Vermögenswirksame Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen
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Sie sind ein Geschenk Ihres Arbeitgebers, das Sie unbedingt annehmen sollten. Die Rede ist von vermögenswirksamen Leistungen. Was sich hinter dem Begriff verbirgt? Lesen Sie hier wie das Sparen über vermögenswirksame Leistungen funktioniert, welche Anlagemöglichkeiten es gibt und wie Sie zusätzlich staatliche Zulagen erhalten.

1. Schritt – Klären, ob Sie Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen haben

Um vermögenswirksame Leistungen (VL) zu bekommen, brauchen Sie als Arbeitnehmer nicht viel tun. In ihrem Arbeits- und Tarifvertrag steht, ob sie Anspruch auf diese freiwillige soziale Zusatzzahlung des Arbeitgebers haben. Fragen Sie bei Ihrem Arbeitgeber oder bei dem für Sie zuständigen Betriebsrat danach. Grundsätzlich gilt der Anspruch auf VL für Arbeitnehmer, Beamte, Richter, Soldaten und Auszubildende. Teilzeitbeschäftigte erhalten die Leistungen meist nur anteilig. Freie Mitarbeiter, Selbstständige und Rentner gehen leer aus. Wem kein Geld vom Chef zusteht, kann trotzdem einen VL-Vertrag abschließen. Das Gehalt wird dann entsprechend um den Betrag gekürzt, den Sie einsparen wollen. 

2. Schritt – Die passende Anlageform

Erhalten Sie grünes Licht, müssen Sie nur noch einen Sparvertrag abschließen. Hier stehen Ihnen verschiedene Anlagemöglichkeiten für vermögenswirksame Leistungen offen: Die wohl am häufigsten genutzte Anlagevariante ist der Bausparvertrag gefolgt von Bausparplänen, Kapitallebensversicherungen und Fondssparplänen. Überlegen Sie vorab genau, ob Sie eine Baufinanzierung haben und die VL zur Tilgung nutzen wollen, ob Sie einen Immobilienerwerb planen und deshalb ein Bausparvertrag sinnvoll ist, ob Sie sich mit Aktien wohl fühlen oder ob Sie Ihr Geld lieber sicher anlegen möchten. Banken bieten dazu kostenlose Beratungsgespräche an.

Wenn Sie das richtige VL-Sparprodukt für sich gefunden haben, reichen Sie eine Durchschrift des Sparplans bei Ihrem Chef ein. Er zahlt dann direkt auf das Anlagekonto. Je nachdem, wie der Sparvertrag ausgestaltet ist, können Sie als Arbeitnehmer auch selbst noch etwas hinzu zahlen.

3. Schritt – Staatliche Förderung sichern

Die Arbeitgebersparzulage
Entscheiden Sie sich für die Variante Bausparvertrag, Aktienfonds oder für die Tilgung eines Bausparkredits, profitieren Sie zusätzlich von Zuschüssen des Staats und erhalten Fördermittel in Form von einer Arbeitgebersparzulage. Die Förderung ist allerdings an Bedingungen geknüpft.

So geht’s: Die Arbeitnehmersparzulage müssen Sie jedes Jahr aufs Neue mit der Steuererklärung beantragen. Fügen Sie Ihrer Steuererklärung eine Bescheinigung des Geldinstituts bei, mit dem Sie einen VL-Anlagevertrag geschlossen haben.

Die Wohnungsbauprämie
Wer sich für einen VL-Bausparvertrag entschieden hat, kann zusätzlich noch eine Wohnungsbauprämie kassieren – der Vertrag muss allerdings zum Bau oder Kauf einer Immobilie beziehungsweise für andere wohnungswirtschaftliche Zwecke verwendet werden und darf nicht eine reine Geldanlage sein.

So geht’s: Beantragen Sie die Wohnungsbauprämie über Ihre Bausparkasse. Am Ende der Sperrfrist nach sieben Jahren zahlt das Finanzamt die Fördersumme in den Vertrag ein.  

Was Sie noch wissen sollten

  • Für einige VL-Verträge gelten Mindestanlagesummen. Anleger, die weniger Geld von ihrem Arbeitgeber erhalten, müssen den Restbetrag von ihrem Nettolohn aufstocken.   
  • Die Laufzeiten der meisten Angebote zum VL-Sparen beträgt sieben Jahre. Insgesamt sechs Jahre wird monatlich eingezahlt, nach einem Jahr der Ruhzeit können Sie dann frei über das Geld verfügen.
  • Für alle VL-Sparprodukte – mit Ausnahme der betrieblichen Altersvorsorge – müssen Arbeitnehmer Steuern und Sozialabgaben zahlen.

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