Versicherungen für Mieter und Eigentümer

Versicherungen für Mieter und Eigentümer
© Fotolia / Diego Cervo

Die erste eigene Wohnung wird bezogen oder der Kauf des Eigenheims oder Baugrundstücks wurde soeben abgeschlossen: Das sind Momente, in denen man sich auch über das Thema Versicherungen Gedanken machen und einige wichtige Policen abschließen sollte. Vom kleinen Malheur bis zum richtigen Unglück – es gibt viele Situationen, in denen Betroffene froh sind, die richtige Versicherung zu haben. Einige sind sogar Pflicht, andere hingegen unnötig. Immonet gibt einen Überblick über alle sinnvollen Versicherungen rund um das Thema Wohnen, für Hausbesitzer und Mieter.

Haftpflicht

Die Privathaftpflicht ist sowohl für Eigenheimbesitzer als auch für Mieter die wichtigste Versicherung. Sie ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben aber dennoch dringend erforderlich. Schließlich haftet man für Schäden, die man anderen schuldhaft zugefügt hat, mit dem vollen Vermögen. „Dabei spielt es keine Rolle, ob der Schaden aus Versehen oder aus Fahrlässigkeit passiert ist“, sagt Otto Bretzinger, der sich in einem Ratgeber für die Verbraucherzentrale mit dem Thema Versicherungen auseinandergesetzt hat.

Die Privathaftpflicht springt ein, wenn man anderen einen Schaden zufügt und deckt auch Mietwohnungen ab. Egal ob ein schwerer Gegenstand Fliesen oder den Fußboden zerstört oder die Kerze einen Wohnungsbrand auslöst. Denn Mieter haften für alle Beschädigungen, die sie in der Wohnung verursachen und die über die normale Abnutzung hinausgehen.

Auch Eigenheimbesitzer, die in ihrem Haus leben, sollten auf die Police nicht verzichten. Schließlich können auch hier Schadensfälle eintreten, etwa wenn bei Sturm Dachziegel fremde Häuser oder Autos beschädigen oder Menschen verletzen.

Spätestens mit dem Einzug in die erste Wohnung, müssen sich auch junge Erwachsene mit dem Thema Haftpflicht auseinandersetzen. Dann sind sie nämlich nicht mehr automatisch über die elterliche Versicherung geschützt.

Privathaftpflichtversicherungen sind relativ günstig, können Betroffene im schlimmsten Fall aber vor dem Ruin bewahren. Wichtig ist es daher, bei Abschluss auch auf eine passende und nicht zu niedrige Deckungssumme zu achten. Bretzinger empfiehlt mindestens drei Millionen. Denn für Schäden, die über die Deckungssumme hinausgehen, müssen die Verursacher mit ihrem Vermögen einstehen. „Weil der Beitragsunterschied zu einer Police mit unbegrenzter Deckung nicht groß ist, sollte diese die erste Wahl sein“, rät Bretzinger.

Wichtig zu wissen: Mietsachschäden werden von den Anbietern oft begrenzt. Ersetzt wird in der Regel auch nur der Zeitwert des beschädigten Gegenstandes. Die meisten Pflichtversicherungen treten nur für einmalig entstandene Schäden ein, während allmählich eintretende Defekte ausgeschlossen werden. Schäden, die durch kleinere Haustiere verursacht wurden, sind eingeschlossen. Hunde als Verursacher jedoch nicht, hier bedarf es einer gesonderten Police. Ebenfalls nicht inkludiert sind Glasschäden in der eigenen Wohnung, da es hierfür spezielle Versicherungen gibt. Diese lohnen sich in der Regel aber nicht. Ausnahme sind Besitzer von sehr großen Wintergärten.

Hausratversicherung

Beim Nachbarn brennt es und das Löschwasser zerstört die eigene Wohnungseinrichtung. Wer diese komplett neu anschaffen muss, kann schnell an seine finanziellen Grenzen stoßen. Für solche Fälle ist eine Hausratversicherung gedacht.

Die Hausratversicherung ist eine Sachversicherung und betrifft das gesamte Inventar des Hauses, also Möbel ebenso wie Töpfe, Kleidung, Schmuck und Lebensmittel. Sie springt in Fällen von Feuer, Leitungswasserschäden, Sturm, Hagel, aber auch bei Einbruch, Raub und Vandalismus ein. Elementarschäden müssen zusätzlich in den Vertrag aufgenommen werden, will man auch gegen Überschwemmungen oder Schneelasten geschützt sein.

Ebenfalls mitversichert sind die Folgekosten. Wer also ins Hotel ziehen muss, weil die Wohnung zeitweise nicht mehr bewohnbar ist, bekommt den Aufwand ebenso ersetzt wie die Aufräumkosten. Je nach Anbieter und Tarif kann man zusätzlich auch den Diebstahl von Fahrrädern, Elementar- und Überspannungsschäden absichern.

Positiv an der Hausratversicherung: Es wird nicht der Zeitwert, sondern der Wiederbeschaffungswert der versicherten und zerstörten Gegenstände ersetzt. Das heißt, dass Betroffene ihre Wohnungseinrichtung komplett in gleicher Art und Güte erneuern können. Sind die Schäden gering, werden die Reparaturkosten bezahlt.

Stiftung Warentest empfiehlt diese Versicherung sobald der Wert des Hausrates steigt. Sprich: Lassen sich die wenigen und wenig wertvollen Möbel einer kleinen Studentenbude noch leicht ersetzen, dann macht die Versicherung kaum Sinn. Besitzen Mieter jedoch teure Möbel, wertvolle Einrichtungsgegenstände oder Antiquitäten, sollte man besser nicht auf die Hausratversicherung verzichten. Auch Bretzinger rät: „Eine Hausratversicherung ist sinnvoll, wenn Sie den Verlust großer Teile des Hausrats finanziell nicht verkraften können.“

Bei Abschluss sollte man darauf achten, dass die richtige Versicherungssumme festgesetzt wird und diese auch tatsächlich dem Wert des Inventars entspricht. In der Regel wird eine Quadratmeterpauschale vereinbart, meist 650 Euro je Einheit. Es zählt nur die reine Wohnfläche, dennoch sind auch auf Dachboden oder im Keller gelagerte Gegenstände versichert. Hausratversicherungen sind vergleichsweise günstig. Für eine 50 Quadratmeter-Wohnung ist sie ab etwa 25 Euro pro Jahr erhältlich.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht

Hauseigentümer, die ihre Immobilie ausschließlich selbst bewohnen, sind in der Regel über ihre private Haftpflichtversicherung gut geschützt. Wer seine Häuser oder Wohnungen jedoch vermietet, benötigt zusätzlich die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. Das gilt auch für die Eigentümer von unbebauten Grundstücken. Wer also eine Parzelle kauft, auf dem er künftig sein Haus bauen will, braucht in der Zwischenzeit ebenfalls diese Versicherung. Auch Eigentümergesellschaften, deren Mitglieder selbst in ihren Wohnungen wohnen, benötigen so eine Police zusätzliche zur normalen Haftpflicht.

Sie kommt zum Zug, wenn es darum geht, Schadenersatzansprüche zu erfüllen. „Der Versicherer springt ein, wenn Eigentümer fahrlässig ihre Verkehrssicherungspflichten verletzt haben und ein Passant schwer verunglückt, zum Beispiel weil der Gehweg nicht vom Schnee befreit ist“, erklärt Christoph Herrmann, Experte für Versicherungen bei Stiftung Warentest.

Zudem prüft die Versicherung, ob der Versicherte überhaupt für den Schaden verantwortlich gemacht werden kann. Ist dies nicht der Fall, wird sie unberechtigte Forderungen auch vor Gericht abwehren.
Stiftung Warentest hat große Preisunterschiede bei den Anbietern festgestellt. Zwischen 30 und 160 Euro kann die Police für ein Zweifamilienhaus mit 200 Quadratmetern bei gleichen Leistungen kosten. „Knapp die Hälfte der Versicherer bietet Wohnungseigentümer-Gemeinschaften günstigere Spezialtarife im Vergleich zum Normaltarif an“, berichtet Herrmann. Es kann sich für Wohnungseigentümer also lohnen, sich gemeinsam für eine Versicherung zu entscheiden.

Bauherrenhaftpflicht

Wer plant, sein künftiges Haus neu zu errichten, braucht eine Bauherrenhaftpflicht. Dazu rät auch Stiftung Warentest.

Die Bauherrenversicherung schützt gegen gesetzliche Haftpflichtansprüche in Folge von Verletzungen der Verkehrssicherungspflichten. Das kann schon eine unzureichende Beschilderung oder Beleuchtung sein. Es obliegt dem Bauherren, die Baustelle ordnungsgemäß abzusichern und dafür zu sorgen, dass sich dort niemand verletzen kann. Auch wenn er diese Aufgabe auf den Bauleiter überträgt, haftet der Bauherr weiterhin, schließlich ist er für die Auswahl des geeigneten Bauunternehmers verantwortlich und kann daher in Anspruch genommen werden. In solchen Fällen springt die Versicherung ein.

„Die Bauherren-Haftpflichtversicherung ist ein Muss für jeden Häuslebauer“, sagt auch Bretzinger. Sinnvoll könne diese Versicherung auch bei teuren An- und Umbauten sein. Risiken kleinerer Bauvorhaben sind häufig schon von der  privaten Haftpflichtversicherung gedeckt. Allerdings sollte die Police vor Beginn der Arbeiten geprüft werden, da die Regelungen darüber, was als kleines Bauvorhaben gilt, sehr unterschiedlich ausfallen.

Die Bauherrenhaftpflicht kann die Grundbesitzerhaftpflicht übrigens ersetzen, wenn der Hausbau innerhalb von zwei Jahren nach Kauf des Areals abgeschlossen ist und der Eigentümer selbst einziehen möchte. Zudem rät Bretzinger: „Wenn Sie am Bau selbst mit Hand anlegen, benötigen Sie unbedingt eine Erweiterung des Versicherungsschutzes um die Leistungspflicht für „Bauen in eigener Regie.“

Die Prämie der Bauherrenhaftpflichtversicherung ist abhängig von der Bausumme der Immobilie, hängt aber auch stark vom Versicherer ab. Der Bauherr gibt bei Abschluss die voraussichtliche Summe bekannt, abgerechnet wird am Ende anhand der tatsächlichen Baukosten.

Gesetzliche und private Unfallversicherung für Bauhelfer

Wer in Eigenleistung baut, dem gehen nicht selten Freunde und Bekannte zur Hand. Diese Helfer sollten abgesichert werden. Zwar übernimmt die gesetzliche Unfallversicherung automatisch die Behandlungskosten, allerdings können auf den Bauherren empfindliche Strafzahlungen zukommen, wenn er seine Helfer nicht in der Bau-Berufsgenossenschaft angemeldet hat. Daher sollte dies am Anfang von jedem Bauprojekt stehen.

Zusätzlich ist eine private Unfallversicherung, auch als Bauhelferunfallversicherung bekannt, für die Helfer sinnvoll. Denn durch die gesetzliche Unfallversicherung sind ausschließlich Personenschäden abgesichert, Sachschäden und Ansprüche auf Schmerzensgeld jedoch nicht. Bedenken sollte man, dass Unfälle sehr langfristige Folgen haben können, die mit Kosten und Verdienstausfällen einhergehen.
Dann springt die Bauhelferunfallversicherung ein. Oft lassen sich bereits für rund 300 Euro alle Bauhelfer versichern.

Der Bauherr selbst ist aber nicht automatisch in der gesetzlichen Unfallversicherung, da er als Unternehmer gilt. Er kann sich aber schützen, indem er für die Zeit des Vorhabens freiwillig Mitglied in der Bau-Berufsgenossenschaft wird. Auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann für ihn sinnvoll sein, wenn er auf dem Bau mitarbeitet.

Ausnahme: Wer privat mit öffentlichen Fördermitteln baut, ist mit Bauhelfern und Ehegatten gesetzlich versichert.

Bauleistungsversicherung

Die Bauleistungsversicherung bietet Schutz gegen Schäden auf der eigenen Baustelle. „Sie reguliert Sturmschäden sowie die Folgen von Diebstahl und mutwilliger Zerstörung oder Schäden durch ungeschickte Handwerker“, erklärt Bretzinger. Ein schwerer Sturm, der das Dach abdeckt, kann beispielsweise großen finanziellen Schaden anrichten. Haben Bauherren knapp kalkuliert, gefährdert so ein Ereignis schnell die Finanzierung.

Versichert sind unvorhersehbare und unabwendbare Schäden. Auch Vandalismus ist mit inbegriffen, der Diebstahl von auf der Baustelle rumliegenden nicht gesicherten Materialien jedoch nicht.
Die Preise für diese Versicherung unterscheiden sich je nach Anbieter stark, wie Stiftung Warentest herausgefunden hat. Vergleichen lohnt sich also. Zudem sind unterschiedliche Zusatzleistungen möglich.

Wohngebäudeversicherung:

Auch wenn das Haus fertig ist und man darin lebt, ist Versicherungsschutz notwendig. Die verbundene Wohngebäudeversicherung hilft dem Eigentümer, wenn Feuer, Sturm, Hagel oder Leitungswasser das Haus beschädigen oder zerstören. Versichert wird nur das Gebäude inklusive der festverbundenen Einrichtungen, wie Heizung, nicht aber der bewegliche Inhalt. Ausnahme kann aber zum Beispiel eine speziell angefertigte Einbauküche sein. Der Carport ist nicht mit eingeschlossen, solange dies nicht gesondert vereinbart wird.
Ziel der Versicherung ist es, einen Wiederaufbau des Gebäudes kostendeckend zu ermöglichen. „Auf den Gebäudeschutz sollte kein Immobilienbesitzer verzichten“, rät daher Tester Herrmann. „Die Versicherer haben viele Zusatzleistungen im Angebot, sogenannte Deckungserweiterungen.“ Die möglichen Zusatzleistungen umfassen ein sehr weites Feld. Besitzer von Eigenheimen sollten sie abhängig von der Ausstattung ihres Hauses wählen und sich beraten lassen. Sinnvoll ist es, Abbruch- und Aufräumkosten, zum Beispiel nach einem Brand, ebenfalls zu versichern. Nach einem Feuer kommen für diese Arbeiten sehr schnell viele Tausend Euro zusammen. Auch Überspannungsschäden sollten durchaus in die Police mit aufgenommen werden.

Eine Ergänzung zur Gebäudeversicherung ist die Elementarschadenversicherung. Sie schützt vor den finanziellen Folgen von Naturereignissen wie Überschwemmung, Erdrutsch und –beben, Lawinen und Schneedruck. Es handelt sich in der Regel um eine verbundene Versicherung. Das heißt, einzelne Gefahren lassen sich nicht allein absichern. Hausbesitzer sollten prüfen, ob so ein Zusatz für sie sinnvoll ist. In besonders gefährdeten Gebieten kann es jedoch schwierig bis unmöglich sein, überhaupt einen Versicherer zu finden.

Wie viel ein Hausbesitzer für seine Police berappen muss, hängt von Wert und Lage der Immobilie ab, sehr stark aber auch vom Anbieter. So hat Stiftung Warentest festgestellt, dass die Differenz des Jahresbeitrags gut 500 Euro ausmachen kann.

Gewässerschadenhaftpflichtversicherung

Wer in seinem Haus mit Öl oder Flüssiggas heizt, kommt um die Gewässerschadenhaftpflicht nicht rum. Denn die Folgen eines nur kleinen Lecks im Tank können gravierend sein. „Schon geringe Mengen Öl oder Flüssiggas können großen Schaden anrichten und viele Kubikmeter Erdreich und Millionen Liter Grundwasser verseuchen. Die Folge: Das verseuchte Erdreich muss großflächig abgetragen und als Sondermüll entsorgt werden und eventuell kommen  außerdem noch Regressforderungen wegen Grundwasserverschmutzung auf Sie zu“, beschreibt Bretzinger.

Die Kosten gehen dann schnell in die Millionen. Wer nicht gut versichert ist, steht dann vor dem Ruin. Denn es gilt: „Als Eigentümer einer Anlage zur Lagerung wasserschädlicher Stoffe haften Sie auch ohne eigenes Verschulden, also selbst dann, wenn Sie den Schaden weder vorsätzlich noch fahrlässig verursacht haben.“
Sinnvoll ist es, vor Abschluss zu prüfen, ob die Gefahren in der privaten Haftpflicht oder in der Hausbesitzerhaftpflicht inkludiert sind, da sehr kleine Tanks manchmal automatisch abgesichert werden.
Die Versicherung umfasst neben den Folgen von einem Austritt der gefährlichen Flüssigkeiten an Gewässern, der Gesundheit geschädigter Personen und unbeweglichen Sachen auch die Abwehr unbegründeter Schadensersatzansprüche, also einen passiven Rechtschutz. Zudem übernimmt sie die Kosten für Rettungseinsätze.

Versicherungen gibt es ab 50 Euro im Jahr. Die Beträge schwanken jedoch stark, da sie von der Größe und der Lage des Tanks – unterirdisch oder überirdisch – abhängen. 

Weiterlesen:

Lesen Sie mehr über die private Haftpflichtversicherung