Im Schaukelstuhl kann man herrlich entspannen © LightFieldStudios / iStock

Tipps zum Schaukelstuhl

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Schaukelstühle erfüllen die Bedürfnisse vieler Menschen nach Entspannung. Die einen bevorzugen ein sanftes Wiegen, andere hingegen schaukeln wilder. Schaukelstühle sind zeitlose Möbel, die in allen Altersschichten ihre Liebhaber finden. Auf dem Markt gibt es eine große Auswahl an unterschiedlichen Modellen. Moderne Varianten sorgen dafür, dass auch Erwachsene fernab des Kindes- und Rentenalters stil- und lustvoll schaukeln können. Immonet fasst zusammen, welche Typen es gibt und erklärt, worauf man beim Kauf achten sollte.

Der Schaukelstuhl weckt Kindheitserinnerungen

Welches Kind hat nicht gern geschaukelt? „Schaukeln weckt Kindheitserinnerungen“, sagt Ursula Geismann vom Verband der Möbelindustrie. Vor allem aber verbinden wir Schaukelstühle mit Entspannung. „Der Schaukelstuhl strahlt Ruhe aus – schon beim bloßen Anblick“, sagt Trend- und Einrichtungsberaterin Gabriela Kaiser. „Als Babys wurden wir gewippt und geschaukelt, wenn es ans Schlafen ging oder wir geweint haben, weil irgendetwas nicht in Ordnung war. Von daher ist in uns eine sanft schaukelnde Bewegung mit Beruhigung tief verknüpft.“

Wahrscheinlich geht dies aber noch viel weiter in die pränatale Zeit zurück, ist Geismann überzeugt: „Schaukeln wirkt – wie auch Baden – sehr beruhigend. Schließlich sind wir im Mutterleib auch sanft hin und her gewiegt worden.“ Kein Wunder also, dass der vermeintlich altmodische Schaukelstuhl auch heute noch gut ankommt. Schließlich haben die Menschen gerade in unserer hektischen Zeit ein tiefes Bedürfnis nach Entspannung.

Typenvielfalt beim Schaukelstuhl

Die Typenvielfalt an Schaukelstühlen ist groß. Längst gibt es im Handel mehr Varianten als den Schaukelstuhl aus Rattan mit runden Formen oder den einfachen Holzstuhl. Ein Klassiker ist der bereits 1950 von Charles und Ray Eames designte „Rocking Armchair Rod Base“. Der kleine Schaukelstuhl mit Plastiksitz auf Holzkufen überzeugt durch ein zeitloses Design und relativ geringen Platzbedarf. „Dieser Typ findet immer seine Fans“, weiß Geismann. Er ist auch Vorbild für viele aktuelle Modelle. Klein und kompakt lassen sie sich auch in einer Großstadtwohnung unterbringen und gehören damit zum Trend der funktionalen Möbel.

Kurze Kufen sind das Kennzeichen von Modellen, die speziell für den Gebrauch am Esstisch entwickelt wurden. Der Bewegungsradius ist eher gering. Ergonomische Schaukelstühle sind auch für den Arbeitsplatz zu haben. Sie sollen Menschen mit hohem Bewegungsdrang Erleichterung verschaffen und eine Alternative zum gefährlichen Kippeln mit einem normalen Stuhl bieten. Außerdem kann so bei Schreibtischarbeitern die Körperspannung erhöht werden, wovon Rücken und Gelenke profitieren.

Es gibt die Stühle als ausladende Polstersessel, filigrane Stühlchen oder ausgefallene Metallkonstruktionen. Die Designs sind vielfältig und reichen vom nostalgischen Look bis zum puristischen Modell in frischen Farben. Die Vielfalt der Materialien ist groß: Schaukelstühle werden aus Rattan, Aluminium, Plastik oder Holz hergestellt. Auch spezielle Outdoor-Varianten mit wetterfestem Material sind auf dem Markt.

In den letzten Jahren setzt sich immer stärker eine besondere Variante des Schaukelstuhls durch – die Schaukel, die direkt an der Decke befestigt wird. Die Sitzmöbelmanufaktur Freifrau hat eine platzsparende Variante entwickelt: Den schwingenden, von der Decke hängenden Sessel. Weit ausladender sind die Varianten von Dedon. Sie wurden ursprünglich für den Outdoor-Bereich entwickelt und können in Bäumen oder eben an der Decke befestigt werden. Der Fokus liegt auf kreisrunden, großen Sofalandschaften, in denen sich gut entspannen lässt.

Schaukelstühle für Senioren: Vor- und Nachteile

Für Senioren haben Schaukelstühle sowohl Vor- als auch Nachteile. Studien zeigen, dass das Schaukeln besonders auf Demenz-Patienten positive Auswirkungen haben kann. Es soll Aufregung, Ängste, Depressionen und sogar Schmerzen vermindern. Zudem kann das Schaukeln den Gleichgewichtssinn fördern. Ob allerdings ein Schaukelstuhl für Menschen, die bereits an Gleichgewichtsstörungen leiden, das Richtige ist, sollten sie ausprobieren. Schließlich kann das Hin- und Herschwingen auch zu Schwindel führen.

Wichtig ist, dass sich der Besitzer gut aus dem Stuhl erheben kann und dieser nicht wegrutscht, wenn beim Aufstehen auf die vorderen Lehnen Druck ausgeübt wird. Daher sollte der Stuhl über einen Stopper verfügen, der ein Kippen verhindert und das Aufstehen und Setzen erleichtert. Für Senioren geeignet sind Varianten, die wie normale Sessel mit einer zusätzlichen Schaukelfunktion und mit Arm- und einer hohen Rückenlehne ausgestattet sind.

Der richtige Ort für den Schaukelstuhl

Prinzipiell kann ein Schaukelstuhl überall dort stehen, wo genügend Platz vorhanden ist und der Stuhl beim Wippen keinen Schaden anrichten kann. Vor eine Glasvitrine macht er sich folglich eher schlecht. Der Schaukelstuhl dient in der Regel der Entspannung. „Von daher sollte er an einem Ort stehen, an dem man sich gut zurückziehen kann, um dies wirklich genießen zu können. Eine Ecke neben dem Bücherregal vielleicht – es gibt ja einige, die schaukelnderweise gerne lesen. Ein sehr schöner Ort ist im Wintergarten neben vielen Pflanzen, die ja auch eine beruhigende Wirkung auf uns haben“, sagt Kaiser. Das Schlafzimmer ist ebenfalls geeignet. Schaukelstühle machen sich auch gut als Sitzmöbel im Babyzimmer. Dort können Mütter ihre Kinder in Ruhe stillen und in ihren Armen haltend in den Schlaf wiegen.

Welcher Schaukelstuhl passt zu mir?

Schaukelstühle gibt es in zahlreichen Ausführungen, daher sollte die Such nach einem zur Einrichtung und zum eigenen Stil passenden Exemplar kein Problem darstellen. Und falls doch, sind Individualität und Stilbrüche derzeit ohnehin angesagt. Bei der Wahl des richtigen Stuhls sind aber weitere Aspekte entscheidend. „Wichtiges Kriterium ist Stabilität und eine gute Qualität“, sagt Geismann.

Kaiser hat zudem einen Insidertipp: „Eine lange Schaukelkufe ist auf jeden Fall beruhigender als eine kurze, die einen kürzer und damit hektischer schaukeln lässt. Je länger die Kufe, desto mehr Platz nimmt der Schaukelstuhl aber natürlich im Raum ein.“ Zudem sei es schön, wenn der Stuhl eine Kopfstütze hat, damit man eine entspannte Haltung einnehmen kann. Modelle mit kurzer Kufe ohne Kopfteil für den Ess- oder Arbeitsplatz seien gut geeignet für Menschen, die auch beim Sitzen ein bisschen Bewegung benötigen und sonst mit dem Stuhl kippeln würden. „Da ist so ein Schaukelstuhl auf jeden Fall sinnvoll, um dem Bewegungsdrang nachzukommen“, sagt Kaiser.

Wer sich für ein hängendes Modell entscheidet, sollte zuerst die Beschaffenheit der Decke beachten. „Ich vermute, in so manchem Altbau wird die Decke nicht halten. Da muss man die Schaukel schon in einen Holzbalken verankern“, so Geismann. Dabei zähle nicht nur das Gewicht von Sitz und Körper. „Wenn man sich in die Schaukel wirft und schaukelt, entsteht durch die Fliehkräfte eine gewaltige Belastung.“

Eine gute Alternative ist eine passende Angel, also eine Vorrichtung, in die die Schaukel eingehängt wird. Das gab es Geismann zufolge zuerst im Outdoor-Bereich, jetzt ist die Vorrichtung auch für die Inneinrichtung zu haben. Wie immer bei Sitz- und Schlafmöbeln gilt auch beim Schaukelstuhl: Sitzen Sie vor dem Kauf Probe und testen Sie die verschiedenen Modelle aus. Sie sollten Schaukelstühle keinesfalls nur nach optischen Gesichtspunkten auswählen, sonst sind der Ärger und die Enttäuschung später groß.