Solaranlagen – Photovoltaikanlage plus Batteriespeicher

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Energiesparen ist Ihnen zu wenig? Mit einer Photovoltaikanlage plus Batteriespeicher können Sie selbst Sonnenstrom produzieren und sich ein Stück Unabhängigkeit schaffen 

Die Kalkulationsgrundlage für Haus­besitzer, die sich eine Photovoltaikanlage anschaffen möchten, hat sich in den letzten beiden Jahren radikal verändert. Die Erzeugungskosten für den Solarstrom vom eigenen Dach liegen nur noch bei etwa 15 bis 18 Cent pro Kilowattstunde.

Da man für den Strom vom Energieversorger nach den jüngsten Preiserhöhungen fast überall mindestens 26 Cent je Kilowattstunde zahlt, ist es günstiger, seinen eigenen Sonnenstrom zu produzieren – und nach Möglichkeit auch im eigenen Haushalt zu verbrauchen. Für den Solarstrom aus neu errichteten Anlagen, der ins öffentliche Netz eingespeist wird, gibt es nämlich nur noch eine Vergütung von gut 15 Cent pro Kilowattstunde (Stand: Mai 2013).

Geeignete Speicher finden

Nach der Phase, in der es sich vor allem lohnte, den Strom ins Netz einzuspeisen, beginnt daher nun die Phase des Eigenverbrauchs. Der Hausbesitzer, der Beleuchtung und Kühlschrank, Waschmaschine und Geschirrspüler mit kostenlosem Sonnenstrom aus seiner Photovoltaikanlage betreiben will, sieht sich allerdings mit dem Grundproblem erneuerbarer Ener­gien konfrontiert:

  • Wie bringt man Bedarf und Leistung zur Deckung?
  • Was passiert mit dem überschüssigen Sonnenstrom, der tagsüber produziert wird?
  • Und woher kommt der Strom für Haushaltsgeräte, Licht & Co., wenn bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter nicht genügend Solarstrom zur Verfügung steht?

Die Antwort: Geeignete Speicher müssen her. Ohne Batterien ist ein Eigenverbrauchsanteil von etwa 20 Prozent realistisch. Mit ­einem passenden Solarspeicher lässt sich dieser Anteil auf 60 bis 80 Prozent steigern.

„In der Zukunft werden Einspeisevergütung und Strompreis so weit auseinanderklaffen, dass sich der Einsatz dezentraler Speicher für Endkunden lohnen wird“, prophezeit Batterieexperte Matthias ­Vetter vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme. „Mit etwas größer ausgelegten Photovoltaik-Batteriesystemen sind auch in Deutschland solare Deckungsanteile von bis zu 80 Prozent in Ein- und Mehrfamilienhäusern möglich.“

Auch der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet daher einen verstärkten Einsatz von Batteriespeichern und modernen Energie­managementsystemen. „Solarstrom selbst zu erzeugen und selbst zu nutzen wird immer attraktiver“, erläutert Geschäftsführer Carsten Körning. „Der Trend 2013 ist der eigene Solarspeicher, mit dem sich Solarenergie zeitversetzt nutzen und die Abhängigkeit vom Stromversorger reduzieren lässt.“

Fast alle großen Photovoltaikanbieter haben auch bereits Speicherlösungen für private Eigenheime im Angebot. Bei Kosten zwischen 7.000 und 10.000 Euro für ein Einfamilienhaus rechnet sich die Investition in eine Batterie zur Speicherung des Sonnenstroms bislang allerdings ­bestenfalls auf lange Sicht.

Zinsgünstiges Darlehen mit Tilgungszuschuss von der KfW

Um der Speichertechnologie zum Durchbruch zu verhelfen, wird die Anschaffung von Solarbatterien daher seit Mai 2013 staatlich gefördert. Von der KfW gibt es zinsgünstige Darlehen mit einem Tilgungszuschuss oder einen direkten Zuschuss zu den Anschaffungskosten des Speichers. Für Solaranlagen mit Speicher ist ein intelligentes Steuerungssystem erforderlich, das für die richtige Verteilung der Stromflüsse im Haus sorgt. Vorrang hat der von der Solaranlage produzierte Strom.

Wird mehr Energie verbraucht, als die Anlage liefert, wird zusätzlich die Batterie entladen. Erst wenn deren Kapazität erschöpft ist, kommt Strom aus dem Netz zum Einsatz. Umgekehrt wird nur überschüssiger Strom ins Netz eingespeist. Das ist der Fall, wenn im Haus wenig verbraucht wird und die Batterie voll ist. Experten rechnen damit, dass die Preise für Batterien in den nächsten drei bis vier Jahren um rund 50 Prozent sinken und die Nachfrage parallel weiter steigen wird. Der BSW-Solar setzt nicht zuletzt auf die geplante Förderung. Eine Initialzündung für dezentrale Batteriespeicher sei dringend erforderlich, um rasch Fortschritte auf technischer Seite und vor allem bei den Kosten erzielen zu können.

Eigenverbrauch lohnt sich Einspeisevergütung für Solarstrom sinkt weiter Kosten

Der Durchschnittspreis für eine auf dem Dach installierte Photovoltaikanlage lag Anfang 2013 bei etwa 1.750 Euro je Kilowatt Leistung – vier Jahre zuvor waren die Module noch etwa doppelt so teuer. Ein Speicher für den Solarstrom im Einfamilienhaus kostet zwischen 8.000 und 10.000 Euro. Ertrag je nach Wirkungsgrad der Anlage wird für ein Kilowatt Leistung eine Fläche von etwa acht bis neun Quadratmetern benötigt.

In Deutschland können damit pro Jahr etwa 850 bis 900 Kilowattstunden Solarstrom erzeugt werden. Vergütung Der ins Netz eingespeiste Solarstrom wird mit einem gesetzlich festgelegten Betrag vergütet. Der bei Inbetriebnahme der Anlage gültige Satz wird 20 Jahre lang gezahlt.

Im April 2013 lag die Vergütung für neue Anlagen bis 10 kW Leistung bei 15,92 Cent je Kilowattstunde. Die Vergütung für neue Anlagen wird monatlich gekürzt; die Höhe der Kürzung hängt vom Ausbau der Kapazitäten ab.

Eigenverbrauch

Beim Eigenverbrauch des Solarstroms ergibt sich der finanzielle Vorteil aus den ersparten Stromkosten für den nicht benötigten Haushaltsstrom aus dem Netz. Je teurer der Strom am Markt, desto höher ist der Vorteil durch den selbst produzierten Sonnenstrom.

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Text mit freundlicher Genehmigung unseres Partners bellevue.de