Wie gestalte ich eine Suchanzeige?

Fragen und Antworten zu Ihrer Suchanzeige

Wohnungssuchende haben es selbst in der Hand und können die Chance erhöhen, ihre Traumwohnung schnell zu finden. Mit einer Suchanzeige sind sie nicht mehr nur auf Inserate von Maklern und Wohnungsbesitzern angewiesen, Besichtigungen mit 50 Mitbewerbern sind dann Geschichte. Mieter können per Anzeige gezielt auf sich aufmerksam machen. Welche Tipps man dabei beherzigen und welche Informationen man veröffentlichen sollte, hat Immonet zusammengefasst. 

Das Bestellerprinzip hat den Wohnungsmarkt umgekrempelt und eröffnet Mietern neue Chancen. Da Vermieter nun in den meisten Fällen selbst die Kosten für den Makler übernehmen müssten, sind viele froh, wenn sie sich diesen Posten sparen können. Wenn sie die Vermarktung ihrer Immobilie selbst übernehmen, nutzen viele die Möglichkeit, in Suchanzeigen von Wohnungssuchenden nach dem passenden Mieter zu schauen. Das ist für die Suchenden wiederum eine gute Möglichkeit auf sich aufmerksam zu machen.

Die notwendigsten Suchkriterien

Die wichtigsten Such-Informationen, die Wohnungssuchende angeben sollten, unterscheiden sich kaum von denen eines Wohnungsangebotes. Wie groß soll die Wohnung mindestens sein, wie viele Quadratmeter und wie viele Zimmer mindestens umfassen? Auf jeden Fall nennen sollte man auch den frühestmöglichen Termin für den Einzug. Anhand dieser Kriterien suchen Vermieter potenzielle Kandidaten zielgerichtet.

Auch wer in seiner Wohnung nicht auf einen Balkon verzichten möchte, kommuniziert das am besten. „Wer sich über seine Bedürfnisse im Klaren ist, sollte diese auch formulieren“, rät Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. „Schließlich möchten Suchende ja passende Wohnungen angeboten bekommen und keine Zeit mit der Sichtung ohnehin nicht geeigneter Offerten vertun.“

Genauigkeit kontra Flexibilität

Bei einigen anderen Kriterien ist die Frage, wie eng man seine Wünsche gestaltet,  schon schwieriger und hängt auch stark von der Stadt und dem regionalen Wohnungsmarkt ab. Wie wichtig ist die Lage? Wer nur einen Stadtteil angibt, bekommt vielleicht das passende Angebot, vielleicht entgeht ihm aber auch eine echte Traumwohnung nur einige Ecken weiter. Je enger der Wohnungsmarkt umso eher lohnt es sich, Flexibilität an den Tag zu legen. Eine Möglichkeit: Es werden alle in Frage kommenden Gebiete genannt.

Auch besondere Anforderungen, die eine Wohnung erfüllen sollte, kann man angeben. Eine gute Möglichkeit: Man kategorisiert seine Wünsche nach Prioritäten: Was muss da sein? Was wäre schön? Und auch Ausschlüsse, also was möchte man auf keinen Fall, kann man nennen. Doch auch hier gilt: Je enger und kleiner der Wohnungsmarkt, umso eher ist Flexibilität und Kompromissbereitschaft gefragt. Im Zweifel sortiert man dann lieber die Angebote aus, als gar nicht erst von einer eigentlich recht passenden Wohnung zu erfahren.

Wichtiger Faktor ist außerdem: Wie hoch dürfen die Kosten für eine Wohnung sein? „Wer in sein Gesuch schreibt: „Maximal 1000 Euro warm“, läuft Gefahr, dass ihm auch nur Wohnungen für 1000 Euro angeboten werden“, fürchtet Ropertz. Vorteile hat, wer den Wohnungsmarkt vor Ort kennt und seine Vorstellungen mit den realen Gegebenheiten abgleicht. Wer sich nur eine sehr günstige Miete leisten kann, sollte das auch kommunizieren, dann kann man sich die Sichtung von angebotenen Wohnungen im Luxussegment nämlich sparen.

Werbung in eigener Sache

Die passenden Suchkriterien zu veröffentlichen ist die eine Seite. Die andere Seite ist es, die richtigen Informationen über sich selbst preiszugeben. Denn eine Suchanzeige aufzugeben, heißt in vielen Fällen auch, Werbung in eigener Sache zu machen. Schließlich will man sich als Suchender als guter potenzieller Mieter präsentieren und auf sich aufmerksam machen.

Auffallen um jeden Preis, kann jedoch schnell nach hinten losgehen. Anzeigen, die an Partnersuchannoncen erinnern, stechen wohl eher negativ hervor. Und auch vor allzu offensiven Formulierungen warnt Ropertz. „Von Sätzen wie, „Hilfe, ich brauche eine Wohnung“ werden sich wohl die wenigsten Vermieter angesprochen fühlen“, vermutet er. „Wohnungsbesitzer sehen sich ja nicht als Sozialarbeiter, sondern die Vermietung als seriöses Geschäft.“

Positives herausstellen

Wer eine Suchanzeige aufgibt, dem hilft es, sich in die Situation des Vermieters hineinzudenken. Für diese sind in der Regel Zuverlässigkeit und die Aussicht auf langjährige Mieter der wichtigste Faktor. Für die meisten Vermieter bedeutet ein Mieterwechsel nämlich viel Aufwand und eventuell auch den Verzicht auf Einnahmen. 

Daher ist es von Vorteil, sich als seriös und zuverlässig zu präsentieren. Wer zum Beispiel weiß, dass er in den nächsten drei Jahren auf keinen Fall umziehen möchte, kann das auch herausstellen. Und ein Paar das lange verheiratet ist, kann vielleicht damit punkten, wenn es diese Tatsache hervorhebt. Schließlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie lange gemeinsam in der Wohnung bleiben, dann größer als bei jungen Menschen, die erst zusammenziehen wollen.

Persönliche Note

Private Informationen können hilfreich sein, beim Vermieter Sympathien zu wecken, aufzufallen oder einen besonders positiven Eindruck zu hinterlassen. Der renommierte oder gut bezahlte Beruf oder eine Festanstellung sind Kriterien, mit denen man für sich punktet. Einen Zwang dies auch offenzulegen besteht indes nicht. Auch mit einem Hobby kann man eventuell Sympathie erzeugen, wenn dieses auf Gegenliebe stößt. Andererseits liegt darin immer auch das Risiko, dass ein potenzieller Vermieter genau dieses Hobby eher negativ sieht und entsprechende Rückschlüsse zieht.

Die Frage, ob man auf seine Haustieren und, oder Kinder verweisen sollte, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Auf besonders engen Wohnungsmärkten kann es sinnvoll sein, erst beim persönlichen Kontakt mit dem Vermieter preiszugeben, dass man mit zwei Katzen einziehen möchte. Wenn die Sympathie dann stimmt, drückt er vielleicht ein Auge zu. Die Nennung der Personenzahl im Haushalt ist hingegen durchaus üblich. So kann es Suchenden auch Enttäuschung und Aufwand ersparen, wenn sie von vornherein kommunizieren, dass Kinder mit zur Familie gehören.

Nachteil: Vermieter, die keine Kinder im Haus mögen, werden sich dann vielleicht gar nicht erst melden.

Vorteil: Immerhin muss man dann keine Zeit in unnötige Besichtigungen investieren. Und der nächste Vermieter freut sich vielleicht über jungen Zuwachs im Haus.

Der Familienstand, Beruf, die Höhe des Einkommens, all das sind sehr persönliche Informationen. Was und wie viel man preisgeben möchte, sollte man sich vorher genau überlegen. Vorsicht gehört bei Anzeigen im Internet immer dazu. „Man sollte bedenken, wie viele unbekannte Menschen die persönlichen Informationen dort lesen können“, gibt Ropertz zu bedenken. Zwar gebe man auch bei jeder Wohnungsbesichtigung private Daten aus der Hand, aber da weiß man in der Regel, wer vor einem steht und kann sich einigermaßen sicher sein, dass die Daten Unberechtigten nicht in die Hände fallen.

Das gehört nicht in die Suchanzeige

Definitiv nicht in die Suchanzeige und ins Netz gehören Familien- und Kinderfotos. Hier geht der Persönlichkeitsschutz vor. Im Zweifel ist der Werbeeffekt ohnehin größer, wenn man ein offizielles Bewerbungsbild nutzt. Selfies oder Urlaubsbilder eignen sich weniger für Suchanzeigen.

Das Thema Foto einstellen oder nicht, ist immer auch eine persönliche Frage. „In Portalen, in denen alle Inserenten Bilder einstellen, gerät man schnell unter Druck, selbst nachzuziehen, da man sonst nicht auffällt“, so Ropertz. „Es gibt keine goldene Regel, wie viel man von sich preisgeben sollte“, sagt er. „Aber man sollte zumindest nicht sofort seine Schwächen in den Mittelpunkt stellen!“

Letztlich ist es immer auch eine Frage der persönlichen Einstellung, wie viel man von sich verrät. Nicht jeder fühlt sich wohl damit, allzu viele private Dinge öffentlich zu machen. Und das ist auch gut so. Die Wohnungssuchenden entscheiden, wie viel und was sie von sich bereits in der Anzeige verraten möchten. Wer kein Foto einstellen möchte, tut sich anonym vielleicht leichter, etwas über Anstellung und Gehalt zu verraten. Am sinnvollsten ist es ohnehin, wenige überzeugende oder auch persönlich sehr wichtige Punkte zu nennen. Dabei gilt aber: Man sollte immer bei der Wahrheit bleiben.

Nach dem ersten Kontakt kann man ja auch immer noch alle weiteren notwendigen Daten austauschen. Spätestens zum Besichtigungstermin macht es insbesondere auf engen Wohnungsmärkten Sinn, eine persönliche Mappe mit Anschreiben, Foto und den wichtigsten Informationen mitzubringen. Die kann man dann übergeben, wenn einem die Wohnung tatsächlich gefällt.

Eine Produktion von Immonet