So finden Sie den perfekten Sessel

Den perfekten Sessel finden

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Ein Buch lesen, die Lieblingsserie schauen oder entspannen – ein Sessel lässt sich für viele Dinge nutzen. Immonet stellt verschiedene Sesseltypen vor und zeigt, woran man einen guten Sessel erkennt.

Bedeutung von Sesseln ändert sich

Der Sessel ist schon seit Jahrzehnten ein sehr beliebtes Möbel. Seine Bedeutung hat sich über die Jahre allerdings verändert. Noch vor 20 Jahren verbrachte man im Sessel oder auf dem Sofa den überwiegenden Teil des Abends, zum Beispiel um fernzusehen oder in gemütlicher Runde mit der Familie und den Freunden zusammen zu sein. Das ist mittlerweile nur noch selten der Fall: „Die Lebensgewohnheiten haben sich geändert. Polstermöbel generell sind heute eher ein Rückzugsraum geworden“, sagt Dr. Lucas Heumann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Polstermöbelindustrie (VdDP). Heute nutzt der Mensch den Sessel zur Entspannung, er möchte sich dort vom Alltag erholen.

Der Sessel als Blickfang

Strenge Regeln, welche Art von Sessel in welches Zimmer gehört, gibt es nicht. Erlaubt ist, was gefalle, meint Julia Persch, Inhaberin von „Die Wohnplaner“, einem kreativen Möbelhaus in Düsseldorf. Im Wohnzimmer aber kann der Sessel als Stilmittel und optisches Highlight bewusst eingesetzt werden. „Wenn man bereits ein Sofa als Einrichtungsgegenstand hat, bietet sich ein Sessel als Gegenüber oder versetzt dazu an“, sagt Persch. Dadurch schaffe man eine Diagonale im Raum und so einen Blickfang, denn das menschliche Auge suche immer Bezugspunkte.

Funktionalität liegt im Trend

Der Trend bei Sesseln geht eindeutig in Richtung Funktionalität. Das bestätigt auch Julia Persch. Am besten sei es, wenn man dem Polstermöbel seine Flexibilität nicht ansehe. „Zum Beispiel ein schöner Armlehnen-Sessel mit einem kleinen Fußhocker, wo man aber den Sessel nicht nur drehen, sondern auch zurücklehnen kann, so dass man in eine gemütliche Liegeposition kommt – aber eben ohne viele Knöpfe, Kabel oder Teilen zum Umklappen“, so die Einrichtungsexpertin.

Relax-Sessel sind sehr gefragt

Die geänderte Funktion von Sesseln spiegelt sich auch in der Nachfrage bestimmter Modelle wider. “Was derzeit besonders boomt, sind Relax- und Fernsehsessel”, berichtet Heumann. Diese Sessel zeichnen sich durch eine Vielzahl von elektrischen oder mechanischen Verstellmöglichkeiten aus. Dazu gehören zum Beispiel der einstellbare Härtegrad der Rückenlehne, die stufenlose Neigungseinstellung für das Rückenteil oder ein eingebauter Fußhocker. Moderne Relax-Sessel bieten allerlei Extras, die die Behaglichkeit und den Komfort erhöhen.

Weitere Arten von Sesseln

Klassische Sessel verfügen über die typisch breiten Armlehnen und eignen sich ebenfalls gut zum bequemen Sitzen. Sowohl sitzen als auch liegen kann man in sogenannten Longchairs. Bei diesen Sesseln ist die Sitzfläche länger als bei gewöhnlichen Modellen. Sie eignen sich als Sofa-Ersatz und daher besonders gut für kleine Räume oder Single-Wohnungen.

Zum Plausch statt zum Fläzen sind Cocktailsessel gedacht. Sie besitzen eine halbhohe Rückenlehne, die fließend in die Armlehnen übergeht. Man findet sie meist in Bars oder Clubs – aber immer häufiger auch in privaten Räumen. „Solche Sessel kommen gut im Eingangsbereich einer Wohnung“, sagt Einrichtungsberaterin Persch.

Loveseat: Ein Sessel für zwei

Relativ neu ist ein Polstermöbel, das eine Mischung aus Einsitzer-Sessel und Zweisitzer-Sofa ist, aber noch zu den Sesseln gezählt wird: der Loveseat. Aus dem Kinosaal kennt man diese Variante des Sessels bereits, nun erobert er auch die heimischen Wohnzimmer. Hier kann man bequem zu zweit Platz nehmen und den Abend gemeinsam verbringen.

Ohrensessel strahlt Gemütlichkeit aus

Der althergebrachte Ohrensessel mit sichtbarem Holzgestell und rechtwinkliger Rückenlehne, so wie er vor 100 Jahren noch vor dem Kamin stand, spielt laut VdDP-Chef Heumann heute kaum noch eine Rolle. Bei Liebhabern eines Retro-Stils im Wohnzimmer steht der Klassiker unter den Sesseln dagegen immer noch hoch im Kurs. „Er unterstreicht den Trend zur Gemütlichkeit“, sagt Julia Persch. „In einen modern interpretierten Ohrensessel kann man sich richtig hinein kuscheln und geborgen fühlen.“

Woran erkennt man einen guten Sessel?

Der Form, dem Design und auch dem Material von Sesseln sind heutzutage kaum Grenzen gesetzt. Da fällt die Wahl für das richtige Modell mitunter schwer. „Ein guter Sessel ist vor allem eines: gemütlich und bequem“, sagt Persch. Auch Lucas Heumann ist überzeugt, dass es zuallererst auf das eigene Gefühl im Sessel ankommt: „Er sollte ergonomisches und bequemes Sitzen ermöglichen.“

Darüber hinaus sollte man auf eine robuste Verarbeitung der Nähte achten, denn die Sitzflächen werden bei Gebrauch mitunter stark beansprucht. Damit man lange Freude an einem Sessel hat, empfiehlt es sich außerdem, auf eine solide Ausführung von Fußgestell und Rahmen zu achten.

Der Bezug darf gerne bunt sein

Die meisten Sessel sind mit Stoff bezogen. Hier darf man gerne mutig sein. „Farbtupfer sind erlaubt, es muss nicht immer Grau sein“, sagt Beraterin Persch. Im Trend lägen zur Zeit Stoffe in Sandfarben, aber auch in royalem English Green oder Flieder.

Bei Leder auf die Güte achten

Statt Stoff wird auch Leder als Obermaterial für Sessel verwendet. Dabei gibt es verschiedene Qualitätsstufen. Am wertigsten ist Naturleder, sogenanntes Anilin-Leder. Es folgen Semianilin-Leder, gedeckte Leder und schließlich das Kunstleder, auch Textilleder genannt. Wer sich einen Ledersessel zulegen möchte, sollte sich nach Ansicht der Experten für hochwertiges Leder entscheiden. Es ist meist langlebiger und besser zu reinigen – dafür aber meist teurer.