Vogelhaus: Snackbar für die gefiederten Freunde

Vogelhaus: Snackbar
für die gefiederten Freunde

© Annabel James

Für Vögel muss es nicht immer das struppige 08/15-Nest sein, auch die gefiederten Freunde wissen eine gemütliche Umgebung zu schätzen – mit schützendem Dach, sicher gelegen und frischem Futter. All das bietet ihnen ein Vogelhaus. Es ist eine willkommene Futterquelle für einheimische Arten wie Spatzen, Meisen, Amseln, Rotkehlchen und Sperlinge, die sich im Winter nicht in den Süden verabschieden.

Wenn die frostige Jahreszeit die Nahrung im Boden einfriert oder unter einer Schneedecke versteckt, hilft ein solcher Unterschlupf kleinen Vogelarten bei der überlebenswichtigen Futtersuche. Artverwandt mit dem offenen Vogelhaus sind die Nistkästen. Sie dienen den Vögeln jedoch nicht für eine Snack-Pause, sondern ermöglichen eine sichere Brutzeit.

Vogelhausarten

Vogelhäuser werden aus unterschiedlichen Materialien hergestellt. Der überwiegende Teil besteht aus Holz, andere Modelle sind aus Metall oder Kunststoff gefertigt. Während die Kunststoff-Häuser wetterbeständig sind, müssen die aus Holz mit einem Imprägniermittel gegen Witterungseinflüsse behandelt werden. Dafür verwenden Sie am besten ein unbedenkliches Holzschutzmittel wie Leinöl. Aber es muss auch nicht immer das obligatorische Holzhäuschen sein – es gibt auch pfiffige Alternativen. Nistkästen im Kuckucksuhr-Look, mehrstöckige Designer-Vogelvillen oder Vogelhäuschen in Form eines überdimensionalen Eis.

Wer nur eine bestimmte Vogelart in seinen Garten einladen will, der sollte auf die Größe des Häuschens achten. Es gibt speziell auf Großvögel wie Tauben bzw. für Kleinvögel wie Spatzen zugeschnittene Futterhäuschen. Die Häuser für Kleinvögel haben einen engen Zugang, durch den Großvögel nicht hindurch passen. Durch die Trennung der Vogelarten gibt es am Mittagstisch keine Reibereien und die kleinen Vögel werden nicht von den großen verdrängt.

Wer seiner gefiederten Kundschaft kein Vogelhäuschen vom Band zumuten möchte, der kann es auch selbst basteln. Anleitungen zum Vogelhaus-Bau finden Sie beispielsweise hier.

Das sollten Sie bedenken

Neben der Qualität des Futters ist die Lage des Vogelhauses wichtig. Sie sollte so gewählt werden, dass die Vögel freien Anflug haben und das Haus schwer erreichbar für Katzen und Marder ist. Eine weitere Gefahrenquelle sind nahegelegene, große Fensterscheiben, in denen sich der Garten spiegelt. Vögel erkennen sie nicht als Barriere und fliegen dagegen.

Das Vogelhäuschen sollte täglich von Vogeldreck befreit werden, damit sich der Kot nicht mit dem Futter vermischt. So verhindern Sie, dass sich ansteckende Krankheiten ausbreiten.

Zudem sollten Sie vorher testen, ob sie unter einer Vogelallergie wie der Vogelhalterlunge leiden. Das wird häufig nicht erkannt, weil die Symptome erst Stunden oder Tage später auftreten.

Futter

Ein schickes Vogelhaus ist prima, aber richtig interessant ist für Vögel nur das ausgelegte Futter. Das sollte qualitativ einwandfrei sein und regelmäßig erneuert werden. Wird das Futter nass, verdirbt es und ist für den Vogelorganismus unverträglich. Das können Sie verhindern, indem Sie darauf achten, dass das Häuschen ein großes, weit herunterhängendes Dach hat. Das Futter ist am besten in der Mitte des Häuschens aufgehoben. Hier ist es vor Wind, Regen und Schnee geschützt.

Optimal ist, wenn Sie mehrere Futterstellen anlegen. Das sorgt bei großem Vogelandrang für weniger Stress. Die Vögel verteilen sich und konkurrieren nicht an einem Platz um das Futter. Wann der richtige Zeitpunkt ist, mit der Winterfütterung der Vögel zu beginnen, ist umstritten. Viele Experten raten dazu, erst mit der Fütterung zu beginnen, wenn die natürlichen Nahrungsquellen rarer werden und der erste Frost einsetzt. Andere halten es für sinnvoller, schon vor dem ersten Frost zu füttern, damit die Vögel die Futterquelle bereits kennen, bevor sie darauf angewiesen sind. Vögel haben die Angewohnheit, zu lieb gewonnen Futterplätzen zurück zu kehren – und sie weiterzuempfehlen.


Das können Sie füttern:

  • Sonnenblumenkerne
  • Meisenknödel
  • Rosinen
  • Nüsse
  • Haferflocken


Das sollten Sie auf keinen Fall füttern:

  • Butter oder Margarine
  • Käse
  • Fleisch in jeglicher Form
  • salzhaltiges Brot
  • Gefrorenes, wie beispielsweise Fruchtstückchen, die längere Zeit der kalten Witterung ausgesetzt sind
  • Süßigkeiten
  • Futter mit Geschmacksverstärkern
  • ungekochten Reis