So finden Sie das passende Schlafsofa

Schlafsofa: Praktisch und bequem

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Schlafsofas gehören zu den Klassikern unter den multifunktionalen Möbeln. Ausklappen, schlafen, einklappen. Im besten Fall verwandelt sich ein Schlafzimmer so innerhalb von Sekunden in einen ordentlichen Wohnraum. Schlafsofas gibt es in verschiedenen Ausführungen und Qualitäten. Für wen sich Schlafsofas eignen und worauf man beim Kauf achten sollte, fasst Immonet zusammen.

Bedeutung von Schlafsofas ändert sich

Die Bedeutung von Schlafsofas hat sich in den letzten Jahren gewandelt. „Lange Zeit dienten Schlafsofas lediglich der Übernachtung von Gästen. Doch die Qualität und das Angebot ist insbesondere in den letzten Jahren enorm gewachsen“, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. Vor allem in kleinen Stadtwohnungen ist das multifunktionale Möbel sehr beliebt.

Vorteile von Schlafsofas

Zu den Vorteilen von Schlafsofas gehört ihre Multifunktionalität. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele tolle und sehr funktionale Schlafsofas es derzeit gibt und wie viel Stauraum manche bieten“, sagt Designerin Katharina Semling. Auf diese Weise sparen sie viel Platz. Zudem können sie sehr schick aussehen. Vielen Modellen sieht man ihre mehrfache Nutzbarkeit gar nicht an.

Schlafsofas eignen sich sehr gut als Gästebett, werden aber häufig auch von den Hausherren selbst benutzt. „Man mag ja nicht immer im Bett liegen. Wenn man mal richtig krank ist, ist man froh, sich auch mal im Wohnzimmer hinlegen zu können“, sagt Semling. Insbesondere in kleinen Appartements dienen Schlafsofas auch als dauerhafter Ersatz für ein Bett. So kann das Zimmer tagsüber als Wohnraum dienen und nachts als Schlafraum. Deshalb sind Schlafsofas besonders bei Studenten sehr beliebt, die meist mit wenig Platz auskommen müssen – ob im Wohnheim oder in einer WG. Auch in Jugendzimmern stehen häufig Schlafsofas.

Nachteile von Schlafsofas

„Auch wenn die Qualität der Möbel enorm gestiegen ist, ein hochwertiges Bett ist etwas anderes“, sagt Geismann. Ihrer Erfahrung zufolge eignen sich Schlafsofas eher für temporäres Schlafen und für junge Menschen. „Senioren würde ich auf jeden Fall ein Bett empfehlen.“ Auch Familien rät Geismann von Schlafsofas ab: „Kleine Kinder springen gerne auf Betten herum, dafür sind die meisten Schlafsofas nicht stabil genug.“

Dass Matratze und Bettzeug nicht belüftet werden, wenn sie im Möbel verschwinden, ist ein weiteres Manko von Schlafsofas. Sie sollten daher vor dem Zusammenbauen des Schlafsofas Decken und Matratze unbedingt ausreichend lüften und nicht sofort nach dem Schlafen verschwinden lassen.

Drei Grundtypen von Schlafsofas

Schlafsofas sind in verschiedenen Modellen zu haben. Grundsätzlich lassen sich dabei drei Grundtypen ausmachen.

Querschläfer

Das Sofa wird nach vorne ausgeklappt. Man schläft mit dem Kopf in Richtung Rückenlehne. Es gibt verschiedene Ausführungen und Qualitäten. Teurere Sofas mit Lattenrost, aber auch sehr preiswerte Modelle, bei denen die Matratze direkt auf den Boden gelegt wird. Diese besteht meist aus einfachem Schaumstoff. „Sofas mit der Matratze direkt auf dem Boden eignen sich im besten Fall für Gäste, aber nicht zum Dauerschlafen. Sie sind ergonomisch ungünstig und es fehlt eine Belüftung von unten. Da ist kein gesunder Schlaf möglich“, sagt Geismann. Außerdem ziehe es am Boden meist, was sich nicht sehr gesundheitsförderlich auswirke. Sofas, die nach vorne ausgezogen werden, sind oft schmal, benötigen aber den entsprechenden Raum für die Schlaffunktion.

Längsschläfer

Diese Sofas benötigen meist weniger Platz und können an einem festen Ort stehenbleiben. In der Regel wird die Rückenlehne durch Umklappen zur Schlaffläche. Es handelt sich um recht breite Sofas, da die volle Länge schon beim Sitzen erreicht ist. Armlehnen werden zum Schlafen oft abgenommen oder umgelegt.

Umbaubare Wohlandschaften

Polstergarnitur in L- oder U-Form werden in eine Schlafgelegenheit verwandelt, indem ein Seitenteil vor die Sitzfläche geschoben wird. „Verbindungsstücke aus Metall oder Stoff verhindern, dass sie auseinander rutschen. Diese Sofas sind perfekt zum Schlafen geeignet“, sagt Geismann. Es gibt sie mit Schlafflächen, die sich für eine, aber auch zwei Personen eignen. Der Tisch vor dem Sofa sollte leicht beweglich sein, da für den Umbau Platz notwendig ist.

Neu auf dem Markt: Schlafsessel

Eine Neuheit auf dem Markt sind Schlafsessel. Sie lassen sich so umbauen, dass eine schmale Liegefläche entsteht. „Für Kinder als Gäste oder eine einzelne Nacht kann ein Schlafsessel eine super Lösung sein. Aber für ältere Menschen oder häufigeres Schlafen eignen sich Schlafsessel nicht“, so Semling. „Das Problem ist, dass man sich wie ein Baby in seine Decke einwickeln muss, weil diese sonst an den Seiten herunterfällt. Das ist nicht für jeden etwas.“ Wie auch bei den Schlafsofas gebe es sowohl sehr hohe als auch recht schlechte Qualität auf dem Markt. Entscheidend seien die verwendeten Materialien und die Funktionalität.

Große Bandbreite an Materialien

Die Bandbreite an Materialien, die für Schlafsofas genutzt werden, ist groß. Ob es lieber ein Holz- oder Metallgestell sein soll, ist in erster Linie eine persönliche Frage. Entscheidend für den Schlafkomfort ist die Qualität der Matratze. „Es gibt Matratzen mit Federkern. Diese müssen aber für die Funktionalität des Möbels sehr dünn sein und eignen sich daher nicht für Schlafsofas“, sagt Geismann. Anders sei das bei Sofas, deren Rückenlehne zur Schlaffläche wird. „Da gibt es keine Funktionseinschränkungen.“ Ansonsten empfiehlt die Expertin Sofas, die mit hochwertigen Kaltschäumen ausgestattet sind.

Bei den Oberflächen sind unterschiedlichste Materialien zu haben. Derzeit modern sind Baumwolle, aber auch Samt, Filz und Cord. „Leder ist eher nachteilig, wenn man darauf schläft. Es ist kühl, wirft Falten und da es nicht atmungsaktiv ist, schwitzt man darauf schnell. Das kann dann auch Flecken geben“, rät Geismann ab. „Der Stoff eines Schlafsofas sollte auf jeden Fall angenehm sein. Schließlich kann man beim Draufliegen mit der Lehne in Kontakt kommen. Da sollte es nicht piksen oder sich synthetisch anfühlen“, sagt Semling. Sie rät zum Wangen-Test: „Einfach mal im Geschäft  mit der Wange an den Stoff rangehen. Wem das unangenehm ist, kann auch die Innenseite des Unterarms nehmen. Diese ist auch ziemlich empfindlich.“

Experten empfehlen aus hygienischen und ergonomischen Gründen, die Bettmatratzen nach rund acht Jahren auszuwechseln. Theoretisch ist der Tausch der Matratze auch bei Schlafsofas möglich. Bei einigen Sofas lässt sich die Matratze lösen. „In den meisten Fällen macht das aber keinen Sinn“, sagt Geismann. Schließlich werde die Schlaffläche von Sofas meist seltener genutzt, so dass ein Wechsel erst später nötig sei. „Da ist das Sofa in der Regel auch durch und der alleinige Matratzenwechsel lohnt sich nicht.“ Eine gute Alternative, um die Schlaffläche aufzuwerten, ist ein hochwertiger Topper. Das ist eine dünne Auflage, die auf die Schlaffläche gelegt wird und leicht wieder abgebaut und versteckt werden kann.

Sofa vor dem Kauf testen

Da die Qualitäten von Schlafsofas sehr unterschiedlich sind, ist das Prüfen und Ausprobieren des Sofas vor dem Kauf das beste Mittel, um Fehlkäufen vorzubeugen. Aus diesem Grund rät Semling davon ab, ein Schlafsofa im Internet zu bestellen: „Man sollte es vorher anfassen und testen können. Setzen Sie sich drauf und wackeln Sie mal ordentlich. Das sollte das Sofa aushalten und man bekommt einen guten Eindruck von der Verarbeitung.“


Wichtig ist besonders auch die Federung. Daher ist es Semling zufolge sinnvoll, in das Sofa hineinzudrücken und zu testen, ob man die Federn spürt. Probeliegen auf der Schlaffläche ist ebenfalls essentiell. In einem guten Fachgeschäft sollte das stets möglich sein. Für den Liegekomfort entscheidend ist neben der Dicke und Härte der Matratze auch die Liegefläche. „Es sollten keine Ritzen zu spüren sein“, sagt Geismann.


Kaufinteressenten sollten den Fokus besonders stark auf die Handhabung des Sofas richten. Deswegen sollte der Verkäufer im Fachgeschäft das Auseinander- und Zusammenbauen des Sofas nicht nur vorführen, sondern der Käufer es auch selbst ausprobieren. Dadurch bekommt man schnell ein gutes Gefühl dafür, wie funktionell das Sofa ist. Besser, man nimmt sich genügend Zeit vor dem Kauf. Denn falls das Sofa später zu Hause klemmt und man die Schlaffunktion nicht nutzen kann, ist der Ärger groß. „Das Sofa sollte sich locker und einfach, ohne Gewalt und am besten mit einem Arm verwandeln lassen“, sagt Geismann.


Vorteilhaft sind Schlafsofas, die mit Rollen ausgestattet sind. Sie lassen sich leicht von einer einzelnen Person bewegen und gewährleisten viel Flexibilität. „Sinnvoll ist es, sich vor dem Kauf zu überlegen, ob das Sofa immer an einer Stelle stehen soll oder möglicherweise regelmäßig bewegt werden muss. Dann wäre eine Ausführung mit Rollen vernünftig“, sagt Geismann.

Genügend Platz für ein Schlafsofa vorhanden?

Vor dem Kauf eines Schlafsofas sollten Sie unbedingt den zur Verfügung stehenden Platz ausmessen. Ein Herumgehen um das ausgezogene Sofa muss problemlos möglich sein – nicht nur, um eventuelles Aufstehen nachts zu erleichtern, sondern auch, um das Aus- und Einklappen leicht vornehmen zu können.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal eines guten Schlafsofas: „Die Matratze sollte mit einem abnehmbaren Bezug mit Reißverschluss ausgestattet sein, damit er gewaschen werden kann“, sagt Geisman. Auch die Armlehnen sollten im besten Fall abnehmbar und der Bezug waschbar sein. „Vor allem, wenn man diese beim Schlafen mit dem Kopf berührt.“ Sehr praktisch sind in dieser Hinsicht sogenannte Hussensofas.