Stromsparen: Wer sich richtig verhält, spart Geld

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© istock/ Maica

Wer in einer Wohnung lebt, hat nur eingeschränkte Möglichkeiten über bauliche Mittel den Verbrauch von Energie zu beeinflussen. Und auch größere Maßnahmen, wie die Anschaffung energieeffizienter Geräte erfordern zuerst Investitionen. Doch was ist mit dem eigenen Verhalten? Tatsächlich lassen sich schon mit kleinen Änderungen der Gewohnheiten einige Einsparungen erzielen. Immonet hat Tipps zusammengestellt, wie man mit kleinen Veränderungen Energie und Geld sparen kann, ohne dafür einen Cent auszugeben. 

1. Stecker ziehen und Verbrauch senken

Wenn ein Haushaltsgerät nicht gebraucht wird, sollte es ausgeschaltet werden. Klingt selbstverständlich. Doch wie oft befindet sich der Fernseher oder die Musikanlage im Stand-by-Modus? In diesem Zustand verbrauchen die meisten Geräte weiterhin viel Strom. Selbst wenn ein Haushaltsgerät ausgeschaltet ist, aber noch am Netz hängt, kann es einige Kilowattstunden Strom unbemerkt und ungenutzt ziehen und die fallen dann auch auf dem Stromzähler an. Das summiert sich im Lauf der Zeit. Ein sogenanntes Schein-Aus erkennt man oft am leisen Brummen oder an einem warmen Netzteil.

Zu solchen versteckten Stromdieben gehören viele Küchengeräte, wie Kaffeemaschine, Toaster, aber auch Handy- und Kamera-Ladegeräte oder Drucker. Deshalb: Nach der Benutzung immer den Stecker ziehen.

2. Effektiv waschen und trocknen

Jeder Wasch- oder Spülvorgang kostet Strom und Wasser: Daher sollte eine Waschmaschine immer möglichst gut gefüllt sein, optimaler Weise kann sich die Wäsche aber auch noch ein bisschen bewegen. Auch wenn das Gerät eine Mengenautomatik besitzt, wird bei geringerer Ladung pro Kilogramm Wäsche mehr Wasser und Strom gebraucht als bei vollen Maschinen. Schonwaschgänge verbrauchen deutlich mehr Energie und Wasser als normale Waschgänge, daher sollten sie nur dann gewählt werden, wenn sie unbedingt notwendig sind.

Moderne Waschmittel machen es möglich: Bei normal verschmutzter Wäsche reichen meistens 30 Grad Celsius als Temperatur für ein sauberes und hygienisches Ergebnis aus. Auf Kochwäsche kann man im Alltag also verzichten. Bei 30 Grad Celsius spart man im Vergleich zu einer 60 Grad-Wäsche rund 30 Prozent Energie ein.

Trockner sind im Verbrauch die teuersten Haushaltsgeräte. Deshalb sollte man auf sie, wann immer möglich, verzichten. Wer einen Balkon, Garten oder Gemeinschafts-Dachboden hat, dem steht eine günstige Alternative zur Verfügung. Werden Wäschestücke gut ausgeschüttelt und ordentlich aufgehängt, zum Beispiel auf einem Kleiderbügel, macht es oft sogar das bügeln überflüssig. Das spart nicht nur Strom, sondern auch Arbeit.

Wer auf den Trockner nicht verzichten kann, ist gut beraten, die kürzeste Zeit zu wählen, um übertrocknen zu vermeiden. Verunreinigte Flusensiebe verlängern übrigens die Trockenzeit, hier ist eine regelmäßige Reinigung angesagt. Generell gilt: gut geschleudert ist halb getrocknet. Eine hohe Schleuderdrehzahl vermindert den Energieeinsatz beim Trocknen deutlich.

3. Energieeffizient Kochen

Beim Kochen wird viel Strom verbraucht, hier kann man mit ein wenig Achtsamkeit viel einsparen: zum Beispiel mit dem richtigen Kochgeschirr. So sollte man immer den kleinstmöglichen Topf zum Kochen nutzen. Außerdem sind verbeulte Pfannen energetisch ungünstig. Dellen oder Unebenheiten im Topfboden bedeuten einen Energieverlust. Kochen mit Deckel kostet zudem ein Drittel weniger Energie als ohne. Deckel aus Glas ermöglichen den Blick in den Topf und ersparen das regelmäßige Anheben und damit Energieverluste. Außerdem sollte für eine optimale Energieausnutzung der Topf immer passend zur Größe der Herdplatte gewählt werden.

Wasser lässt sich in einem Wasserkocher viel schneller und vor allem effizienter erwärmen als im Topf. Es lohnt sich, nicht nur das Teewasser im Kocher zu erwärmen, sondern auch die für Pasta oder Kartoffeln benötigte Flüssigkeit. Auf dem Herd kann man es dann bei mittlerer Stufe am Köcheln halten.

Für kleinere Portionen braucht man nicht immer Herd oder Backofen: Brötchen lassen sich auch auf dem Toaster aufbacken, Minibacköfen verbrauchen ebenfalls weniger Energie und einzelne Portionen kann man auch gut in der Mikrowelle erwärmen. Wer die Wahl hat: Eine Herdplatte verbraucht nur etwa ein Fünftel der Energie des Backofens.

Das Vorheizen des Backofens ist in den meisten Fällen übrigens nicht nötig. Nur wer Biskuitteig zubereitet, muss für das Gelingen des Kuchens den Ofen vorheizen.

4. Richtig spülen

Auch mit der Spülmaschine lässt sich Geld sparen. Geschirrspülen mit der Maschine ist in der Regel nämlich wesentlich günstiger als per Hand.

Hier gilt: Wer seine Spülmaschine ordentlich einräumt, spart Platz und Energie. Essenreste mit dem Besteck oder einem Tuch gut entfernen, vorspülen unter fließendem Wasser ist bei einer funktionsfähigen Spülmaschine in der Regel nicht nötig. Angebrannte Töpfe einweichen, dann lassen sich die Essensreste leichter abkratzen.

Wer per Hand spülen muss, sollte sich an die bekannte Reihenfolge von leicht bis stark verschmutzt halten: Erst Gläser, dann Teller, dann Töpfe.

5. Verlustarm Kühlen

Der Standort des Kühlschranks ist ein entscheidender Faktor. Er sollte nicht neben Wärmequellen wie Heizung, Herd, Trockner oder Spülmaschine stehen und auch nicht direkt von der Sonne angestrahlt werden.

Doch auch wer den Standort seines Kühlschranks nicht verändern kann, hat noch einiges in der Hand: Die Lüftungsschlitze des Kühlschranks sollten immer frei sein, sonst wird die Abwärme nicht oder schlecht abgeführt, wodurch das Kühlgerät unnötig erwärmt wird. Deswegen ist auch der Einbau in einen Küchenschrank nicht zu empfehlen.

Wichtiger Faktor ist die Temperatur im Kühlschrank: Als optimal gelten sieben Grad. Im Gefrierfach oder -schrank 18 Grad Celsius. Die Temperatur sollte nicht wesentlich darunter liegen. Rund zehn Euro jährlich lassen sich bereits sparen, wenn die Temperatur bei 7 statt fünf Grad liegt. Also immer mal mit einem Thermometer überprüfen.

Wer das Gefrierfach regelmäßig abtaut, steigert die Effizienz des Geräts deutlich und senkt die Stromkosten. Denn wenn das Gefrierfach vereist ist, muss der Kühlschrank mehr Energie aufwenden, damit nicht nur die Eisschicht sondern auch die Lebensmittel gekühlt werden.

Die Kühlschranktür und die Gefrierfachklappe sollten nie unnötig lange offen gelassen werden, da so Wärme und Feuchtigkeit ins Geräteinnere gelangen. Allerdings ist es beim Füllen des Kühlschranks nach dem Einkauf günstiger, die Tür länger offen zu halten, statt sie immer wieder zu öffnen und zu schließen. Übrigens braucht ein voller Kühlschrank weniger Energie als ein leerer. Wer also noch viel Platz hat, kann ruhig auch die haltbare Sahne oder eine noch ungeöffnete Marmelade mit in den Kühlschrank stellen.

Bei der alltäglichen Nutzung des Kühlschranks kann man den Stromverbrauch ebenfalls beeinflussen. Gekochte Speisen sollten immer zuerst an der Luft abkühlen und dann erst in den Kühlschrank kommen. Umgekehrt gilt: Wer weiß, dass er abends ein Steak oder Pizza aus dem Gefrierfach zubereiten möchte, kann diese schon morgens in den Kühlschrank legen. Das spart Kühlstrom und später beim Kochen oder Backen auch noch Energie zum Aufheizen. Bei den meisten Speisen ist das kein Problem.  

6. Richtig Heizen

Die Heizenergie und damit die Kosten lassen sich ebenfalls deutlich senken. Wer nur so viel heizt, wie tatsächlich benötigt wird, spart. Und zwar senkt jedes Grad Celsius weniger den Energieverbrauch um rund fünf bis zehn Prozent. So reicht es bereits, das Thermostat um 1 bis 1,5 Striche herunter zu drehen, um Energiekosten zu sparen.

Nachts und bei Abwesenheit kann man die Heizung deutlich runterfahren, am besten man stellt die Thermostate auf null. Die Türen zu kühleren Räumen sollte man immer schließen. Auch deshalb, weil kalte Luft weniger Feuchtigkeit binden kann als warme. Daher sollten kühle Räume nie mit der Luft aus wärmeren Räumen geheizt werden. Denn so gelangt nicht nur Wärme, sondern auch Feuchtigkeit in den Raum, das Schimmelpilzrisiko steigt.

Wer die Rollläden in der Heizperiode bei Einbruch der Dämmerung frühzeitig runterzieht, kann bereits viel Energie sparen. Nicht ganz so effektiv sind zwar Vorhänge und Rollos, aber auch mit ihnen kann man einige Wärmeenergie sparen, wenn sie frühzeitig heruntergezogen werden – natürlich nur wenn sie nicht die Heizkörper verdecken!

Die Luft muss zirkulieren können, sonst arbeiten Heizkörper ineffektiv und brauchen mehr Energie. Deshalb sollten auch keine Möbel unmittelbar vor der Heizung stehen, diese sollte man ein ganzes Stück davon abrücken.

Der Effekt der Rollos und Jalousien gilt übrigens auch umgekehrt. Scheint die Sonne direkt in eine Wohnung, kann sie auch im Winter für höhere Temperaturen sorgen. Früh aufstehen, Rollos hochziehen und Licht hineinlassen kann sich also lohnen.

Das Fenster dauerhaft auf Kipp? Das macht nur in den warmen Monaten Sinn. Ansonsten geht viel zu viel Heizungswärme verloren. Besser ist Stoßlüften: Mehrmals am Tag für mehrere Minuten.

7. Warmwasser sparen

Nach dem Heizen ist die Warmwassererwärmung der zweitgrößte Energieverbraucher im Haushalt. Bei der Warmwasserbereitung spart man Energie, wenn das Wasser nur auf die Temperatur erwärmt wird, die tatsächlich benötigt wird. Bei elektronisch gesteuerten Durchlauferhitzern kann die passende Temperatur eingestellt werden. Und vor einem Urlaub lohnt es sich, den Warmwasserbereiter ganz abzustellen.

Baden ist ein teurer Spaß: Ein Vollbad benötigt meistens drei bis vier Mal mehr Wasser und Energie als eine Dusche. Wer öfters duscht statt zu baden tut also etwas für seinen Kontostand. Auch tropfende Warmwasserhähne kosten Geld. Nach dem Händewaschen sollte der Hahn generell auf kalt gestellt werden.

8. Effizienz am Arbeitsplatz und im heimischen Büro

Am Arbeitsplatz und im heimischen Büro stehen ebenfalls viele technische Geräte, die Energie verbrauchen. Mit ein paar Änderungen kann man auch hier sparen.

Bildschirmschoner etwa sind ein Relikt aus den Anfänger der Computertechnologie und heute kaum nötig. Einst sollten sie die Monitore vor dem Einbrennen von Bildern schützen, heute ziehen sie bloß Rechnerleistung und Energie ab. Besser ist es, die Einstellungen so zu verändern, dass nach einigen Minuten ohne Nutzung des Rechners, ein schwarzer Bildschirm erscheint oder dieser automatisch ausgeschaltet wird. Ebenfalls empfehlenswert ist es für kurze Unterbrechungen, den Ruhezustand selbst per Knopfdruck einzuleiten. Dies kann man zuvor unter den Optionen am PC einstellen. Ein Notebook arbeitet übrigens viel energieeffizienter als ein Computer.

Am Computer lassen sich zudem weitere Einstellungen treffen, die dafür sorgen, dass aktuell nicht gebrauchte Funktionen im Hintergrund nicht ständig mitlaufen.

Auch bei den Geräten im Büro gilt: Nach der Arbeit den Stecker ziehen. Wer wenige Euro in eine Steckerleiste investiert, kann die nicht permanent gebrauchten Geräte leicht mit einem einzigen Klick vom Stromnetz trennen, während Telefon, Anrufbeantworter oder Router weiter arbeiten.

9. Bewusste Mediennutzung

Der Flachbildfernseher läuft den ganzen Abend im Wohnzimmer, während man in der Küche kocht. Und beim Fernsehschauen wird nebenbei auf dem Laptop oder Tablet im Netz gesurft. So richtig konzentriert ist man nicht bei der Sache, aber der Strom wird gleich doppelt verbraucht. Ein bewusstes Nutzen der modernen Technik spart nicht nur Strom, sondern häufig sogar Nerven.

10. Sparen bei längerer Abwesenheit

Nicht zuhause und der Stromzähler läuft trotzdem immer weiter – das muss nicht sein. Es lohnt sich, sich vor dem Urlaub durchs Haus zu gehen und alle Geräte abzuschalten, beziehungsweise den Stecker zu ziehen: Wlan und Modem, Wasch- und Spülmaschine, Warmwasserbereiter sind die Verbraucher, die gern vergessen werden. Und wer seinen Kühlschrank ohnehin abtauen muss, kann sparen, wenn er das kurz vor einer längeren Abwesenheit tut.

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