Förderkürzungen: Lohnen sich Solaranlagen noch?

Förderkürzungen: Lohnen sich Solaranlagen noch?
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Mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, zum 1. Januar 2017 soll der Wettbewerb bei der Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien angekurbelt werden. Betroffen sind allerdings ausschließlich große Anlagen mit einer Leistung von mehr als 750 Kilowatt. Immonet hat die Details.

Einspeisevergütung bleibt gesetzlich geregelt

Für private Solaranlagen bleibt auch nach Inkrafttreten des EEG 2017 die feste Einspeisevergütung für selbsterzeugten Strom gesetzlich geregelt und garantiert. Allerdings schwindet die Attraktivität privater Anlagen bereits seit der EEG-Novelle von 2014. Sie sieht unter anderem weitere Kürzungen der Einspeisevergütung für Photovoltaik-Anlagen vor.

Insgesamt möchte der Gesetzgeber den Ausbau von erneuerbaren Energien weiter forcieren. Für den Endverbraucher aber soll die Energiewende preiswerter werden, so die Ziele der EEG-Novelle 2014.

Wichtigste Neuerung der Solarförderung

Eine Einspeisevergütung wird derzeit nur noch für kleinere Neuanlagen bis 100 Kwp (Kilowatt peak) Nennleistung gewährt. Bisher konnten Betreiber von Anlagen bis 10.000 kWp die Einspeisevergütung in Anspruch nehmen. Große Photovoltaik-Parks mit mehr als zehn Megawatt Leistung fallen nach der EEG-Novelle von 2014 vollständig aus der Förderung heraus. Ausnahmen gelten für Solarparks auf sogenannten Konversionsflächen, das sind Flächen, die bisher zum Beispiel einer militärischen Nutzung unterlagen und nun neu überplant werden. Insgesamt wird die Förderung von erneuerbarer Energie gedeckelt.

Das sind die aktuellen Einspeisevergütungen

Für Dachanlagen auf Wohngebäuden bis zehn kWp wurden im März 2018 noch 12,20 Cent je Kilowattstunde (kWh) gewährt. Für größere Anlagen fiel die Förderung geringer aus. Bei einer Leistung von zehn bis 40 kWp waren das 11,87 Cent je kWh. Bei einer Leistung von 40 bis 100 kWp nur noch 10,61 Cent je kWh. Für Anlagen auf Nicht-Wohngebäuden oder Freiflächen wurden im März 2018 pauschal 8,44 Cent je kWh bei einer Nennleistung bis 100 kWp gewährt.

Die Höhe der Vergütungssätze sinkt weiter. Welche Vergütungssätze gewährt werden, ermittelt die Bundesnetzagentur jeweils monatlich, unter anderem auf der Grundlage der neu installierten Solaranlagen. Sind bundesweit insgesamt 52 Gigawatt Leistung installiert, soll die feste Vergütung komplett gestrichen werden.

Wichtig: Für die garantierte Einspeisevergütung zählt der Tag der erstmaligen Inbetriebnahme einer Anlage. Geht zum Beispiel eine Solaranlage im April 2018 ans Netz, erhält der Betreiber 20 Jahre lang die dann gültige Einspeisevergütung. Nachfolgende Kürzungen wirken sich lediglich auf jüngere Anlagen, nicht aber auf bestehende Anlagen aus.

Solarstromanlagen als Geldanlage weiterhin attraktiv?

Solarstromanlagen als reine Geldanlage dürften somit einiges an Attraktivität einbüßen, was auch die Branche zu spüren bekommen hat. Auch wenn die Vergütungen für Betreiber sinken – zinsgünstige Kredite für den Bau von Solarstromanlagen können sie noch immer in Anspruch nehmen. Die KfW-Bank stellt nach wie vor Förderprogramme für erneuerbare Energien auch für den Privat-Haushalt bereit. Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert die Nutzung von Solarthermie.

Attraktivität von Solarstromanlagen für Eigenversorger steigt

Während die Vergütung für die Einspeisung ins Stromnetz verringert wird, bleibt die Nutzung von selbsterzeugtem Solarstrom für Betreiber privater Anlagen weiterhin attraktiv. Denn die Einsparungen gegenüber eingekauftem Strom sind nicht unerheblich. Experten empfehlen einen Eigenverbrauch von mindestens 40 Prozent des selbsterzeugten Stroms aus Solarenergie.

Anders sieht es für größere Anlagen zur Stromerzeugung aus. Denn bei Anlagen mit einer Leistung von mehr als zehn kWp wird jede erzeugte Kilowattstunde mit 40 Prozent der EEG-Umlage belastet – und zwar auch dann, wenn der Strom selbst verbraucht wird.

Maßnahmen sollen Verbraucher entlasten

Die aktuellen Regelungen des EEG verfolgen die Entlastung des Verbrauchers in Bezug auf die Stromrechnung. Letztendlich sind es ja die Kunden, die die hohen Subventionen für Solarstromanlagen tragen müssen.

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