Smart Home: Licht mit der App steuern

Hier sehen Sie ein Tablet, das mit einer Hand festgehalten und der anderen Hand gesteuert wird
© Fotos/ Syda Productions

Schon wieder das Licht im Flur vergessen? Oder noch mal aufstehen, um die Stehlampe zu dimmen? Solche Szenen gehören mit Smart Home der Vergangenheit an. Unter dem Begriff Intelligentes Wohnen oder Smart Home gibt es immer mehr Optionen, um mit Licht den Wohnkomfort zu steigern: Lampen, die selbstständig an- und ausgehen, aus der Ferne kontrolliert werden können und unsere Stimmung und Gesundheit positiv beeinflusst. Immonet stellt einige Systeme vor. 

Intelligente Steckdosen nutzen

Per Smartphone die alte Stehlampe dimmen und für die richtige Fernsehbeleuchtung sorgen: Das geht mit einer intelligenten Steckdose, die zwischengeschaltet wird. Per App geht der Befehl an die Steckdose, die der Lampe den Strom abdreht. Mit dieser einfachen Lösung für Einsteiger lassen sich mit geringem Aufwand Effekte erzielen.

Intelligente Steckdosen lassen sich leicht installieren und werden zum Beispiel von FritzBox angeboten. Sie werden über eine App und das Internet bedient und sind an das hauseigene WLAN angeschlossen. Ab etwa 50 Euro sind sie im Handel erhältlich, die Fritz Box als zentrale Einheit kommt aber noch dazu.

Eine andere Variante setzt auf das Zusammenspiel von Licht und Bewegungssensor. Ein klassisches Produkt für Einsteiger und Nachrüster gibt es zum Beispiel bei der Firma Belkin. Für rund 100 Euro bietet sie in der WeMo-Serie eine Steckdose an, in die der Bewegungssensor direkt integriert ist. Wird eine Lampe angeschlossen, geht diese bei Bewegung automatisch an und aus. Ähnliche Systeme gibt es auch bei anderen Anbietern.

Eine Nutzung bietet sich in typischen Durchgangszimmern im Haus an, in der Garage oder auch im Garten. So kann der Melder bei Öffnung der Gartenpforte für das automatische Anschalten des Lichts sorgen – und gleichzeitig auch eine Nachricht an den Hausbesitzer senden, falls dieser abwesend ist. Stichwort Einbruchsschutz.

Ganze Lichtszenen per Klick

Weitere Funktionen sind je nach Anbieter möglich. RWE zum Beispiel verschaltet die verschiedenen Smart Home Elemente über eine zentrale Steuerung, mit der sich dann verschiedene Szenarien programmieren lassen: Verlässt man das Haus und ein Fenster ist geöffnet, färbt sich das Licht im Flur rot. Auch ein Diskomodus ist einstellbar. Das Starterset kostet knapp 300 Euro.

Auch mit dem System von Loxone ist das möglich: Es lassen sich Programme wie Essen, Kochen, Lesen oder Party wählen, automatische Einstellungen kontrollieren die verschiedenen Lichtelemente, wie Deckenleuchte, Farb-LEDS und Kochinsel, und sorgen mit einem Klick für die richtige Stimmung. Farblicht, Dimmen und sogar Tages- und Jahreszeiten abhängiges Timing sind ebenfalls möglich.

Komfort und Sicherheit

„Schöne Spielereien“, nennt  der Technikexperte und Ratgeber-Autor für Stiftung Warentest, Karl-Gerhard Haas, das und verweist gleichzeitig auf weitere Vorteile: „Automatisch an- und ausgehendes Licht kann die Anwesenheit der Bewohner simulieren und Einbrecher abschrecken.“ Das trägt zu einer größeren Sicherheit im Haus bei. Aber: „Der wesentliche Punkt ist der Komfortgewinn.“

Auch die Einsparung von Energie wird von den Herstellern immer wieder als Verkaufsargument ins Feld geführt. Haas erinnert jedoch: „Sensoren und Steuerungsschalter benötigen auch Energie.“

Funktionsweise

Möglich sind solche Steuerungen sowohl kabelgeführt, die bekannteste Lösung heißt KNX. Aber auch über Digitalstrom, also das eigene Stromnetz oder – am unkompliziertesten – über Funk lassen sich Leuchten und Licht kontrollieren.

Wer über die Anschaffung nachdenkt, sollte sich bereits im Vorfeld auch über Risiken Gedanken machen. Die betreffen vor allem Systeme, für die der Zugriff auf das  Internet notwendig ist. So hat das unabhängige Institut AV-Test bei zahlreichen Anbietern Mängel in Bezug auf Passwortsicherheit und Verschlüsselungen festgestellt.

Stefan Nakazi von der Verbraucherzentrale NRW rät, sich im Vorfeld einer Anschaffung über seine Bedürfnisse klar zu werden: „Muss ich wirklich von überall das Licht in meinem Haus steuern können? Schließlich lässt man damit auch ein gewisses Hackerpotenzial zu.“ Auch wenn das Risiko gering scheint: Sollte sich ein Fremder tatsächlich in das System hacken und das Licht von außen steuern, ist vor allem das subjektive Empfinden bedroht. „Licht an, Licht aus, da geht das eigene Sicherheitsgefühl schon verloren“, sagt Nakazi.

Er rät daher davon ab, Systeme zu installieren, die über den Server eines Dritten gehen. „Das erhöht die Anfälligkeit und vor allem das Sicherheitsrisiko.“ Am ungefährlichsten sei es daher, wenn sensible Daten in der eigenen Wohnung bleiben und alle Systeme von dort aus und nicht über das Internet gesteuert werden. Manche Einzellösungen benötigen auch gar keine Vernetzung.

Aber Technik-Experte Haas warnt: „Der Appetit kommt beim Essen. Wer einmal Smart Home Elemente ausprobiert hat, will schnell mehr. Wer die Chance hat, etwa beim Hausbau, sollte sich also die Option zum Nachrüsten offen halten.“ Dann kann es auch vernünftig sein, sich für Systeme zu entscheiden, die Erweiterungen möglich machen. Die können dann, je nach finanzieller Lage einige Zeit später, ergänzt werden.

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