Altersgerechte Neubauimmobilien

Altersgerechte Neubauimmobilien
© iStock / kupicoo

Laut Statistischem Bundesamt sind schon heute rund 20 Prozent der Menschen 65 Jahre oder älter, in zwanzig Jahren werden es mehr als 29 Prozent sein. Der Bedarf an altersgerechten Immobilien wird demnach in den kommenden Jahren deutlich steigen.

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Frühzeitige Planung

Wer so lange wie möglich in der gewohnten Umgebung bleiben will, sollte beim Neubau einer Eigentumswohnung oder eines Hauses schon frühzeitig über eine barrierefreie Grundrissgestaltung und eine zentrale Lage der Immobilie nachdenken. Worauf Sie achten sollten, hat Immonet zusammengestellt.

Grundrissgestaltung: Großzügig und barrierefrei

Stil und Funktionalität müssen sich bei einer altersgerechten Grundrissgestaltung nicht ausschließen. Im Gegenteil: Eine großzügige Raumaufteilung, die viel Bewegungsfreiheit bietet, ist ebenso altersgerecht wie modern. Schließlich liegen offene Raumstrukturen, die sich flexibel gestalten lassen und viel Platz bieten, voll im Trend.

Ebenso sollten Sie von vorn herein darüber nachzudenken, ob Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung barrierefrei gestalten. Denken Sie also darüber nach, ob Sie auf Treppenstufen bzw. Mehrgeschossigkeit verzichten können. Wenn Sie ein Haus bauen, würde sich in diesem Zusammenhang ein Bungalow anbieten. Beim Kauf einer neuen Eigentumswohnung achten Sie in jedem Fall darauf, dass das Haus über einen Fahrstuhl verfügt und sich die Wohnung nur über eine Ebene erstreckt.

Türen

Bedenken Sie, dass Türen mindestens eine Breite von 80 Zentimetern (besser 90 Zentimeter) haben, damit gegebenenfalls auch ein Rollator oder ein Rollstuhl problemlos hindurch passt. Besonders freundlich für Rollstuhlfahrer sind Schiebetüren.

Das Badezimmer

Generell gilt für alle Räume: auf schmale Gänge, potentielle Stolperfallen sowie enge Nischen und Ecken möglichst verzichten. Vor allem beim Badezimmer sollten Sie von Anfang an so planen, dass Sie genügend Bewegungsfreiheit haben, empfehlenswert ist hier eine Größe von mindestens sieben Quadratmetern. (Der Wenderadius eines Rollstuhls beträgt in der Regel 1,50 Meter.) Die Dusche sollte ebenerdig sein. Für Leute, die gerne baden, gibt es Badewannen mit wasserdichten Türen, die den Einstieg erleichtern.     

Wahl des Bodens

Wenn es um die Wahl des Fußbodenbelags geht, sollte er in erster Linie Ihre ästhetischen Ansprüche erfüllen. Im Gegensatz zum Grundriss lässt sich der Boden schließlich auch später noch ohne großen Aufwand austauschen bzw. den speziellen Gegebenheiten anpassen. Welche Ansprüche der Boden in einer altergerechten Wohnung erfüllen muss, hängt von den körperlichen Beeinträchtigungen der Bewohner ab.

Für Rollstuhlfahrer zum Beispiel sollte ein Boden einen geringen Rollwiderstand haben (Parkett, Fliesen, Lenolium oder hochwertiges Laminat würden sich hierfür bestens eignen). Ältere Menschen, die unsicher auf den Beinen sind und häufig fallen, sollten rutschhemmende Böden wählen (in diesem Fall kommen unter anderem bestimmte Fliesen oder PVC-Beläge in Frage).

Setzen Sie auf moderne Technik

Elektrische Rolläden und Fensteröffner, LED-Leuchten mit Bewegungsmelder, ein Herd, der sich nach einer Weile automatisch ausstellt und eine moderne Türsprechanlage (gegebenfalls mit Kamera) gehören zu einer altersgerechten  Ausstattung unbedingt dazu. Achten Sie auch bei der Installation von Steckdosen und Lichtschaltern darauf, dass diese in einer Höhe angebracht sind, die Sie auch sitzend erreichen könnten.

Wählen Sie eine zentrale Lage und ein soziales Umfeld

Beim Kauf einer Neubauimmobilie ist die Lage besonders wichtig. Lassen Sie sich mit dieser Entscheidung also ausreichend Zeit und wägen Sie gründlich ab. Schließlich lässt sich die Lage im Nachhinein nicht mehr verändern. Vor allem für ältere Menschen ist es besonders wichtig, in zentraler Lage zu wohnen, von wo aus der nächste Supermarkt, Arzt, Apotheke und öffentliche Verkehrsmittel leicht erreichbar sind.

Achten Sie außerdem auf ein nettes, soziales Umfeld. Denn zu wissen, dass Familienmitglieder, Freunde oder nette Nachbarn einem im Alltag kleine Erledigungen abnehmen können und im Ernstfall schnell erreichbar sind, gibt einem Sicherheit.

Übrigens: Ein besonderes Konzept ist in diesem Zusammenhang das sogenannte Mehrgenerationenhaus. In solchen Wohnprojekten leben die einzelnen Bewohner zwar unter einem Dach und teilen sich oftmals diverse Gemeinschaftsräume, können sich nach Bedarf aber ebenso in ihre eigenen Räumlichkeiten zurückziehen.

Jung und Alt profitieren hierbei voneinander: So können Senioren beispielsweise junge Familien bei der Kinderbetreuung unterstützen und die Jungen den Älteren bei Besorgungen und Reparaturen im Haushalt helfen.

Lesen Sie mehr über das Mehrgenerationenhaus

Außenanlagen

Was für die Innenausstattung Ihrer Eigentumswohnung / Ihres Hauses gilt, gilt ebenso für den Außenbereich. Einfahrt, Wege, Garten und Terrasse sollten unbedingt barrierefrei gestaltet und grade gepflastert sein, um Stolperfallen zu vermeiden. Achten Sie auf einen rutschfesten und strapazierfähigen Boden.

Die Wege im Außenbereich sollten möglichst eine Breite von 1,50 Meter haben. Legen Sie pflegeleichte Beete an, ideal sind Hochbeete, um ständiges Bücken zu vermeiden.

Tipp: Streuen Sie in den Beeten Rindenmulch, dann sparen Sie sich ständiges Umgraben, haben mit weniger Unkraut zu kämpfen und versorgen den Boden mit wichtigen Nährstoffen.

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