Die größten Stromfresser in der Wohnung

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© istock / Ivan Bajic

Fernsehen, Waschmaschine, Spülmaschine, Staubsauger, Internet – unser Leben ist ohne elektrische und elektronische Geräte kaum noch denkbar. Doch dieser Komfort kann auch einiges kosten. Bei stetig steigenden Strompreisen ist es daher umso wichtiger, zu wissen, welche Geräte eigentlich am meisten Energie ziehen – und sich so auf dem Kontostand bemerkbar machen. Wo die größten Stromfresser lauern, wie man sie entdeckt und was man machen kann, hat Immonet zusammengefasst. 

Das Sparpotenzial ist beim Thema Stromverbrauch groß. „In den meisten Haushalten kann man hier mit relativ geringem Aufwand bis zu hundert Euro im Jahr einsparen“, sagt Birgit Holfert, Expertin der Verbraucherzentrale Energieberatung. Um Strom zu sparen, müsse man nicht verzichten, sondern Bescheid wissen.

Zu den größten Stromfressern im Haushalt zählen Elektrogeräte. „Vor allem Kühlschrank, Spülmaschine, Waschmaschine und Trockner verbrauchen einen Großteil des Stroms, insbesondere dann, wenn es sich um ältere Geräte handelt“, sagt Hans Georg Buttermann, Wissenschaftler beim EEFA. Das Institut hat den Stromverbrauch in deutschen Haushalten untersucht.

Die größten Energiefresser sind  Wäschetrockner. „Ihr Betrieb kostet im Jahr mindestens 200 Euro“, sagt Holfert. Deshalb sollte man, wann immer es geht, die Wäsche an der frischen Luft trocknen. Umgekehrt gilt aber: Moderne Spülmaschinen arbeiten effizienter und verbrauchen weniger als das Spülen des Geschirrs per Hand.

Stromfresser gegen neue Geräte austauschen

In vielen Fällen lohnt es sich, die alten Geräte gegen energieeffiziente moderne auszutauschen. Mit einer neuen Kühl-Gefrier-Kombination ließe sich so jedes Jahr 80 Euro einsparen, so Buttermann. Da amortisiere sich die Anschaffung bald. Holfert gibt ein weiteres Beispiel: „Neue Waschmaschinen sparen Strom – fast 200 Kilowattstunden im Jahr im Vergleich zum alten Gerät. Die Ersparnis liegt bei rund 50 Euro im Jahr.“

Die Frage, ob sich eine Neuanschaffung lohnt, hängt von vielen Faktoren ab: Alter, Effizienz und Leistung eines Gerätes. Aber auch die effektive Nutzungszeit. Wer nicht gleich alle seine Geräte austauschen will und wissen möchte, wo es sich am meisten rechnet, kann sich daher an zwei Kriterien orientieren: Welche Geräte werden am intensivsten genutzt und weisen gleichzeitig eine schlechte Energieeffizienz auf?

„Während es bei einem Kühlschrank, der ja ohnehin durchläuft, kaum Unterschiede zwischen einem Single-Haushalt und einer Großfamilie gibt, sieht das bei der Waschmaschine anders aus“, sagt Buttermann. „Wenn ein Single die Waschmaschine vielleicht einmal in der Woche anstellt, nutzt eine fünfköpfige Familie sie fast jeden Tag.“ Für sie rentiert sich die Neuanschaffung also schneller. „Ab einem Alter von zehn, zwölf Jahren lohnt sich die Anschaffung einer neuen Waschmaschine oder eines neuen Geschirrspülers aber in jedem Fall“, sagt Buttermann. Dazu trägt auch bei, dass die Kosten für diese Geräte viel günstiger geworden sind, die Strompreise aber stetig steigen. Wer als Single seinen alten, ineffizienten Staubsauger hingegen nur für einige Minuten anschmeißt, kann hier am ehesten Abstriche machen.

Augen auf beim Kauf

Wer sich ein neues Haushaltsgerät anschaffen möchte, sollte aber nicht blind loskaufen. Ein guter Wegweiser für Verbraucher sind die Energielabels. Sie geben an, wie viel Strom ein Gerät verbraucht. „Den Angaben für Elektrogeräte kann man vertrauen“, sagt Buttermann. Die Energieeffizienzklassen reichen von G (sehr alt und sehr hoher Verbrauch) bis A+++, das entspricht den besten Werten.

Buttermann warnt übrigens vor dem sogenannten Rebound-Effekt: „Wer supereffiziente Geräte hat, ist im Umgang damit oft sorgloser und schaltet sie nicht ab. Das kann sich dann wieder schnell negativ auf die Energiebilanz auswirken.“

Mediennutzung rund um die Uhr

Obwohl in vielen deutschen Haushalten mittlerweile neue Geräte stehen, steigt der Stromverbrauch insgesamt dennoch an. Das zeigt die EEFA-Studie. Grund ist vor allem die steigende Zahl elektrischer und elektronsicher Geräten insgesamt. „Vor allem die Mediennutzung spielt eine große Rolle“, sagt Buttermann. Internet steht heutzutage in fast allen Haushalten rund um die Uhr zur Verfügung. „So können für einen WLan-Router leicht 8000 Arbeitsstunden im Jahr zusammenkommen“, sagt der Wissenschaftler. Wer sich seinen individuellen Verbrauch ausrechnen möchte, muss nur die Verbrauchsangaben mit Stundenzahl und Strompreis pro Kilowattstunde multiplizieren.

„Besonders der Computer ist ein Stromfresser. Auch wenn er nicht im Arbeitsmodus ist, braucht er noch 70 Prozent der Energie“, sagt Holfert. Sie rät daher dazu, einen Laptop zu benutzen, da dieser sparsamer arbeitet. Außerdem sollten die Geräte abgeschaltet werden, wenn man sie nicht braucht. Das gilt auch für Fernseher. Wer sich eine Geräuschkulisse wünscht: Radio oder CD-Spieler verbrauchen nur ein Zehntel des Stroms gegenüber einem TV-Gerät.

„Ältere Plasma–TV sind wahre Stromfresser, vor allem bei großer Bilddiagonale. Sie können im Jahr mehr als 200 Euro an Strom verbrauchen“, sagt Holfert. Hier lohne sich die Anschaffung eines neuen, sparsamen LED–TV über die Stromkosteneinsparung oft schon nach drei Jahren. Wichtig beim Kauf: Neuanschaffungen machen dann Sinn, wenn man den Stromverbrauch der Geräte erfragt und vergleicht.

Stand-by-Betrieb

Ein großer Kostenfaktor ist der Stand-by-Betrieb von Geräten. Problematisch sind vor allem die Geräte, die keinen An-Aus-Knopf besitzen und auch dann Stromziehen, wenn sie nicht gebraucht werden: Dazu zählen Drucker, Festplattenrecorder, aber manchmal auch Küchengeräte wie Toaster oder Waschmaschine. In einem durchschnittlich ausgestatteten Haushalt addieren sich die Leerlaufverluste im Jahr schnell auf weit über 100 Euro, so das Bundesumweltamt. Wie hoch der Leerlaufverlust jeden Geräts ist, lässt sich mit Hilfe eines im Baumarkt für ein paar Euro oder bei der Verbraucherzentrale auch leihweise erhältlichen Strommessgerätes feststellen. Die einfachste Möglichkeit ist dann: Stecker ziehen oder eine abschaltbare Mehrfachsteckleiste zwischenschalten, die angeschlossene Geräte vom Netz trennt.

Wer die Geräte betriebsbereit halten möchte, ohne ständig den Stecker ziehen zu müssen, kann Powersafer oder eine Master-Slave-Steckdose benutzen. Sie misst, wie viel Strom fließt, und schaltet die Geräte automatisch dann ein, wenn sie gebraucht werden. Ihr Verbrauch liegt in der Regel deutlich unter dem Leelaufverlust.

Die Umwälzpumpe für die Heizung und Warmwasserbereitung

Eines der größten dauerhaft laufenden Geräte ist – fast unsichtbar – die Heizungs- und Warmwasserpumpe. Sie sorgt dafür, dass überall im Haus Warmwasser verfügbar ist. „Das Problem sind vor allem die alten Pumpen, die dauerhaft arbeiten“, sagt Buttermann. Er empfiehlt den Austausch gegen intelligent geregelte Pumpen. Sie springen nur dann an, wenn tatsächlich Warmwasser gebraucht wird. Neue Geräte sparen 100 bis 150 Euro Stromkosten pro Jahr. Gute Pumpen zu einem Preis von rund 220 Euro machen sich nach zwei Jahren bezahlt. Alte Heizungspumpen sollten für die warmen Monate auf jeden Fall abgestellt werden.

Nicht in jedem Haushalt ein Thema: die Warmwasserbereitung mit Strom. Sie stellt einen großen Kostenfaktor dar. Weniger Wasser verbrauchen geht in diesem Fall auch mit Energie sparen einher. Der Einbau von Wasser sparenden Duschköpfen und Einhand–Mischbatterien und die Entscheidung, öfters zu duschen statt zu baden, machen sich im Portemonnaie bemerkbar. „Wer zweimal in der Woche duscht, statt einmal zu baden, spart bis zu 100 Euro im Jahr“, erklärt die Verbraucherschützerin Holfert. Denn ein Wannenbad verbrauche etwa 100 Liter Wasser mehr als einmaliges Duschen. Das entspricht viermal mehr Energie.

Beleuchtung

Bis zu zehn Prozent des Stroms verbrauchen wir für die Beleuchtung unserer Wohnung. Hier können Mieter mit einem sehr geringen Aufwand Strom sparen. Denn während eine normale Glühbirne eine Lichtausbeute von nur fünf Prozent hat, liegt der Wirkungsgrad von Energiesparlampen und LED bei über 25 Prozent. Holfert rechnet vor: „Energiesparlampen und LED halten 15 bis 20 Mal länger als eine herkömmliche Glühlampe und sparen dabei ungefähr 80 Prozent Strom. Das kann im Jahr rund 22 Euro bedeuten. ESL und LED mit einer Farbtemperatur über von etwa 3000 K verbreiten ein genauso angenehmes Licht wie Glühlampen.

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