Köpfe der Immobilienbranche: Dirk Wohltorf

Dirk Wohltorf zum gekippten Berliner Mietspiegel
© Dirk Wohltorf

Der Familienbetrieb Wohltorf Immobilien ist auf Wohnimmobilien im Nordwesten Berlins spezialisiert und bereits seit 18 Jahren in der Branche tätig. In Frohnau und Tegel betreibt Dirk Wohltorf zwei Maklerbüros, seit 2010 ist er Berlins erster nach der neuen EU Richtlinie DIN EN 15733 zertifizierter Immobilienmakler. Studienabschlüsse an der Europäischen Immobilienakademie (EIA) sowie an der European Business School (EBS) runden sein Kompetenzspektrum ab. Wohltorf ist seit vielen Jahren Vorstandsvorsitzender des Immobilienverbands Deutschland (IVD) Berlin-Brandenburg. Zudem ist er als Vorstand, Lehrgangsleiter und Dozent an der Europäischen Immobilien Akademie (EIA) tätig.

Wie beurteilen Sie die Entscheidung des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg, den Berliner Mietspiegel für unwirksam zu erklären?

Seit Jahren weist der IVD Berlin-Brandenburg auf den Umstand hin, dass der Berliner Mietspiegel wohl kaum das Prädikat „qualifiziert“ verdient hat. So wird unter anderem der Betrachtungszeitraum von vier Jahren einer dynamischen Stadt wie Berlin in keiner Weise gerecht, vor allem wenn es nach der jüngst beschlossenen Mietpreisbremse auch darum geht, Neuvertragsmieten zu deckeln. Wer den Markt realitätsnah abbilden will, wird für die ortsübliche Vergleichsmiete bei einer Neuvermietung die Abschlussmieten der vergangenen zwei bis drei Jahren betrachten müssen. Das kann der Berliner Mietspiegel gar nicht leisten. Zudem ist auch zu klären, wie viele Neuvertragsmieten in die Statistik eingehen und welche Mieten generell gemeldet werden, denn die Teilnahme bei der Erhebung ist freiwillig. Das führt sicherlich zu Verzerrungen.
Im Gegensatz dazu veröffentlicht der IVD Ende Juni seinen Marktmietspiegel der diesen Anforderungen gerecht wird. Dass die Ergebnisse darin dem Berliner Senat nicht schmecken, leuchtet ein. Denn in der Regel weist der IVD Marktmietspiegel natürlich höhere Abschlussmieten als der Berliner Mietspiegel aus.

Erwarten Sie Konsequenzen für die Mietpreisbremse durch das Urteil?

Bemerkenswert ist, dass das Urteil des Amtsgerichtes Berlin-Charlottenburg dem Berliner Mietspiegel die wissenschaftliche Methodik abspricht. Auf diese Weise kassiert das Gericht die komplette Grundlage der erst vor Kurzem weitergedrehten Regulierungsspirale, der Mietpreisbremse, die ja für ganz Berlin gelten soll. Denn nur wenn ein fundierter Vergleich der Mieten möglich ist bzw. eine ortsübliche Vergleichsmiete statistisch sauber und nachvollziehbar berechnet bzw. evaluiert wird, kann die Mietpreisbremse zum Einsatz kommen. Im Klartext heißt das: Die für den 1. Juni geplante Einsetzung der Mietpreisbremse in Berlin muss ausgesetzt werden, um tausende jetzt vorprogrammierte Rechtsstreitigkeiten zu verhindern. Alles andere wäre verantwortungslos.
Im gesamten Bundesgebiet wurde der Berliner Mietspiegel stets als Paradebeispiel eines Mietspiegels ins Gespräch gebracht. Dass dem nicht so ist, wissen wir jetzt, auch wenn das Urteil noch nicht in der letzten Instanz gefallen ist. Soviel sollte aber klar geworden sein: Die Einführung einer Mietpreisbremse steht und fällt mit dem Mietspiegel. Wenn schon das Berliner Exemplar bei den Juristen durchfällt, wie werden die Richter wohl in Städten entscheiden, in denen die Mietspiegel auf noch wackeligerer wissenschaftlicher Basis stehen?

Wie bewerten die Services von Immonet für ihre Unternehmen?

Bei Wohltorf Immobilien nutzen wir den Immonet Manager, die Software unterstützt uns wirkungsvoll in unserer professionellen Makleraufgabe, Interessenten mit Verkäufern oder Vermietern über die Kundenschnittstelle zusammenzubringen. Diese Kombination aus Portal und Software ist für uns sehr wichtig und wir freuen uns darüber, dass wir schon so lange erfolgreich mit Immonet zusammenarbeiten.