Private Haftpflichtversicherung: Ein Muss für Jeden

Private Haftpflichtversicherung: Ein Muss für Jeden
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In der Regel steht es in jedem Mietvertrag – aber auch, wenn dies nicht ausdrücklich erwähnt ist, gilt: Sie haften als Mieter in voller Höhe für von Ihnen verursachte Schäden an der Mietsache, sofern diese Schäden über eine „normale" Abnutzung hinausgehen.

Zwar kann Sie Ihr Vermieter nicht zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung zwingen und eine entsprechende Klausel im Mietvertrag wäre demzufolge unwirksam (nach Auffassung der Gerichte muss dem Vermieter die geleistete Kaution als Sicherheit genügen), dennoch müssen Sie ggf. auch für alle darüber hinausgehenden Schäden aufkommen und die Kosten notfalls jahrelang abstottern.

Doch es muss nicht gleich das Badezimmer überschwemmt oder gar die Wohnung abgebrannt sein – auch ein Loch im neuen Parkett, ein Sprung im Duschbecken oder ein paar zerbrochene Bodenfliesen in der Küche können bereits unangenehm teuer werden. Mit einer Privat-Haftpflichtversicherung können Sie sich auch vor kleineren Schäden schützen, die Sie, Ihre Kinder oder ein anderes Familienmitglied am Eigentum des Vermieters verursacht haben.

Augen auf: Einige Schäden sind bereits abgedeckt

Sind bestimmte Schäden bereits durch eine Versicherung abgedeckt, die der Mieter im Rahmen der Nebenkosten anteilig bezahlt, haftet er nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit (z.B. wenn einem Mieter der Winterdienst vertraglich übertragen wurde und er seiner Räum- und Streupflicht fahrlässigerweise nicht ausreichend nachgekommen ist). Die eigene Privat-Haftpflichtversicherung zahlt wiederum nur dann, wenn der Schaden fahrlässig, z.B. durch Leichtsinn, Unvorsichtigkeit oder Vergeßlichkeit verursacht wurde, nicht jedoch bei vorsätzlich herbeigeführten Schäden wie z.B. durch Brandstiftung.

Die Deckungssumme ist entscheidend

Mietsachschäden sind in allen derzeit angebotenen Haftpflichtversicherungen standardmäßig mitversichert. Sicherheitshalber sollten Sie dennoch auf eventuelle Ausschlussklauseln achten (z.B. für Garagen, Außenflächen etc.) und vor allem darauf, dass die Deckungssumme im Ernstfall auch hoch genug ist! So gilt die „allgemein" vereinbarte Deckungssumme der Versicherungspolice – z.B. eine Million Euro für Personen- und Sachschäden – nicht automatisch auch für Mietsachschäden. Vielmehr enthalten die Verträge hierfür häufig niedrigere Obergrenzen, die laut Stiftung Warentest von Versicherungspolice zu Versicherungspolice erheblich variieren. So beträgt der Höchstschutz für Mietsachschäden häufig nur 25.000 Euro. Bei einem Wohnungsbrand beispielsweise kann der Schaden aber schnell diese Grenze überschreiten. Insbesondere die Mieter teurer Wohnungen oder Einfamilienhäuser sollten deshalb aufpassen, dass ihre Versicherungspolice auch bei einem Totalschaden ausreichend Ersatz leistet.

Hundehalter brauchen eine Extra-Versicherung

Ob umgeworfene Kerzen oder angeknabberte Leitungen – auch Tiere können in bzw. an der Wohnung erheblichen Schaden anrichten. Während kleine Haustiere wie Meerschweinchen, Wellensittiche oder auch Katzen in der Privathaftpflichtversicherung berücksichtigt sind, müssen Hundebesitzer eine gesonderte Tierhalter-Haftpflichtversicherung abschließen.

Glas und gemietete Möbel sind nicht mit versichert

Der Schutz der Privat-Haftpflichtversicherung bezieht sich immer nur auf die zu Wohnzwecken angemieteten Räume. Geliehene oder gemietete Gegenstände sind dagegen generell von der Haftpflichtversicherung ausgeschlossen, was in der Praxis immer wieder zu Abgrenzungsproblemen und Auseinandersetzungen führt. In der Regel werden Schäden an fest mit der Wohnung verbundenem Inventar, wie z.B. an Teppichböden oder Einbauschränken, von der Haftpflichtversicherung erfasst, sofern sie nicht auf normale Abnutzung oder Verschleiß zurückzuführen sind (Ausnahmen: Schäden an Heizungsanlagen, an Warmwasserbereitungsanlagen sowie an Elektro- und Gasgeräten). Verkratzen Sie jedoch beispielsweise eine Kommode, die Ihnen der Vermieter in der Wohnung überlassen hat, müssen Sie den Schaden aus eigener Tasche bezahlen, da weder Haftpflicht- noch Hausratversicherung dafür aufkommen. Meist werden solche Schäden aus der Kautionssumme reguliert.

Ebenfalls nicht abgedeckt sind Schäden an der Verglasung der Wohnung. Diese Lücke kann durch eine spezielle Glasversicherung (z.B. bei der Hausratversicherung) geschlossen werden, was sich aber erfahrungsgemäß nur dann wirklich lohnt, wenn die gemietete Wohnung oder das Haus über außergewöhnlich viele oder große Glasflächen verfügt (z.B. Wintergarten). In den meisten Fällen ist eine Reparatur günstiger als die Versicherung.

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