluftbürsten unter Haus- und Zimmertüren anbringen. Wie ein kleiner dichter Besen verhindern sie, dass mit der Zugluft kostbare Wärme aus dem Zimmer entweicht.

Fensterdichtung: Es muss nicht gleich ein neues Fenster sein. Manchmal reicht es aus, vorhandene Fensterdichtungen zu erneuern oder zusätzliche aufzubringen. Mit guten Systemen aus Kunststoff oder Silikon lässt sich der Wärmeverlust durch undichte Stellen um bis zu 30 Prozent verringern. Das gleiche System kann auch bei Dachbodenluken oder Kellertüren für eine Heizkostenersparnis sorgen.

Verkleidung von Heizungsrohren: Heizungsrohre ziehen sich durch das gesamte Haus. An manchen Stellen – zum Beispiel im Keller oder auf dem Dachboden – liegen die Rohre frei. Damit das warme Wasser im Inneren des Rohres auf seinem Weg zum Heizkörper keine unnötige Wärme abgibt, lohnt es sich, freiliegende Heizungsrohre fachgerecht zu verkleiden. Speziell vorgefertigte Dämmelemente gibt es in jedem Baumarkt.