So halten Sie Schadstoffe von Ihrem Kind fern

Schadstoffe von Kindern fernhalten

© Jenn Evelyn-Ann / unsplash.com

Alle Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder gesund aufwachsen – aber schädlichen Einflüsse lassen sich nicht gänzlich vermeiden. Immonet zeigt Ihnen, wo sich im Kinderalltag Schadstoffe verbergen und was Sie dagegen tun können.

Bei der Renovierung auf die Material achten

Eine schadstofffreie Umgebung beginnt schon bei der Renovierung des Kinderzimmers. Verwenden Sie am besten mineralische Kalkputze und Farben ohne Lösungsmittel. Achten Sie bei allen Materialien auf Etikette und Warnhinweise. Idealerweise sind Sie sind mit den Arbeiten schon einige Wochen vor dem Bezug fertig – so kann das Zimmer auslüften.

Richtig lüften gegen Schimmel

Schimmelsporen kommen ganz natürlich in der Luft vor. Wird zu wenig gelüftet, können sich Schimmelpilze in der Wohnung einnisten. Manche Arten geben sogenannte Aflatoxine ab, die besonders bei Kindern zu Atemwegreizungen führen.

Um dem Problem zuvorzukommen, sollten Sie mehrmals am Tag die Fenster für fünf bis 10 Minuten öffnen, damit die Feuchtigkeit in der Raumluft entweichen kann. Sichtbaren Schimmel sollten Sie nicht mit der chemischen Keule entfernen, da deren Inhaltsstoffe ebenfalls die Atemwege belasten. Verwenden Sie stattdessen Hausmittel wie Alkohol oder Essigessenz.

Sicher ist sicher: Babyphone weit entfernt aufstellen

Auf die Frage der Schädlichkeit von elektromagnetischen Feldern hat die Wissenschaft noch keine eindeutige Antwort gefunden. Dennoch raten Experten dazu, etwa WLAN-Router so weit wie möglich von dem Ort entfernt aufzustellen, an dem Kinder sich bevorzugt aufhalten.

Falls Sie ein Babyphone benutzen, platzieren Sie es in möglichst großem Abstand zum Kopf Ihres Kindes. Besonders strahlungsarme Geräte erkennen Sie im Handel am Umweltzeichen „Blauer Engel“.

Kinderzimmermöbel beeinflussen die Raumluft

Das Kinderbett, der Kleiderschrank und der erste Schreibtisch begleiten den Nachwuchs oft über Jahre hinweg. Viele Hersteller verwenden für diese Möbel Spanplatten. In den darin benutzten Leimen können allerdings Stoffe wie Formaldehyd oder Phenole enthalten sein. Möbel aus Spanplatten dampfen diese Umweltgifte kontinuierlich aus. So kann die Raumluft im Kinderzimmer schnell eine erhöhte Schadstoffkonzentration erreichen. Insbesondere Formaldehyd wirkt in hohen Dosen und über längere Zeit aufgenommen krebserregend.


Eine gesunde, aber auch teurere Alternative sind Möbel aus Massivholz. Können oder wollen Sie sich die nicht leisten, achten Sie beim Kauf auf Gütesiegel. Einen Hinweis auf die Schadstoffbelastung von Möbeln gibt etwa das Emissionslabel der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel(DGM). Sicherheit bietet auch der „Blaue Engel“ auf Bett, Schrank und Co. Das Siegel zeigt, dass keine bedenklichen Mengen an Schadstoffen freigesetzt werden und das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Quellen stammt.

Hygienischer Wickeltisch: Keine Chance für Bakterien

Babys und Kleinkinder werden rund 4.000 Mal gewickelt, bevor sie keine Windeln mehr brauchen. Der Wickeltisch sollte daher mindestens einmal am Tag gereinigt werden. Dazu muss man nicht immer Desinfektionsmittel benutzen. Eine Lauge aus Wasser und Essig reicht meist aus. Nur wenn Stuhlgang oder Urin direkt mit dem Wickeltisch in Kontakt kommen, sollten Sie desinfizieren. Damit Sie keine Bakterien aus der vollen Windel verschleppen, ist Händewachsen nach dem Wickeln Pflicht.

Holzspielzeug – am besten unbehandelt

Besonders beliebt – bei Kindern und Eltern gleichermaßen – ist Spielzeug aus Holz. Farben, Formen oder Beschaffenheit sind hier kaum Grenzen gesetzt. Doch Vorsicht: Die Farbe auf lackierten Bauklötzen oder Greifringen kann Blei oder andere Schwermetalle enthalten. Gerade Kleinkinder nehmen alles in den Mund. So gelangen Schadstoffe in den Körper und können zu Entwicklungsstörungen am Gehirn oder anderen Organen führen.


Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu unbehandelten oder gewachsten Produkten. Geklebtes Holzspielzeug wie beispielsweise Holzpuzzles dünstet oft Formaldehyd aus. Entscheiden Sie sich daher besser für Vollholz-Artikel.

Vorsicht vor PVC und Phtalaten

Auch Kunststoff ist aus den Spielzeugkisten der Kinderzimmer kaum wegzudenken. Spielwaren aus Hartplastik sind meist unbedenklich. Risikoreicher sind etwa Puppen oder aufblasbare Wasserbälle aus PVC, einem zunächst harten Kunststoff, der durch die Zugabe von Weichmachern elastisch wird.

Weichmacher, etwa Phtalate, stehen in Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu gefährden sowie Leber und Niere zu schädigen. Obwohl zahlreiche Regelungen seitens der EU die Verwendung von PVC und Phtalaten einschränken oder gar verbieten, gelangt immer wieder Spielzeug mit diesen Stoffen in den Handel. Kaufen Sie daher, wenn möglich, PVC-freie Spielsachen.

Bei Spielzeug auf Gütezeichen und die eigene Nase achten

Unbelastetes Spielzeug erkennen Sie an verschiedenen Gütesiegeln. Das GS-Zeichen („Geprüfte Sicherheit“) steht für unabhängige Kontrollen. Auch mit dem Label „spielgut“ sind Spielwaren versehen, die schadstofffrei sind. Auf unbedenkliches Holzspielzeug weisen zum Beispiel das Öko-Test-Siegel und der „Blaue Engel“ hin.


Bei Zweifeln fragen Sie lieber nach: Der Händler muss innerhalb von 45 Tagen Auskunft darüber geben, ob gewisse Chemikalien im Spielzeug enthalten sind. Das beste Qualitätssiegel ist aber immer noch Ihre eigen Nase. Riecht ein Spielzeug streng nach Chemie, sollten Sie lieber die Finger davon lassen. Gleiches gilt für parfümierte Spielzeuge – manche Duftstoffe können zu Allergien führen.

Farben in Kleidung können Allergien auslösen

Schadstoffe in der Kleidung können durch den direkten Hautkontakt besonders gefährlich sein. In der Textilherstellung kommen rund 1.900 verschiedene chemische Stoffe zum Einsatz. Nur wenige davon sind hinsichtlich ihrer Auswirkung auf die Gesundheit erforscht.

Eine Kennzeichnungspflicht für die verwendeten Farben oder Chemikalien existiert nicht. Um ganz sicher zu gehen, hilft es nur, Kleidung mit Biosiegel zu kaufen. Die wichtigsten sind „Öko-Tex 1000“, „GOTS“ (Global Organic Textile Standard) und das „EU Eco-Label“. Die wichtigste Regel bei neuer Kleidung: Vor dem ersten Tragen immer waschen.

Second Hand ist (fast) immer eine gute Wahl

Gebrauchte Ausstattung für Ihr Kind ist aus gesundheitlicher Sicht oft die bessere Wahl. Gerade Kinderzimmermöbel aus zweiter Hand sind sehr zu empfehlen, denn eventuell enthaltene Schadstoffe sind bereits zum größten Teil ausgedampft.

Greifen Sie auch zu Kleidung aus Second-Hand-Läden. Sie ist weniger belastet, da sie meist schon oft gewaschen wurde und Chemikalien daher ausgespült worden sind. Bei älterem Plastik-Spielzeug sollten Sie allerdings zurückhaltend sein – weiche Puppen oder Tierfiguren könnten noch schädliche Weichmacher enthalten, die mittlerweile verboten sind.

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