Köpfe der Immobilienbranche: Helge und Toni Mühlfeld

Toni und Helge Mühlfeld
© Mühlfed Immobilien

Kerngeschäft der Mühlfeld Immobilien OHG ist die Vermittlung von Wohnimmobilien zum Kauf. Im Rahmen dessen berät das Familienunternehmen in erster Linie Immobilieneigentümer in Weinheim an der Bergstraße und im nahegelegenen Odenwald. Die „Vater-Sohn-Unternehmung“ besteht aus zwei Geschäftsstellen und durch die generationenübergreifende Zusammenarbeit werden fast 30 Jahre Erfahrung bei der Immobilienberatung und innovative Impulse sehr erfolgreich kombiniert. Toni Mühlfeld: “Wir haben beide fachspezifisch studiert. Das ist für uns eine selbstverständliche Grundlage. Dennoch möchten wir uns selbst und das Unternehmen stets weiterentwickeln. Die Umstellung auf die reine Innenprovision war somit keine spontane Idee, sondern eine sehr überlegte Entscheidung aus Überzeugung.“

Warum hat sich Ihr Unternehmen schon vor Jahren für das Verkäufer-Vergütungsmodell entschieden?

Helge Mühlfeld: „Die Entscheidung zur Umstellung des Provisionsmodells habe ich vor fünf Jahren getroffen. Es ist dabei wichtig zu wissen, dass wir in unserer Region zwei direkt angrenzende und doch sehr unterschiedliche Immobilienteilmärkte vorfinden. Der Bergsträßer Markt, welcher durch kleinstädtisches bis städtisches Wohnen und somit durch eine sehr gute Infrastruktur geprägt ist, ist ein klarer Verkäufermarkt. Nur wenige Kilometer, im ländlich geprägten Odenwald, finden wir allerdings eine völlig umgekehrte Situation vor. Die Suche der Immobilienverkäufer nach passenden Käufern ist hier sehr mühselig und die finanziellen Möglichkeiten der wenigen Interessenten sind teilweise sehr beschränkt. In solch einem Marktumfeld weiter mit einer geteilten oder gar reinen Käuferprovision zu arbeiten, erschien mir nur wenig marktangepasst. Die Entscheidung für ein Verkäufer-Vergütungsmodell trug rasch dazu bei, dass „unsere“ Immobilien einen Wettbewerbsvorteil erlangten und den Käufern, durch die Reduzierung der Erwerbsnebenkosten, die Finanzierung erleichtert wurde. Im Rückblick kann ich sagen, dass dieses Vergütungsmodell sehr gut angenommen worden ist. So ist auch die Anzahl der Vermittlungsaufträge konstant geblieben."

Toni Mühlfeld: „Von Beginn an und mit der Eröffnung der zweiten Geschäftsstelle war klar, dass wir auch in Weinheim diese Art der Vergütung beibehalten. Wir betreiben ein gemeinsames Unternehmen und ein einheitliches Provisionssystem ist nur konsequent. Wir finden in Weinheim wie gesagt zwar eine völlig andere Marktsituation vor, doch für die reine Innenprovision sprechen noch weitere Punkte. Zum einen haben wir eine ganz klare Interessenvertretung: Unser Auftraggeber ist der Verkäufer und auch nur zu diesem haben wir eine Vertragsbeziehung. In Preisgesprächen ergreifen wir also eine ganz klare Position und auch das lästige Thema der Belehrung unserer Interessenten bezüglich der Widerrufsmöglichkeiten fällt weg. Wir geraten also in keinen Interessenkonflikt und sparen zudem sehr viel Zeit. Zum anderen sind wir vom Prinzip, „Wer bestellt, bezahlt“ überzeugt und halten dieses für gerecht. Immerhin erbringen wir das Gros unserer Leistung für den Verkäufer. Er ist es auch, der uns beauftragt, ihn bei der Vermarktung seiner Immobilie zu unterstützen und zu dem wir über die Zeit der Vermarktung ein großes Vertrauensverhältnis aufbauen. Die Einführung des Bestellerprinzips bei Vermietungen zeigt uns, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden und dieser Entwicklung sogar vorgegriffen haben."

Welche Konsequenzen für den Immobilienmarkt erwarten Sie von der Einführung des Bestellerprinzips?

Toni Mühlfeld: "Wir sind reine Verkaufsexperten und möchten uns im Bereich der Vermietung nicht zu detailliert äußern. Übergeordnet und langfristig betrachtet könnte mit der Einführung des Bestellerprinzips eine Professionalisierung der Branche erfolgen. In den meisten Fällen wird es der Vermieter sein, der den Makler bestellt und somit vergütungspflichtig wird. Sieht dieser also auch die Notwendigkeit, sich durch einen Makler unterstützen zu lassen, wird er sehr genau prüfen, wen er für sich arbeiten lässt. Die Mitgliedschaft in unserem Berufsverband und eine fachbezogene Ausbildung können dann ein klarer Wettbewerbsvorteil für Maklerunternehmen sein. Wir hoffen auf eine Bereinigung des Marktes, denn dies wäre vor allem für die Verbesserung des eher negativen Images des Maklers von Vorteil."

Helge Mühlfeld: "Generell ist die qualitative Vorprüfung von Maklerunternehmen aber noch sehr schwierig. Vor allem der Verkauf von Immobilien ist für einen Eigentümer in der Regel eine einmalige Angelegenheit. Hier wäre es hilfreich, wenn dieser anhand einheitlicher Qualitätsmaßstäbe und erforderlicher Fachkundenachweise den richtigen Berater zur Seite bekäme. Eine höhere Zufriedenheit mit der Maklerleistung im Allgemeinen wäre die Folge und ein wichtiger Schritt zur Steigerung der Wertschätzung unserer Dienstleistung wäre getan."

Wie schätzen Sie die Services von Immonet für Ihr Unternehmen ein?

Toni Mühlfeld: "Die Services von Immonet sind in zweierlei Hinsicht sehr wichtig für uns. Zum einen nutzen wir die hauseigene Immobiliensoftware. Der ImmonetManager ist aus unserer Sicht im Bereich „Preis-Leistung“ kaum zu überbieten. Wir schätzen Programme, die wir zu nahezu 100 % ausschöpfen können. Mit der Auswahl, die wir sehr intensiv vorbereitet haben, sind wir noch immer sehr zufrieden. Zum anderen ist Immonet ein sehr wichtiger „Gegenspieler“ zu anderen Marktteilnehmern. Wir sehen Immonet also als bedeutenden Partner, der für und mit uns unser Branchenumfeld gestaltet. Dies zeigt schon die exklusive Kooperation mit dem IVD."