So sichern Sie Ihr Zuhause gegen Einbrecher

Du kommst hier nicht rein: So sichern Sie Ihre Wohnung gegen Einbrecher
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Alle zwei bis drei Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Immonet gibt die wichtigsten Tipps, um die Wohnung vor Eindringlingen zu schützen.

Schloss auswechseln

Ein gutes Schloss kann es Einbrechern schwer machen. Wer seine Wohnung einbruchssicher machen will, sollte beim Kauf vor allem auf die DIN-Bezeichnung achten. Einbruchshemmende Türschlösser tragen folgende Bezeichnungen: Klasse 4 oder 5 mit der DIN 18251. Schlösser mit Mehrfachverriegelungen sind ab Klasse 3 empfehlenswert. Generell gilt: Je höher die Klasse, desto sicherer das Schloss.

Auch der Zylinder muss gegebenenfalls ausgetauscht werden. Beträgt die  Angriffswiderstandklasse 1 oder besser noch 2, erschwert dies das Aufbohren der Tür. Hier lautet die DIN 18252, sichere Türbeschläge haben die DIN 18257.

Tür zusätzlich sichern

Wichtig ist, dass der Türrahmen stabil mit dem Mauerwerk verbunden ist. Die sogenannten Schließbleche (die Aussparung, in der der Türriegel versenkt wird), müssen fest in der Mauer verankert sein. Sind die Schließbleche mindestens 3 Millimeter dick, wird das Aufbrechen der Tür zusätzlich erschwert. 

Um sich vor ungebetenen Gästen zu schützen, helfen Bandsicherungen. Die werden zwischen den Angeln an der Tür und dem Rahmen angebracht. Zusätzlich können noch Querriegelschlösser, die an beiden Seiten des Rahmens befestigt sind, montiert werden. Ein Sperrbügel verhindert das Aufstoßen, wenn die Tür einen Spalt breit geöffnet ist.

Die Tür selbst sollte aus stabilem Material gefertigt sein. Am besten sind Massivholztüren.

Einstiegshilfen Fenster und Balkon

Leicht erreichbare Balkone sind die ideale Einstiegshilfe für Einbrecher. Gleiches gilt für Terrassentüren. Konventionelle Konstruktionen bieten keinen ausreichenden Schutz vor Eindringlingen. Hier muss nachgerüstet werden.

Sichern Sie Fenster und Fenstertüren mit absperrbaren Zusatzsicherungen (Aufbruchsperren). Nur die Fenstergriffe auszutauschen genügt nicht. Terrassen- und Balkontüren können auch mit Rollgittern oder Gittertüren gesichert werden.

Rollläden sind kein Hindernis

Jalousien sehen vielleicht wie ein Hindernis aus, für die meisten Langfinger sind sie aber keines. Häufig werden sie einfach hochgeschoben. Daher lohnt es sich, eine Zusatzssicherung einzubauen. Empfehlenswert sind beispielsweise einbruchhemmende Rollläden der Widerstandsklasse RC2.

Welche Etagen sind besonders gefährdet?

In Mehrfamilienhäusern haben es Einbrecher besonders auf Wohnungen in den oberen  Etagen abgesehen. Hier kommen selten Bewohner vorbei, die Wohnungstür ist meist unbeobachtet. Aber auch Parterrewohnungen sind von außen leicht erreichbar.

Sicherheitstipps

  • Halten Sie die Rollläden nur nachts geschlossen. Tagsüber signalisieren heruntergelassene Jalousien, dass niemand zu Hause ist.
  • Wenn Sie nicht zu Hause sind, können Sie für Ihre Lampen Zeitschaltuhren verwenden. Stellen Sie die Uhr so ein, dass sich das Licht unregelmäßig anschaltet. Dann ist nicht gleich ersichtlich, ob jemand zu Hause ist.
  • Achten Sie darauf, dass die Eingangstür im Mehrfamilienhaus geschlossen ist und öffnen Sie nicht gleich, wenn es klingelt, sondern nutzen Sie lieber die Gegensprechanlage.
  • Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch dann, wenn Sie nur kurz unterwegs sind. Ungesicherte oder gekippte Fenster können leicht geöffnet werden.
  • Deponieren Sie ihren Schlüssel nie im Freien. Einbrecher kennen alle Verstecke.

Grundsätzlich gilt: Das Nachrüsten von Türen, Fenstern, Rahmen, Schlössern und Beschlägen muss sinnvoll aufeinander abgestimmt werden. Sonst bieten die Sicherheitsmaßnahmen keinen idealen Schutz. Am besten lässt man sich vom Profi beraten. Die Polizei gibt ein Herstellerverzeichnis und eine Adressliste mit qualifizierten Fachfirmen heraus.

Förderung für Mieter und Eigenheimbesitzer

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) fördert seit November 2015 Maßnahmen zum Schutz vor Haus- und Wohnungseinbruch. Wer parallel Baumaßnahmen zur Barrierefreiheit plant, kann einen erhöhten Zuschuss in Anspruch nehmen. Die Förderungen sind unter dem Produkt "Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss (455)" zusammengefasst.

Was wird gefördert?

  • Einbau einbruchhemmender Haus- und Wohnungseingangstüren (DIN EN 1627 oder besser)
  • Einbau von Nachrüstsystemen für Haus- und Wohnungseingangstüren (Türzusatzschlösser, Querriegelschlösser mit oder ohne Sperrbügel)
  • Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster (aufschraubbare Fensterstangenschlösser, drehgehemmte Fenstergriffe, Bandseitensicherungen, Pilzkopfverriegelungen)
  • Einbau einbruchhemmender Gitter und Rollläden
  • Einbau von Einbruchs- und Überfallmeldeanlagen (Kamerasysteme, Panikschalter, Personenerkennung an Haus- und Wohnungstüren, intelligente Türschlösser)
  • Einbau von Türspionen
  • Baugebundene Assistenzsysteme (Gegensprechanlagen mit oder ohne Bild, Bewegungsmelder, Beleuchtung, baugebundene Not- und Rufsysteme)

Wer wird gefördert?    

  • Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses mit maximal zwei Wohneinheiten oder einer Wohnung
  • Ersterwerber eines sanierten Ein- oder Zweifamilienhauses oder einer sanierten Wohnung
  • eine Wohnungseigentümergemeinschaft aus Privatpersonen
  • Mieter (mit Zustimmung des Vermieters zu den Umbaumaßnahmen)

Achtung: Der Antrag muss bei der KfW immer vorher gestellt werden.

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