Zehn wertvolle Tipps für die Baufinanzierung

Finanzierungstipps
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Wer ein Eigenheim baut, kommt kaum ohne fremdes Kapital aus. Weil aber geliehenes Geld in der Regel sehr teuer ist, lohnt es sich, bei der Baufinanzierung einige grundsätzliche Dinge zu beachten. 

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1. Handeln Sie mit Ihrer Bank

Iin Sachen Baufinanzierung werden Sie für einen langen Zeitraum an Ihre Bank gebunden sein. Deshalb sollten Sie genau hinschauen, mit wem Sie diese Bindung eingehen. Vergleichen Sie Finanzierungsvorschläge unterschiedlicher Kreditinstitute. Konfrontieren Sie Ihre Hausbank mit dem günstigsten Angebot und versuchen Sie, Gleiches für sich herauszuholen. Handeln lohnt sich in jedem Fall.

2. Je mehr Eigenkapital, desto weniger Zinsen

Je mehr Eigenkapital Sie einsetzen, desto weniger Zinsen müssen Sie tilgen. Das geht am einfachsten, indem Sie möglichst wenig Geld aufnehmen. Zur Berechnung der Zinsen ermittelt die Bank den sogenannten Beleihungswert der Immobilie. In der Regel finanziert sie bis zu 80 Prozent dieses Wertes, das heißt, Sie benötigen 20 Prozent Eigenkapital.

Deutlich lukrativer wird es für Sie, wenn Sie nur 60 Prozent des Beleihungswertes aufnehmen müssen. Sprich: 40 Prozent Eigenkapital sind ein grundsolides Fundament für Ihre Finanzierung.

3. Erspartes einsetzen

Die Startphase der Baufinanzierung ist kein guter Zeitpunkt, um große Mengen Erspartes anzulegen. Besser ist es, wenn sie so viel Guthaben wie möglich zur Baufinanzierung verwenden. Das spart unterm Strich erheblich mehr Geld als Sie an Sparzinsen jemals eingenommen hätten. Deshalb: Bis auf ein kleines Polster für schlechte Zeiten sollte alles Guthaben zur Hausfinanzierung eingesetzt werden.

4. Behalten Sie die Kosten im Blick

Allein mit den Hausbaukosten ist es bei der Baufinanzierung noch nicht getan. Sie müssen viele weitere Kosten im Blick behalten: zum Beispiel Gebühren für den Notar und die Beurkundung, Verwaltungskosten bei Gericht und Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt. Grunderwerbsteuer und später auch die Grundsteuer sind erhebliche finanzielle Belastungen, die auf Eigenheimbesitzer zukommen.

5. Starten Sie mit hoher Anfangstilgung

„Gleich in die Vollen“ sollte Ihr Motto bei der Tilgung Ihrer Verbindlichkeiten lauten. Vereinbaren Sie mit Ihrer Bank eine Anfangstilgung in Höhe von zwei Prozent. Üblich sind oftmals ein Prozent. Dadurch aber verlängert sich die Tilgungsdauer wesentlich. Wer ambitionierter startet, wird schneller schuldenfrei. Und Schnelligkeit bedeutet eine enorme Zinsersparnis.

6. Vereinbaren Sie eine lange Laufzeit

Seit Jahren bewegen sich die Zinsen auf sehr niedrigem Niveau. Nutzen Sie das für die Zukunft und vereinbaren Sie mit Ihrer Bank eine möglichst lange Laufzeit für Ihren Kreditvertrag. Zwar müssen Sie bei einer Laufzeit von zum Beispiel 15 Jahren mit einem Zinsaufschlag rechnen. Der aber liegt bei unter einem Prozent recht niedrig und ist unterm Strich für Sie deutlich preiswerter, als unter Umständen ein Anstieg der Kreditzinsen von einigen Prozentpunkten, wenn die Zinsbindung verstrichen ist.

7. Sondertilgungen einräumen lassen

Auch wenn Sie sich niedrige Zinsen langfristig sichern sollten – handeln Sie Schlupflöcher für sich aus. Lassen Sie sich die Möglichkeit zu Sondertilgungen einräumen, zum Beispiel alle fünf Jahre oder in kürzeren Abständen. So können Sie noch einmal ordentlich Gas geben beim Abbezahlen. Vorausgesetzt, Sie schaffen es, sich während der Zeit Freiräume zum Ansparen zu schaffen.

8. Anschlussfinanzierung beachten

Heute schon an morgen denken – das gilt vor allem bei der Baufinanzierung. Deutlich vor Ende der Sollzinsbindung sollten Sie mit Ihrer Bank über die Anschlussfinanzierung verhandeln. Sind die Zinsen besonders niedrig, lohnt es sich unter Umständen, schon Jahre vorher ein Anschlussdarlehen, ein sogenanntes Forward-Darlehen, in Anspruch zu nehmen.

9. Verhandeln Sie über einen Sonderzins

Geht es um die Anschlussfinanzierung, lohnt es sich, erneut mit der Bank zu verhandeln, um einen niedrigeren Zinssatz auszuhandeln. Ihr stärkstes Argument: Die Verlängerung eines bestehenden Vertrages ist weniger aufwändig als ein Neuabschluss.

10. "Abtretungs-Sonderklausel" gehört in den Kreditvertrag

Damit Sie nach Ablauf der Zinsbindung keine unangenehmen Überraschungen erleben, sollten Sie unbedingt auf eine Abtretungs-Sonderklausel im Kreditvertrag achten. Dann nämlich darf die Bank Ihren Darlehensanspruch nicht oder nur mit Ihrem Einverständnis verkaufen. So können Sie vermeiden, dass irgendwann nicht mehr Ihre Bank, sondern ein Hedgefond Ihr Gläubiger ist.

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