Erfahren Sie mehr über die aktuellen Tapeten-Trends

Aktuelle Trends bei Tapeten

© Deutsches Tapeten-Institut GmbH

Immer nur weiße Wände können auf Dauer ganz schön langweilig sein. Mit Tapeten bringt man Farbe und Leben auf die Wand. Die Auswahl ist riesig, sowohl hinsichtlich der Motive als auch der Farben. Und nicht zuletzt lassen sich durch Fototapeten ganz individuelle Wohnräume gestalten. Immonet fasst die wichtigsten Trends zusammen.

Tapeten: Vielseitig und effektvoll

Die Tapete blickt auf eine jahrhundertealte Tradition als Wandverkleidung zurück. War es seit den 1980er-Jahren schick, die Wände weiß zu streichen, werden mittlerweile Tapeten wieder verstärkt zur Gestaltung des eigenen Zuhauses eingesetzt. Die Vorteile von Tapeten: Sie sind vielseitig und verleihen einer Wohnung ohne großen Aufwand eine individuelle Note. „Mit einer Tapete kann man durch eine bestimmte Muster- und Farbwahl einfach und schnell ganz unterschiedliche Wohnstile und Atmosphären erzeugen, auch wenn die Möbel gleich bleiben“, fasst Trendexpertin Gabriela Kaiser zusammen.

Noch vor wenigen Jahren wurden im Zuge von Renovierungen häufig alle Wände mit weißer Raufasertapete tapeziert. Nötig ist das in vielen Fällen nicht. „Oftmals reicht es durch das Tapezieren einer oder sogar nur einem Teil der Wand einem Raum ein modisches Update zu geben“, so Kaiser. Der Effekt kann enorm sein. „Cafés, Bars und Hotels machen uns vor, was man gestalterisch mit nur einer tapezierten Wand bewirken kann“, sagt auch Ulrike Reich vom Deutschen Tapeten Institut (DTI).  Der Trend zur Individualisierung habe dazu beigetragen, dass die Tapete wieder an Akzeptanz gewonnen habe.

Die Vliestapete ist einfach zu verarbeiten

Hinsichtlich des Materials von Tapeten unterscheidet man hauptsächlich zwischen Papier und Vlies. Mittlerweile läuft die Vliestapete ihrer klassischen Schwester aus Papier den Rang ab. Der Grund: Sie lässt sich viel einfacher handhaben. „Papiertapeten müssen eine bestimmte Zeit einweichen, nachdem sie eingekleistert wurden“, erklärt Reich. Kommt eine Vliestapete zum Einsatz, kann die Wand direkt mit Kleister bestrichen und die Tapete ohne Wartezeit aufgebracht werden.

Die Bahnen lassen sich im Nachhinein noch verschieben oder ganz abnehmen, wenn man sich – etwa bei einer Fototapete – einmal vertan hat. Deshalb eignen sie sich auch für Hobby-Heimwerker, die im Tapezieren weniger erfahren sind. Kein Wunder also, dass derzeit über 70 Prozent der verkauften Tapeten Vlies als Trägermaterial haben.

Blätter, Blumen und Streifen sind in

Motivtapeten sind bereits seit einigen Jahren wieder gefragt – und bleiben es vorerst auch. Über 10.000 verschiedene Muster sind laut DTI derzeit erhältlich. Trendexpertin Kaiser hat beobachtet, dass momentan das „Dschungelfeeling“ besonders angesagt ist: „Die großen grünen Blätter, die Üppigkeit, die dort in der Natur herrscht und das exotische Flair, das diese Motive ausstrahlen, bringen ein besonders ursprüngliches Naturfeeling in unser Zuhause.“

Ebenfalls wichtig bleiben Blumenmuster, von reduziert skizziert bis üppig malerisch. Aber auch Linienmuster und Streifen bleiben. „Minimalisten lieben es eben reduzierter und klarer“, sagt Kaiser. Für einen besonderen Hingucker sorgen 3D-Tapeten. Ihre grafischen Elemente oder fotorealistischen Motive erzeugen eine ungewöhnliche Tiefenwirkung.

Die Fototapete ist zurück

Überhaupt erlebt der Fotorealismus auf der Tapete ein Comeback. Gabriela Kaiser zufolge wecken Fotos im Menschen noch stärkere Emotionen als Muster. Die kleine private Oase zu Hause könne jeder so gestalten, dass er darin das finde, was ihm in der Welt draußen fehlt. „Ich möchte so gerne öfter in den Urlaub fahren, habe aber dazu nicht die finanziellen Mittel – dann hole ich mir doch den Strand einfach per Fototapete nach Hause. Ich wohne mitten in einer großen Stadt und vermisse die Natur – dann hole ich mir mit einem Wald-Foto die Natur eben ins Wohnzimmer.“

Wer seine Wände mit einer Fototapete verschönern möchte sollte Rollenware verwenden, rät Ulrike Reich. Denn Bahnen lassen sich deutlich unkomplizierter aufbringen als etwa Wandbilder in Form einzelner Rechtecke oder Quadrate. Das Tapezieren artet hierbei oft in nervige Puzzle-Arbeit aus.  

Tapeten zum Anfassen sind beliebt

Der Mensch erlebt nicht nur mit dem Auge. Der Trend geht zu Tapeten mit Struktur, deren Beschaffenheit man sprichwörtlich ertasten kann. „Die Haptik wird immer wichtiger“, berichtet Verbandvertreterin Reich. „Die Kunden wollen etwas zum Anfassen.“ So gibt es Tapeten, die nicht nur aussehen, als seien sie aus Wolle, Bast oder Basalt – es fühlt sich auch tatsächlich so ähnlich an.

Farben: Erlaubt ist, was gefällt

Die Zeiten, in denen Farb-Liebhabern nichts anderes übrigblieb, als eine weiße Tapete zu kaufen und diese später mit der Wunschfarbe zu streichen, sind vorbei. Tapeten gibt es heute in sprichwörtlich jeglicher Couleur. „Bei den Farben gibt es recht unterschiedliche Trends, da wir in einer sehr individuellen Gesellschaft wohnen und jedem die Möglichkeit zur persönlichen Entfaltung gegeben werden soll“, sagt Gabriela Kaiser.

Bei der Farbwahl darf deshalb die ganze Farbpalette genutzt werden, etwa auch sehr dunkle Farben wie Bordeaux, Nachtblau, Petrol, Dunkelgrün oder Schwarz. Wer es klassisch mag, greift zu Creme-, Beige- oder Grautönen. Verfechter des gemütlichen Hygge-Stils werden mit Tapeten in Pastell und weichen Farben wie Apricot, Sorbet, Mint oder Vanille glücklich. Und wer Wärme bevorzugt, ist mit dunklen Gelb-, hellen Rot- oder Terrakotta-Tönen gut beraten.

Welche Tapete passt zu mir?

Angesichts der Vielzahl von Farben, Mustern und Oberflächen kann man schnell den Überblick verlieren. Es fällt schwer, die richtige Tapete zu finden, denn die Auswahl ist riesig. Ulrike Reich rät, sich zuerst im Fachhandel umzuschauen und auch Musterbücher zurate zu ziehen. „Entscheidend ist aber, auf den eigenen Bauch zu hören.“

Trendexpertin Gabriela Kaiser empfiehlt eine strukturierte Herangehensweise: „Es ist wichtig, dass einem klar wird, was für ein Typ man ist und was einem fehlt. Da hilft es, dass man sich einfach mal ein Wochenende hinsetzt und Bilder aus Zeitschriften ausschneidet, die einem spontan gefallen.“ Im zweiten Schritt schaut man sich die Bilder an und überlegt, warum man sie gewählt hat. War es die Farbe, war es ein Muster, ein Material? Welche Stimmung wird gezeigt? Welche Motive zeigen sich häufig und stammen die Muster aus der Natur oder sind sie grafisch?

Aus diesen Eindrücken lässt sich in kurzer Zeit eine persönliche Präferenz ablesen, die man bei der Auswahl der Tapete anschließend berücksichtigen kann. Kaisers Tipp zum Schluss: „Fertigen Sie aus diesen Bildern eine Collage an und heben Sie sie auf. Denn diese Bilder können bei vielen Entscheidungen der Raumgestaltung zurate gezogen werden.“