Umbau und Innenausbau

Umbauen
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Ein Umbau steht häufig dann an, wenn sich die Lebensbedingung der Hausbewohner ändern: die Familie bekommt Zuwachs oder die Kinder ziehen aus. Aber auch wer ein Haus kauft, denkt häufig an einen Umbau, denn die Wohnansprüche haben sich verändert. Zumeist steigt der Flächenbedarf, das belegt auch eine Untersuchung des Instituts für Städtebau Berlin. In den letzten 15 Jahren ist die Wohnfläche, die jedem Bundesbürger zur Verfügung steht, um fast sieben Quadratmeter angestiegen.

Kleinteilig oder großflächig

Wer ein nach dem Krieg erbautes Haus kauft, dem sind die Räume häufig zu kleinteilig. Das beste Beispiel ist das Badezimmer. Wurde das Bad früher nur für die tägliche Hygiene genutzt, soll die heutige Nasszelle möglichst ein Privat-Spa sein. Badezimmer werden größer geplant, haben möglichst viel Freifläche und nur noch selten einen rein praktischen Nutzen. Gleiches gilt für Küchen. Durch das Einreißen der Wände kann man Räume erweitern. Dabei sind auch tragende Wände kein Hindernis mehr. Um die Statik des Hauses zu wahren, werden stützende Stahlträger eingezogen.

Ist die bisherige Wohnfläche zu klein, gibt es mehrere Möglichkeiten sie zu erweitern. Am kostengünstigsten ist der Ausbau bereits vorhandener Räume wie Keller oder Dachboden. Beide eignen sich besonders gut für Schlafzimmer. Im Kellerbereich kann man sich auch einen Wellness-Bereich mit Sauna, Schwimmbecken oder Whirlpool einrichten.

Eigenen sich weder Keller noch Dachboden, kommt ein Anbau in Frage. Vorsicht: Der ist häufig teuer, aufwendiger und langwieriger als ein Ausbau vorhandener Räumlichkeiten. Manchmal reicht auch schon ein Raumtausch, die Vergrößerung oder das Zumauern eines Fensters um den Platzbedarf zu erfüllen.

Energieeffizient umbauen

Eine der anspruchsvollsten Aufgaben bei Modernisierungsvorhaben ist die Verbesserung der Energieeffizienz. Ein altes Haus kann bis zu viermal mehr Energie verbrauchen als ein Neubau, daher macht sich die Investition in neue Wärmeschutzmaßnahmen bezahlt. Bei Häusern, die um 1970 erbaut wurden, lassen sich nach den Maßnahmen nicht selten 70 Prozent oder sogar bis zu 90 Prozent des ursprünglichen Energieverbrauchs sparen.

Beim Umbau hilft ein Energieberater, der die Schwachstellen des Hauses präzise identifiziert und effiziente Umbau- und Dämmungs-Maßnahmen vorschlägt. Da Wärme nach oben steigt, entweicht sie besonders leicht über undichte Dächer. Sanierungsbedürftige Schwachstellen finden sich daneben meist an Fenstern, Fassaden, Fußböden und alten Heizungsanlagen. Blower-Door-Tests (damit wird die Luftdichtheit eines Gebäudes gemessen) offenbaren zuverlässig die undichten Stellen. Für die energetische Sanierung gibt es finanzielle Unterstützung vom Staat. Informationen zu den KfW-Förderprogrammen finden Sie unter www.kfw.de

Altersgerechter Umbau

Wenn Sie im Alter in ihren eigenen vier Wänden bleiben möchten, dann planen Sie entsprechende Maßnahmen gleich beim Umbau mit ein. Vor allem Barrierefreiheit steht hier im Vordergrund. Das Haus sollte möglichst auf einer Etage bewohnbar sein. Das kann bedeuten, dass im Erdgeschoss ein Raum angebaut oder eines der unteren Zimmer in zwei Bereiche geteilt werden muss. Ebenso muss das Badezimmer altersgerecht mit einer ebenerdigen Dusche ausgestattet werden und die Türen sollten breit genug sein, damit Rollstühle oder Gehhilfen hindurchpassen. Schiebetüren sind leichter zu öffnen und erleichtern somit das Leben im Alter. Unter dem Stichwort „Altersgerecht umbauen“ lassen sich bei der KfW-Förderbank günstige Kredite beanspruchen. Einen Modernisierungsleitfaden und weitere Informationen zu Finanzierungsmöglichkeiten finden Sie hier

Tipp: Ein Umbau kann sehr kosten- und zeitintensiv sein. Um den Überblick zu behalten und das Projekt genau noch Ihren Wünschen zu gestalten, sollten Sie sich vorher über folgende Fragen klar werden:

  • Wie viel Wohnfläche brauchen wir?
  • Was kostet der Umbau und wie finanzieren wir ihn?
  • Mit welchen Nebenkosten müssen wir rechnen?
  • Wer plant unseren Umbau?
  • Wie viel Zeit wird der Umbau in Anspruch nehmen?

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