Köpfe der Immobilienbranche: Jürgen Michael Schick

Köpfe der Immobilienbranche: Jürgen Michael Schick
© Michael Schick Immobilien

Seit rund 25 Jahren ist der Immobilienökonom Jürgen Michael Schick im Immobiliensegment aktiv. Seine Firma „MIichael Schick Immobilien GmbH & Co. KG“ ist eines der führenden Berliner Maklerunternehmen für Zinshäuser. Bis heute ist er als Investmentmakler tätig. 2005 qualifizierte er sich zum Professionel Member der Royal Institution of Chartered Surveyors (MRICS) und erwarb den Status eines internationalen Sachverständigen. 2010 wurde er als erster Makler Deutschlands mit der neuen EU-Norm DIN EN 15733 für Anlageimmobilien zertifiziert.

Bereits seit 2002 bringt Jürgen Michael Schick seine immobilienwirtschaftlichen Kompetenzen als Vizepräsident und Sprecher beim Immobilienverband IVD ein. Im Juni 2015 wurde er einstimmig zum Präsidenten des Immobilienverbandes IVD gewählt.

Kürzlich wurden Sie zum neuen Präsidenten des IVD gewählt – welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Jürgen Michael Schick: Das wichtigste Thema in den kommenden vier Jahren ist es, ein modernes und innovatives Berufsbild von Maklern, Verwaltern und Sachverständigen zu gestalten und der Berufsgruppe so eine erfolgsversprechende Zukunft zu ermöglichen. Das umfasst die technologischen Herausforderungen ebenso wie maklerrechtliche Fragen. Außerdem wollen wir die Marke IVD stärken, vor allem, indem wir die fachliche Qualifikation der IVD-Mitglieder herausstellen. Wir stehen für die Professionalisierung der Branche. Die gute politische Arbeit des Verbands werden wir weiter fortsetzen und ausbauen.

Derzeit werden die fragwürdigen wohnungspolitischen Entscheidungen der vergangenen Jahre augenscheinlich fortgesetzt. Vermieter und Makler sollen für die Versäumnisse der Politik, die die Wohnraumverknappung in den Großstädten verschlafen hat, verantwortlich gemacht werden. Das muss endlich aufhören. Wir werden unsere Stimme dazu noch deutlicher zu Gehör bringen.

Das Bestellerprinzip gilt seit dem 1. Juni. Welche Auswirkungen konnten Sie bisher für die Branche der Makler feststellen?

Durch das „falsche Bestellerprinzip“ ist es für einen Mieter fast unmöglich, einen Makler kostenpflichtig zu beauftragen. Es lohnt sich für Makler überwiegend einfach nicht mehr, Verträge mit Wohnungssuchenden abzuschließen. Wohnungsvermittler konzentrieren sich jetzt natürlich auf passgenaue Angebote für die Vermieter. Dabei dürfen sie aber nicht vergessen, dass die Vermietung von Mietwohnungen eine Dienstleistung ist, die unseren Auftraggebern einen guten Nutzen bringt und nicht für ein Taschengeld zu haben ist. Wer hier ein attraktives Angebot macht, sollte selbstbewusst einen angemessenen Preis fordern. Wir sind unser Geld wert!

Welche Entwicklungen erwarten Sie mittel- und langfristig durch das Mietrechtsnovellierungsgesetz (Mietpreisbremse)?

Schon heute finden Suchende weniger freie Mietwohnungen im offenen Markt als vor der Einführung des Gesetzes. Wohnungssuchende sind aus meiner Sicht langfristig definitiv nicht auf der Gewinnerseite. Vermieter müssen sich jetzt erst einmal mit dem sehr konfliktträchtigen Thema der Mietpreisbremse auseinandersetzen und die richtige, individuelle Strategie dazu entwickeln. Zum Glück lassen sich potenzielle Investoren davon nicht abschrecken, sondern nutzen das Zinstief auch weiterhin für gute Investitionen in den deutschen Immobilienmarkt.