Diese Vor- und Nachteile bieten Sitzsäcke © hemul75 / iStock

Sitzsack: Flexibel und bequem

© hemul75 / iStock

Sitzsäcke passen sich nicht nur unseren Wohnbedürfnissen, sondern sogar unseren Körpern an. Im Wohnzimmer vor dem Fernseher, in der Leseecke, im Kinderzimmer zum Toben oder im Garten – Sitzsäcke sind variabel einsetzbar. Für Außenbereiche gibt es sogar spezielle Outdoor-Sitzsäcke. Sie sind in zahlreichen Farbvarianten auf dem Markt und stets ein Hingucker. Immonet gibt einen Überblick über Eigenschaften und Formen und beschreibt, worauf es bei der Füllung von Sitzsäcken ankommt.

Sitzsäcke sind keine neue Erfindung

Der Sitzsack ist keine neue Erfindung. Bereits 1968 entwickelten die Italiener Piero Gatti, Cesare Paolini und Franco Teodoro die seinerzeit unkonventionelle Sitzgelegenheit. Ob die Designer sich dabei von Schnee inspirieren ließen, der sich weich, aber kompakt an den Körper schmiegt, oder ob sie dem rebellischen Zeitgeist jener Tage folgend etwas Neues und Modernes schaffen wollten, sei dahingestellt. Fakt ist: Der Sitzsack ist als Einrichtungsgegenstand etabliert und heute beliebt wie lange nicht.

Universell einsetzbar und flexibel

Ob große oder kleine, ob dicke oder dünne Menschen – der Sitzsack passt sich individuell an den Körper seines Benutzers an. Zudem erlaubt er verschiedene Sitzpositionen. Schüttelt man den Sitzsack nach Gebrauch auf, nimmt er wieder seine ursprüngliche Form an. In Sachen Flexibilität sind Sitzsäcke im Vergleich zu anderen Sitzmöglichkeiten wie Stühlen und auch Sofas schwer zu toppen.

Seine Vielseitigkeit macht den Sitzsack zur perfekten Sitzgelegenheit für zahlreiche Situationen. Auf ihm kann man gemütlich fläzen, um ein Buch zu lesen, oder entspannt die Lieblingsserie im Fernsehen verfolgen. Er eignet sich auch fürs Toben im Kinderzimmer. Selbst im Büro hat der Sitzsack Einzug gehalten. Mittlerweile gibt es auch Modelle, die man ohne Vorbehalt im Garten oder auf der Terrasse verwenden kann. Und es müssen nicht nur Menschen sein, die den Sitzsack benutzen – spezielle Varianten für Haustiere sind ebenfalls erhältlich.

Innovationen bei der Form von Sitzsäcken

Die zwei wichtigsten Merkmale eines Sitzsacks – und im Prinzip die einzigen beiden Bestandteile – sind seine robuste Hülle und die weiche Füllung. Die Hülle bestimmt letztlich über die Form des Sitzsacks. Klassisch ist die Tropfenform: Das breite Ende stellt die Sitzfläche dar, das schmale Ende fungiert als kurze Rückenlehne. Da der Rücken aber nicht optimal gestützt wird, empfinden viele Menschen langes Sitzen auf dem Sitzsack als unbequem.

Jahrzehnte der Innovation haben darüber hinaus viele weitere Formen hervorgebracht. Es gibt den Sitzsack in Kugelform, mit quadratischer, recht- und dreieckiger Grundfläche oder auch schlauchförmig. Immer beliebter werden Sitzsäcke in Gestalt von Sesseln oder Sofas mit richtigen Arm- und Rückenlehnen.

Materialienvielfalt bei der Hülle

Für die Hülle kommen die verschiedensten Materialien zum Einsatz. Viele Sitzsäcke haben eine Außenhaut aus Baumwolle, die sich angenehm anfühlt. Neben Samt bieten einige Hersteller auch Leder oder Kunstleder als Hüllenstoff an. Solche Bezüge lassen einen Sitzsack sehr edel wirken. Ein weiterer Vorteil: Diese Hüllen lassen sich ohne viel Aufwand reinigen. Ein feuchtes Tuch reicht meistens aus. Outdoor-Sitzsäcke oder solche für Tiere sind meist aus strapazierfähigem und wetterfestem Nylon hergestellt, dem Nässe nichts ausmacht. Wie bei den Materialien ist auch die Bandbreite der erhältlichen Farben sehr groß.

Die Füllung: EPS hat die besten Eigenschaften

Die Erfinder des Sitzsacks sollen mit eine Reihe von Stoffen experimentiert haben, um die perfekte Füllung zu finden: Wasser, Sand, sogar kleine Bleikugeln wurden angeblich getestet. Die besten Eigenschaften bieten jedoch Kügelchen aus EPS (Expandiertes Polystyrol). Dieser aufgeschäumte Kunststoff hat den Vorteil, dass er elastisch ist und wenig wiegt. Außerdem passt sich die im EPS eingeschlossene Luft der Körpertemperatur an und hält so im Sommer kühl und im Winter warm. Polystyrol ist deshalb das am meisten verwendete Füllmaterial für Sitzsäcke.

Die Alternative für Allergiker: Dinkelspelze

Je nachdem, wie oft ein Sitzsack in Gebrauch ist, nutzen sich die EPS-Kügelchen in seinem Inneren mit der Zeit ab. Es entsteht ein mehlartiger Staub, der Allergikern zu schaffen machen kann. Daher kann es ratsam sein, eine alternative Füllung zu wählen. Kunststoff-Granulat ist zwar weniger anfällig gegen Abrieb und günstig, macht das Sitzen aber unbequemer. Besser eignet sich da sogenannte Dinkelspelze. Die trockenen Hülsen der Getreidekörner sind aber teuer und vergleichsweise schwer.

Darauf sollte man beim Nachfüllen achten

Haben sich die EPS-Perlen abgenutzt, verliert der Sitzsack nach und nach seine Form und seine positiven Eigenschaften. Dann hilft nur: nachfüllen. Solche Sets sind im Fachhandel, aber auch im Internet ohne Probleme zu bekommen. Sie werden in verschiedenen Größen – also mit unterschiedlichem Volumen in Litern – angeboten. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die angebotenen EPS-Kügelchen geruchsarm und schwer entflammbar sind. Außerdem sollten Sie nicht zu viel nachfüllen, damit die elastischen Eigenschaften des Sitzsacks nicht verloren gehen.

Und noch ein Tipp: Polystyrol lädt sich elektrostatisch auf. Der Effekt ist umso stärker, je niedriger die Luftfeuchtigkeit ist. Deshalb wartet man zum Nachfüllen besser einen regnerischen Tag ab – sonst kleben die winzigen Kügelchen anschließend nicht nur außen am Sitzsack und auf den Händen, sondern womöglich überall im Zimmer.