Springbrunnen für den Garten – Tipps von Immonet

Springbrunnen und Wasserspiele

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Springbrunnen prägen an vielen Orten maßgeblich das Stadtbild. Ihnen wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt und aus öffentlichen Gärten sind sie kaum wegzudenken. Wasserspiele verleihen Parks, aber auch privaten Gärten einen Hauch von Exklusivität. Dabei muss ein Wasserspiel im eigenen Garten heute kein Luxusgut mehr sein – und auch kein Energiefresser, wenn es mit moderner Technik ausgestattet ist. Immonet fasst zusammen, was Sie über Springbrunnen und andere Wasserspiele wissen sollten.

Entspannung nach der Arbeit

Nach einem anstrengenden Arbeitstag im Garten sitzen, dem Plätschern des Wasserspiels lauschen, sich am Anblick erfreuen und entspannen. Springbrunnen gehören zu den ältesten Gestaltungselementen eines Gartens. Sie sind bereits seit der Antike bekannt. Da sich die Kosten für eine Installation im Laufe der Zeit deutlich verringert haben, sind Springbrunnen und andere Wasserspiele im Garten heutzutage keine Seltenheit mehr.

Vorteile von Wasserspielen im Garten

„Wasser im Garten ist immer eine Bereicherung“, sagt Christine Niedermaier, Prokuristin von Niedermaier Gärten & Freiräume GmbH. Wasserspiele werten einen Garten auf und bringen viele Vorteile. Sie sind hübsch anzusehen, erzeugen eine angenehme Atmosphäre im Garten und haben eine wunderbar entspannende Wirkung auf die meisten Menschen. „Wasser bringt Leben in den Garten. Es bewegt sich, plätschert und sorgt für angenehme Geräusche. Wasserspiele eignen sich daher sehr gut, um tot wirkende Gärten zu beleben“, sagt der Gartenplaner und Landschaftsarchitekt Torsten Schlicht aus Hannover.

„Wasser sorgt – zumindest gefühlt – immer für eine gewissen Abkühlung. Das ist vor allem in den aktuell immer heißeren Sommern ein angenehmer Effekt“, weiß Schlicht um die psychologische Wirkung von Wasserspielen. „Zum anderen bietet ein Wasserspiel einen psychologischen Lärmschutz, etwa vor Autolärm oder Geräuschen von Spielplätzen. Es überdeckt die Geräusche vielleicht nicht, lenkt aber ab und lässt sie mit einem angenehmen Geplätscher in den Wahrnehmungshintergrund rücken.“

Nicht nur der Mensch profitiert von Wasser im Garten: „Ein Teich oder ein Quellstein sind auch eine Bereicherung für Tiere und locken Vögel und seltene Insekten an. Das gilt aber natürlich nur da, wo man auf Chemie, also Wasseraufbereitung, verzichtet“, so Niedermaier. Zudem gilt: „Selbst im kleinsten Garten ist Platz für ein Wasserspiel“, so Niedermaier. „Auf einem kleinen Neubaugrundstück ist kein Platz für einen Teich, da ist ein Wasserspiel eine gute Alternative“, sagt Schlicht, der auf Privatgärten spezialisiert ist.

Typen und Materialien von Wasserspielen

Die Bandbreite an Brunnenformen und Gestaltungstilen ist sehr groß. Beliebte Materialien sind Edelmetalle und Natursteine. Die Variantenvielfalt reicht von  verspielt-romantisch über klassisch bis modern-kühl. „Sehr gefragt sind derzeit Brunnentische. Das sind kubusförmige oder rechteckige, meist flache und niedrige Gefäße mit einer Platte, über die das Wasser läuft“, erklärt Christine Niedermaier. „Diese Wasserspiele passen sehr gut in moderne, architektonische Gärten. Sie sind in der Regel als fertige Sets zu kaufen.“

Kugelbrunnen passen in jeden Garten

Kugelbrunnen aus bearbeitetem Stein oder Edelstahl sind ebenfalls eine sehr beliebte Variante. Das Wasser fließt gleichmäßig über die Kugel. Sie passen in fast alle Gärten. Eine zeitlose Variante ist die Nutzung von Findlingen, also unbehandelten Steinen aus der Natur, aus denen das Wasser heraussprudelt. „Natürliche Materialien wie Findlinge machen sich vor allem in natürlich gestalteten Gärten sehr gut. Sie können auch die Quelle eines Wasserlaufs sein und lassen sich gut zu einem Teich kombinieren“, sagt Niedermaier. „Quellsteine machen sich sehr schön zwischen Pflanzen arrangiert, passen aber genauso gut an die Terrasse.“

Wandbrunnen passen gut in mediterrane Gärten

Wandbrunnen – Wasserspiele, die an Mauern angebracht werden – gibt es in verschiedenen Ausführungen. Zumeist läuft das Wasser aus einer hohen Wand in ein Becken. „Brunnen mit vielen Verzierungen wie Löwenköpfen und runden Formen passen gut in mediterrane Gärten“, sagt Niedermaier. Sie erinnern im Stil an Brunnen der Antike oder der Renaissance. „Es gibt auch moderne Ausführungen aus Stahl oder Kortenstahl mit geraden Formen, die sich sehr gut in moderne Gärten einfügen.“ Zudem gibt es Natursteinwände, in die Wasserschütten eingelassen sind, aus denen sich das Wasser in ein Becken ergießt. „Auch aus Gabionen, also mit Steinen gefüllte Drahtkörbe, lässt sich ein Wasserspiel machen“, sagt Schlicht.

Fontänen: Eine besondere Form des Wasserspiels

Eine besondere Form des Wasserspiels sind Fontänen. „Sie sind sehr beliebt und werden in der Regel in Teichen, aber auch in Kombination mit Kiesbecken eingesetzt“, sagt Niedermaier. Wichtig zu wissen: „Sie verursachen ein erhebliches Geräusch. Gleichzeitig benötigen sie wenig Platz und haben einen sehr schönen optischen Effekt“, so Niedermeier. Sie empfiehlt, sich das Geräusch vorher bei einem Anbieter, der sie installiert hat, anzuhören. „Das Geräusch kann stören, aber auch sehr positiv sein, wenn man Lärm übertünchen möchte.“ Zudem haben Fontänen einige technische Vorteile: „Fontänen sind sehr gut in ihrer Stärke regulierbar und können dem jeweiligen Bedarf angepasst werden“, erklärt Niedermaier.

„Es gibt wirklich für jeden Gartentyp und für jeden Geschmack ein passendes Wasserspiel“, sagt Schlicht. Entscheidend sei die Einhaltung eines bestimmten Gartenstils. Wer einen japanischen Garten hat, kann auf Brunnen aus Bambusrohren setzen. „Auch aus einer alten Schwengelpumpe lässt sich ein Brunnen bauen. Dann läuft das Wasser automatisch zum Beispiel in einen alten Sandsteintrog. Das sieht sehr hübsch aus und passt gut zu einem Garten im bäuerlichen Stil“, sagt Schlicht.

Wasserspiele: Komplettpaket oder individuelle Mischung

Wasserspiele gibt es als Komplettpaket mit der ganzen Ausstattung zu kaufen. „Sie lassen sich aber auch individuell zusammenstellen“, so Niedermaier. Das ist bei Findlingsbrunnen die Regel. „Da sucht man sich den Stein aus und entscheidet, wie gebohrt wird, also wo die Wasseröffnung sein soll: mittig oder an der Seite. Brunnen sind wirklich sehr individuelle Objekte.“ Dabei ist der Grundaufbau gleich: „Es braucht eine Pumpe, ein Objekt, aus dem Wasser sprudelt, und sofern kein Teich vorhanden ist ein Wasserreservoir, das in der Regel unterirdisch angelegt ist. Als Abdeckung ein Edelstahlgitter mit einer gewissen Tragfähigkeit“, erklärt Schlicht. Die Energieversorgung erfolgt entweder über einen herkömmlichen Stromanschluss oder über ein Solarpanel. Die im Handel erhältlichen Sets sind aufeinander abgestimmt.

Wasserspiele sind in der Regel geschlossene Systeme, es braucht keinen Anschluss an die Wasserleitung des Hauses. „Das Aufbauen eines Brunnens ist nicht aufwendig und kann oft auch von Laien vorgenommen werden. Selbst der Bau eines individuellen Brunnens ist für handwerklich Begabte machbar“, sagt Schlicht. Anleitungen finden sich im Netz. Schlicht zufolge sollte man sich aber zumindest bezüglich der Elektrik Hilfe holen: „Strom im Außenbereich ist immer mit Vorsicht zu genießen, insbesondere im Kontakt mit Feuchtigkeit. Da es hier um die Sicherheit geht, sollte man aufwändigere Arbeiten, wie das Verlegen von Erdkabeln dem Fachmann überlassen.“

Pflege von Springbrunnen und Wasserspielen

Der laufende Pflegeaufwand von Springbrunnen und Co. hält sich in Grenzen. „Ein Wasserspiel macht kaum Arbeit: Ab und zu sollte man das Wasser auffüllen, um die Verdunstung auszugleichen“, sagt Schlicht. Es gibt chemische Zusätze zur Wasseraufbereitung. Wer Vögel und Insekten anlocken und nicht schädigen möchte, lässt diese aber besser weg. Dann wird ab und zu eine Grundreinigung nötig. Die Säuberung ist relativ leicht. „Das Wasserreservoir liegt ja unterirdisch, da gelangt kaum Dreck hin. Wer eine Wasserschale hat, sollte allerdings regelmäßig hineingefallene Blätter entfernen“, sagt Niedermaier. Entscheidend ist die Pumpe: Wer kein frostfestes Gerät hat, muss dieses vor dem Winter ausbauen, um ein Einfrieren zu verhindern. Wer das vermeiden möchte, entscheidet sich für eine frostsichere Pumpe.

Preis und Lebensdauer

Der größte Kostenfaktor bei Wasserspielen ist die Anschaffung. „Es gibt aber auch schon ordentliche Brunnensets für wenige Hundert Euro“, so Schlicht. Je nach Qualität, Größe und Geschmack sind nach oben kaum Grenzen gesetzt. Bei wichtigen Bestandteilen wie der Pumpe für den Brunnen sollte die Qualität vorrangig sein. Die Kosten für ein Wasserspiel sind relativ zu betrachten, schließlich handelt es sich um eine langlebige Anschaffung. „Ein wertiger Quellstein oder ein Brunnen aus Stahl gehen nicht kaputt. Und auch die Pumpe hält je nach Qualität, Belastung und Wartungshäufigkeit viele Jahre“, sagt Niedermaier. 

Die Betriebskosten sind vergleichsweise gering. Zu den laufenden Kosten zählt vor allem der Strom für den Betrieb. „In den vergangenen Jahren hat sich in diesem Bereich sehr viel getan, so dass die meisten Pumpen sehr energieeffizient sind und sich die Stromkosten absolut im Rahmen halten“, sagt Niedermaier. Zudem müsse der Brunnen ja auch nicht dauerhaft laufen. „Es macht Sinn, die Pumpe an eine Zeitschaltuhr anzuschließen und sie per Fernbedienung an- und ausschalten zu können.“

Brunnen und Gartengestaltung

Das Wasserspiel ist ein zentrales Element der Gartengestaltung. Daher sollte auch gut überlegt sein, wo es seinen Platz finden soll. Das hängt maßgeblich vom Zusammenspiel zwischen Garten, Wasserspiel und dem persönlichen Geschmack ab. „Die Sicht auf das Wasserspiel sollte von seinen Lieblingsplätzen aus am besten frei sein“, sagt Schlicht. Eine Empfehlung lautet daher, für die Planung die Sichtachsen im Garten zu erkunden. „Wirkungsvoll ist es, wenn man auf geraden Wegen auf ein großes Wasserbecken zuläuft“, sagt Niedermaier. Das ist vor allem in einem großen und modernen Garten ein Hingucker und ein strukturierendes Element.

Eine Sitzgelegenheit direkt am Becken kann dann zu einem neuen Lieblingsort werden. „In kleinen Gärten ist eine zentrale Position des Wasserspiels dagegen eher ungünstig, da es die ohnehin kleine Fläche noch zerteilt. Der Brunnen sollte Kindern beim Fußballspielen schließlich nicht im Weg stehen. Auf kleinen Grundstücken bettet man ein Wasserspiel besser in Hausnähe ein“, sagt Niedermaier. Ein kleiner Brunnen wie eine Zinkwanne könne Schlicht zufolge sogar auf der Terrasse stehen. „Einen sehr großen Brunnen würde ich aber eher nicht direkt neben der Terrasse aufstellen, da es schon mal zu Spritzwasser kommen kann“, so Niedermaier.

In verspielten Gärten kann es auch sehr eindrucksvoll sein, das Wasserspiel zunächst nur zu hören und es erst im Anschluss auf einem Erkundungsgang zu entdecken. „Es ist ein sehr interessantes Gestaltungsmittel, wenn nicht alles sofort auf den ersten Blick zu sehen ist“, sagt Schlicht. Er empfiehlt für Wasserspiele einen Platz nicht direkt in der Sonne, um eine starke Verdunstung zu vermeiden.

Wer das Wasserspiel in den Teich integriert, sollte die Bedürfnisse von Flora und Fauna bedenken. Fische und auch Pflanzen mögen herabprasselndes Wasser nicht unbedingt. Eine gute Option ist es daher, die Fontäne so einzustellen, dass sie nur einen kleinen Bereich trifft und die Fische genug Ausweichmöglichkeiten haben.  

Ein wichtiges Mittel, um dem Wasserspiel die gebührende Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen und sich in den Abendstunden daran zu erfreuen, ist Licht. Viele fertige Sets liefern die passende Beleuchtung gleich mit. Brunnenbeleuchtungssysteme sind aber auch einzeln im Handel zu haben. Wichtig sind dabei in erster Linie die entsprechenden Sicherheitsstandards.

Vor der Anschaffung: Gespräch mit den Nachbarn

Schlicht empfiehlt vor der Anschaffung eines Brunnens mit den Nachbarn zu sprechen – insbesondere bei kleinen Grundstücken oder wenn das Wasserspiel in der Nähe der Grundstücksgrenze aufgestellt werden soll. „Schließlich kann das Wassergeplätscher durchaus auch als störend empfunden werden.“

Eine wichtige Frage vor der Anschaffung ist deshalb auch, wie laut der Geräuschpegel sein darf. „Eigentlich die einzige Möglichkeit wirklich zu erfahren, wie laut ein Wasserspiel tatsächlich ist, ist es, sich beim Fachhändler vor Ort den Brunnen zeigen zu lassen“, sagt Niedermaier. Ohnehin empfiehlt sie, sich eingehend zu allen Punkten beraten zu lassen. „Der Fachmann weiß am besten um die Eigenschaften der Pumpe, Preis-Leistungs-Verhältnis und Qualität der Produkte.“

Schlicht rät, insbesondere darauf zu achten, dass die Leistung der Pumpe zu den Anforderungen passt. „Ist die Pumpe zu schwach, wird das Wasser nicht ausreichend gefördert. Ist sie zu stark, wird Energie verschwendet.“ Die Pumpe sollte zudem immer einstellbar sein. „Man sollte sich auch überlegen, ob man die Pumpe selbst warten kann oder einen Fachmann dafür engagieren möchte. Entsprechend kann man eine wartungsintensives oder einfaches System wählen“, so Niedermaier.

Bereits vor der Anschaffung sollte klar sein, wo das Wasserspiel seinen Platz finden wird, rät Schlicht. Wer seinen Brunnen plant, muss beachten, dass manche Anlagen mehr Wasser benötigen als andere, um einen schönen Wasserlauf hervorzubringen. Entsprechend groß fällt dann der Wasserspeicher aus. „Es gibt aber auch schon sehr kleine Wasserspiele. Dann ist ein Becken etwa 50 mal 50 mal 30 Zentimeter groß, benötigt also nicht sehr viel Platz“, sagt Niedermaier. „Wer sich für das Material Kortenstahl entscheidet, sollte wissen, dass das Wasser nach einer Weile rostig aussehen kann.“