Stehlampen liegen wieder im Trend

Die Stehlampe: Wieder im Trend

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Stehleuchten sind die Alleskönner unter den Lampen. Sie sind flexibel einsetzbar, es gibt sie in zahlreichen Ausführungen und Preisklassen und viele Leuchten bieten zudem den neuesten technischen Standard. Doch welcher Typ Stehlampe passt zu den eigenen Bedürfnissen? Und welches Design ist im Moment angesagt? Immonet hat die Antworten.

Vor- und Nachteile von Stehleuchten

Stehlampen sind vielfältig und flexibel einsetzbar – etwa als Wohnzimmerlicht, Akzentbeleuchtung oder Schreibtischlampe. Das liegt nicht nur daran, dass es viele verschiedene Lampenvarianten gibt. Stehleuchten sind generell sehr praktische Einrichtungsstücke. Sie lassen sich meist sehr leicht aufbauen, Fachleute sind dafür nicht nötig. Außerdem reicht eine Steckdose aus, um sie anzuschließen.

Nach einem Umzug ist die Stehleuchte in der Regel die erste Lampe, die Licht spendet. Sie lässt sich leicht an einen anderen Ort stellen und ist daher auch der Liebling von spontanen Menschen, die Flexibilität brauchen und ihre Wohnung gerne mal verändern oder häufig umziehen müssen. Innerhalb von Sekunden wechselt eine Stehleuchte ihren Platz.

Für manche Räume sind Stehleuchten allerdings weniger geeignet. „Auf keinen Fall gehören Stehleuchten ins Bad. Die Gefahr, dass sie umfallen oder es im feuchten Raum zu Unfällen kommt, ist einfach zu groß“, sagt die Lichtexpertin Iris Vollmann. Auch in Kinderzimmern empfiehlt sie wegen der Unfallgefahr durch tollende Kinder auf Stehleuchten zu verzichten.

Verschiedene Modelle von Stehleuchten

Bei Stehleuchten gibt es eine Vielzahl an Ausführungen. Jeder Typ hat dabei spezielle Eigenschaften.

Die klassische Stehleuchte hat einen geraden Ständer und sehr oft einen kegelförmigen Lampenschirm. Sie gibt das Licht nach oben und nach unten ab. Neben der konischen Schirmform gibt es auch quadratische Schirme. Sie wirken weniger verspielt und passen gut zu einer reduzierten, klaren Einrichtung. „Stehleuchten, die das Licht sowohl nach unten als auch nach oben abgeben, sorgen für eine schöne Wohlfühlatmosphäre“, sagt Vollmann.

Deckenfluter, der Name verrät es, strahlen das Licht an die Decke. Von dort wird es reflektiert. Daher sind diese Lampen auch gut für Räume mit niedrigen Decken geeignet. In Altbauwohnungen mit hohen Decken verliert sich diese Lichtwirkung. Diesen Typ von Stehleuchten gibt es häufig in einem modern-kühlen Design mit geradem Ständer und Fluterschale aus Glas oder Metall.

Stehleuchten mit plastischem Leuchtkörper sind Leuchten, die statt eines einfachen Ständers einen großen Korpus haben. Dieser kann aus Reispapier, Glas, Stoff oder anderen durchscheinenden Materialien bestehen. Auf dem Markt werden unterschiedliche Formen gehandelt: Zylinder, rechteckige oder ovale Korpusse. Sie geben in der Regel ein weiches, sanftes und kontrastarmes Licht ab, das sich gut zur Akzentbeleuchtung eignet.

Bogenlampen sind ein Designklassiker. Der Ständer diese Lampe entspricht einem weit gebogenen Arm, entsprechend muss man für diese Lampe genügend Platz einplanen. Praktisch ist, dass sich der Arm oft bewegen und sich die Leuchte ähnlich einer Pendelleuchte einsetzen lässt, da das Licht nach unten fällt. Sie ist eine gute Alternative, wenn ein Deckenauslass für eine Hängelampe fehlt, ist aber nicht ganz so handlich wie andere Stehlampen. Im klassischen Design hat die Lampe eine Gold- oder Messingoptik.

Die Variante Leseleuchte gibt ihr Licht in der Regel nach unten ab. Oft haben diese Stehleuchten einen beweglichen Arm, so dass der Lichtstrahl gezielt dahin gerichtet werden kann, wo er gebraucht wird. Sinnvoll ist es, wenn die Helligkeit des Lichtes mithilfe eines Dimmers eingestellt werden kann.

Sehr funktional sind Stehleuchten für den Arbeitsplatz. „Auch als Arbeitsleuchte können sie gut eingesetzt werden, wenn die technischen Voraussetzungen stimmen“, sagt Vollmann. Dann müssten sie flexible Arme haben, die sich biegen und einstellen lassen, damit das Licht passend zur Arbeit eingerichtet werden kann. Häufig kommen Arbeitsleuchten in neutralem Design auf den Markt und haben große quadratische Lampen, die den Schreibtisch flächig ausleuchten. „Praktisch sind vor allem dezente Ausführungen mit schmalen LED-Leuchten“, so Vollmann.

Die Abgrenzungen der verschiedenen Modelle sind nicht immer trennscharf. Eine Bogenleuchte etwa lässt sich auch als Leseleuchte nutzen. Andere Leuchten bieten hinsichtlich ihrer Funktion sowohl Deckenfluter als auch Leselicht.

Diese Leuchten liegen im Trend

Die Einrichtungsdesigner greifen aktuell gerne alte Muster auf, weil die Nachfrage nach dem Retrolook seit Jahren konstant hoch ist. Das gilt auch für Stehlampen. „Beliebt sind derzeit Retromodelle, die an das Design der 70er Jahre erinnern. Auch andere Klassiker sieht man häufig“, sagt Vollmann.

Sehr beliebt sind Stehlampen, die auf drei dünnen Beinen auf Metall oder Holz stehen, die oben zusammenlaufen. In Kombination mit einem klassischen Lampenschirm wirken diese Lampen zeitlos und leicht. Eine Variante sind Modelle mit Holzbeinen, die verstellbare Gelenke haben. Gemütlichkeit und Bodenständigkeit machen diesen skandinavischen Stil aus.

Doch es muss nicht immer der klassische Stil sein. Genauso stilvoll können auch moderne Designerstücke aussehen, die auf Extravaganz setzen. Auf die drei Beine, die wie Blumenstängel oder Äste auseinanderstreben, werden mehrere Leuchten quasi wie Früchte aufgespießt. Das strahlt Natürlichkeit und Leichtigkeit aus und ist ein absoluter Hingucker.

Moderne Lampen und Funktionen

Stehleuchten stehen anderen Lampen aus technischer Sicht in nichts nach. Oft verbirgt sich hinter einem klassischen Design moderne LED-Technik. „Im Trend liegen Stehleuchten, die das Tageslicht dynamisch nachbilden“, weiß Vollmann. Morgens hat das Licht mehr Blauanteile und trägt zu einer guten Konzentration bei, im Laufe des Tages nehmen – wie beim Sonnenlicht – die Rotanteile zu und helfen beim Entspannen.

Die richtige Leuchte finden

Funktion und Standort hängen bei einer Leuchte eng zusammen. Will man die Leuchte zum Beispiel möglichst multifunktional einsetzen und schnell versetzen können, ist eine Bogenleuchte eine ungünstige Wahl, da sie die unhandlichste Variante ist. Sie würde sich aber eignen, wenn nur das Licht, nicht aber die ganze Lampe den Platz wechseln soll. Denn Bogenlampen lassen sich oft drehen und haben einen ordentlichen Radius. Praktisch sind Leuchten, die sich aus dem Sitzen heraus an- und ausschalten und dimmen lassen. Vor allem, wenn sie als Akzent- und Arbeitsbeleuchtung eingesetzt werden.

Der eigene Einrichtungsstil und der Geschmack spielen im zweiten Schritt eine Rolle. Die Auswahl an Leuchten ist groß, es sollte also gut möglich sein, etwas Passendes zu finden. Doch falls dem nicht so ist, muss das kein Problem sein. Eine Einrichtung aus einem Guss ist derzeit out, es sind eher die gezielt eingesetzten Brüche, die eine Wohnung interessant machen. Wird der dominante Stil mit einem Stück in völlig anderem Design unterbrochen, wirkt das sehr lebendig. Wieso also nicht die Leuchte als sogenanntes Statement Piece nutzen?

Die Leuchte richtig integrieren

Stehleuchten eignen sich wunderbar, um gezielt die Atmosphäre im Raum zu beeinflussen. Als Akzentbeleuchtung verwendet können Stehleuchten Lichtinseln entstehen lassen und bestimmte Möbel oder Bereiche der Wohnung stimmungsvoll betonen. Vor allem Stehleuchten, die nicht übermäßig hell sind, eignen sich gut dafür.

Wenn die ursprüngliche Idee für die Beleuchtung in der Praxis nicht aufgeht, ist das kein Drama. Mit Stehleuchten können Sie ganz leicht herumexperimentieren und verschiedene Varianten durchprobieren. „Wenn ein Zimmer größer wirken soll, lohnt es sich, mit indirektem Licht zu arbeiten. Dafür eignen sich Stehleuchten sehr gut“, sagt Vollmann. Sie lassen einen Raum größer wirken, da das Licht auf die Wand fällt und von dieser reflektiert wird.

Stehleuchten eignen sich für fast alle Räume. Sie machen sich gut neben der Couch, sind aber auch am Schreibtisch eine gute Option. Gemeinsam mit einem bequemen Sessel kann so eine gemütliche Leseecke entstehen. „Eine gute Lösung sind kombinierte Steh-Leseleuchten, zum Beispiel mit Deckenfluter und Lesearm. Das indirekte und diffuse Raumlicht wird als angenehm empfunden und schafft so zusätzlich Behaglichkeit. Bei Bedarf spendet der Schwenkarm kräftiges Leselicht“, sagt Vollmann. Beide Lichtquellen sollten unabhängig voneinander zu dimmen sein. Es ist allerdings wenig sinnvoll, das Buch hell auszuleuchten und den Hintergrund im Dunkel versinken zu lassen, da das Auge dabei immer wieder starke Unterschiede in der Helligkeit ausgleichen müsste. Dies führt zu einer schnellen Ermüdung.