Silvester - Sicher ins neue Jahr

Silvester - Sicher ins neue Jahr

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Das Ende des Jahres ist auch die Zeit des Feierns: Regelmäßig wird an Silvester geknallt und geböllert, was das Zeug hält. Doch nicht nur beim Feuerwerk um Mitternacht, auch schon bei der Party zuvor im Haus lauern viele Gefahren. Immonet hat für Sie die wichtigsten Sicherheitsregeln für den Umgang mit Raketen, Tischfeuerwerk und andere Tipps zusammengefasst.

Brandgefahr durch Feuerwerk

An keinem Tag im Jahr muss die Feuerwehr so oft ausrücken, wie an Silvester. Allein die Berliner Feuerwehr ist zum Jahreswechsel 2012/2013 230 Mal zum Einsatz gerufen worden. „Das waren alles durch Pyrotechnik ausgelöste Feuer. Hinzu kommen jedes Jahr noch dutzende Fahrten, um Verletzte zu retten“, sagt Bianka Olm von der Berliner Feuerwehr. Häufigste Ursache für Unfälle und Brände an Silvester sind außerhalb des Hauses Feuerwerkskörper und Böller.


Carsten-Michael Pix, Referent beim Deutschen Feuerwehr Verband, kann es nicht oft genug sagen: „Lesen Sie die Texthinweise auf den Verpackungen der Böller!“. Feuerwerkskörper gehören nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen. Und auch betrunkene Personen sollten davon fern gehalten werden.


„Böller sollten nicht in der Nähe von Krankenhäusern oder Altenheimen abgefeuert werden“, sagt Pix. In manchen Innenstädten oder Straßenzügen ist das Knallen gänzlich verboten. Dort wo Reet gedeckte Häuser oder Fachwerkgebäude stehen, ist die Feuergefahr durch sich verfangendes oder fehlgeleitetes Feuerwerk besonders hoch. Die Stadtverwaltungen informieren darüber, wo Verbote oder Einschränkungen herrschen.


„Auf sogenannte Polenböller sollten alle Konsumenten verzichten“ rät Pix eindringlich. Die billigen und illegalen Produkte enthalten Sprengstoff und andere giftige Substanzen und stellen ein großes Risiko dar. Sichere Produkte sind in Deutschland durch die Bundesanstalt für Materialprüfung gekennzeichnet.
Beim Abfeuern sollte man einen Sicherheitsabstand wahren. Gut geeignet sind große Freiflächen wie Wiesen. Raketen und Böller sollten niemals in Richtung von Menschen, Tieren oder Gebäude abgefeuert werden. 


Geht eine Rakete nicht sofort los, sollte sie auch nicht angefasst werden. Sie kann verspätet hochgehen und starke Verletzungen nach sich ziehen. Deshalb sollten auch vermeintlich tote Böller zunächst mit Wasser übergossen und dann entsorgt werden.


Auch wer selbst nicht aktiv knallt, sollte darauf achten, dass Fenster und Balkontüren fest verschlossen sind, damit fehlgeleiteten Raketen keinen Schaden anrichten. „Balkone, Erker und Terrassen sollten vor Silvester aufgeräumt werden. Gartenmöbel, gelagertes Altpapier oder sonstige Objekte können sonst schnell Feuer fassen“, weiß Pix aus Erfahrung.


Und noch eine – häufig unterschätzte Gefahr – geht von den Böllern aus: Durch das laute Knallen  gehören Hörschäden zu den zweithäufigsten Verletzungen beim Feuerwerk an Silvester: Tinnitus, Knalltraumata, sogar Trommelfellperforationen können die Folge sein. Denn ein explodierender Feuerwerkskörper erreicht einen Lärmpegel von bis zu 160 Dezibel. Deshalb sollten vor allem Kinder mit ihrem empfindlichen Gehör Ohrenschützer oder –stöpsel tragen.

Vorsicht bei Tischfeuerwerk und Co

Doch auch in der Wohnung lauern Gefahren. Tischfeuerwerk sollte immer nach Anweisung abgebrannt werden. Dazu sollte es auf einem Teller oder auf einer anderen feuerfesten Unterlage stehen. Personen sollten einen Sicherheitsabstand halten, aber auch leicht entflammbare Gegenstände, wie Gardinen oder Dekorationen sollte man entfernen. Beim Kauf des Tischfeuerwerks muss ebenfalls auf eine entsprechende Sicherheitszertifizierung geachtet werden.


Ganz ähnliche Regeln gelten für Wunderkerzen. Auch wenn diese beim Abbrennen in der Hand gehalten werden, gilt besonders für Kinder Vorsicht. Beim Abbrennen werden Bariumverbindungen freigesetzt, die Schwindel, Krämpfe und andere Vergiftungserscheinungen auslösen können. Daher sollten Eltern darauf achten, dass Kinder ihre Hände anschließend waschen, damit die Gifte nicht in den Körper gelangen.


Beim Bleigießen sollte ebenfalls auf eine feuerfeste Unterlage geachtet werden. Außerdem ist Blei giftig, deshalb bestehen die meisten Blei-Gieß-Sets mittlerweile auch aus Zinn. Ein Blick auf die Inhaltsangabe lohnt sich. Eine gute Alternative sind auch alte Kerzen, deren Wachs ebenfalls sehr schnell schmilzt. 


Fondue und Raclette sind beliebte Speisen an Silvester. Wie bei allen elektrischen Geräten, die große Hitze entwickeln, gilt: Nur unter Aufsicht benutzen, langsam abkühlen lassen. Für Notfälle und durch Unachtsamkeit verbrannte Finger sollte Brandsalbe griffbereit liegen. Vorher die verbrannte Stelle einige Minuten unter kühles Wasser halten. 


Wichtigste Regel, wenn Fett zu stark erhitzt wird und anbrennt: Niemals mit Wasser abkühlen. Dadurch entsteht eine hochgefährliche Stichflamme und Rauchentwicklung. Stattdessen mit einem Deckel abdecken und langsam abkühlen lassen.

Silvester-Dekoration

Lampions, Luftschlangen und andere Dekoartikel sind in unterschiedlichen Qualitäten im Handel erhältlich. Verwenden Sie schwer brennbare Materialien, diese sind meistens mit B1 nach DIN 4102 gekennzeichnet. Dekorationsmaterial kann auch nachträglich schwer brennbar gemacht werden. Dafür imprägniert man es mit Flammschutzmittel.


In der Nähe oder über Lampen, Heizungen und anderen Wärmequellen sollte überhaupt keine Dekoration angebracht werden. Durch Strahlungswärme oder Wärmestau kann leicht ein Brand entstehen. Erst recht gilt dies natürlich für Kerzen oder anderes offenes Feuer.


Bei den meisten steht an Silvester noch der Weihnachtsbaum. „Eine Woche oder zehn Tage nach dem Aufstellen ist das Grün extrem ausgetrocknet, dann kann sich der Weihnachts- schnell zum Flammenbaum entwickeln“, sagt Pix und rät daher zu großer Vorsicht. Zur Sicherheit sollte ein Eimer Wasser oder ein Feuerlöscher neben dem Baum stehen.


Auch mit Kerzen sollten Feiernde vorsichtig sein. Direkt über der Flamme werden mehr als 700 Grad Celsius gemessen. Diese Hitze kann Dekoartikel ganz schnell entzünden. Kerzen und anderes offene Feuer sollte daher nur unter Aufsicht abgebrannt werden. Wenn um Mitternacht alle aus dem Haus gehen, müssen alle Kerzen gelöscht sein.


Wer für die Party seine Wohnung umräumt, sollte auch darauf achten, dass alle Retttungswege – auch die zum Fenster oder zur Balkontür- frei bleiben.
Eine gute Maßnahme zur Sicherheit sind Rauchmelder. Sie registrieren auch kleinste Rauchpartikel und lösen Alarm aus. Damit kann man in Notsituationen wertvolle Zeit gewinnen.

Was im Notfall zu tun ist

Wenn es doch zu einem Zimmerbrand kommt, sollte sofort der bereit gestellte Eimer Wasser oder der Feuerlöscher eingesetzt werden. Jede Sekunde Verzögerung bedeutet steigende Gefahr. „Das wichtigste ist, alarmieren Sie die Feuerwehr unter der Telefonnummer 112. Im Zweifelsfalls lieber einmal zu viel als einmal zu wenig,“ sagt Pix. Hemmungen sollte in einem möglichen Gefahrenfall niemanden zögern lassen.


Ist das Feuer nicht kontrollierbar, sollte der Raum so schnell wie möglich verlassen und alle Türen und Fester nach Möglichkeit geschlossen gehalten werden. Denn je weniger Frischluft im Raum ist, umso eher lässt sich das Feuer kontrollieren. Pix warnt auch davor kleine Feuer zu unterschätzen: Ein Weihnachtsbaum etwa kann innerhalb von Sekunden den ganzen Raum erfassen. Größere Gefahr geht aber von den Brandgasen aus: „Sie sind unglaublich giftig. Drei bis vier Atemzüge können zu einer Ohnmacht führen. Dann ist jeder Löschversuch nichtig.“