Wasserzähler – vom Zähler hin zum Onlineservice

Wasserzähler
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Es geht um Wasser, sehr viel Wasser: Jeder Deutsche verbraucht im Schnitt 127 Liter Trinkwasser am Tag – fürs Duschen, zum Kochen, fürs Blumengießen. Wie viel wofür verwendet wird, lässt sich mit herkömmlicher Messtechnik nur Pi mal Daumen ermitteln. Um die tatsächliche Menge und die Kosten im Blick zu haben, setzen deshalb immer mehr Hauseigentümer auf separate Zähler: einen fürs Haus, einen für den Garten.

Moderne Messtechnik auch für draußen

Nein, Wasseruhren, wie sie oft genannt werden, gibt es nicht. Korrekt heißen die Messtechnik-Instrumente, die den täglichen Wasserverbrauch addieren: Wasserzähler. Jeder hat ihn, nur nicht jeder Hausbewohner liest ihn auch ab. Das sollte er aber, wie Umweltverbände meinen. Vor allem jetzt im Sommer. Denn dann könnte er eine Ahnung bekommen, wie viel beispielsweise fürs Rasensprengen durch die Leitung gepumpt wird - Wasser, für das in der Regel eine Entwässerungsgebühr fällig wird, obwohl kein Tropfen davon ins öffentliche Kanalnetz fließt.

Dicke Ersparnis: Wasserzähler für den Außenhahn im Garten

Stiftung Warentest hat's mit Hilfe moderner Messtechnik nachgerechnet. Auf Grundlage der Faustformel fürs Sprengen im Sommer, einmal in der Woche etwa zehn Liter Wasser je Quadratmeter, müsste ein Gartenbesitzer, dessen Anlage 200 Quadratmeter groß ist, rund acht- bis zehnmal im Jahr mindestens 2000 Liter laufen lassen. Dieser Gärtner würde in Berlin, wo 1000 Liter 4,73 Euro kosten, jedes Mal 9,46 Euro für das Gießen von Rasen und Blumen zahlen. Während des gesamten Sommers käme er auf mehr als 90 Euro. Geld, das sich mit Hilfe eines separaten Wasserzählers für den Garten oftmals einsparen lässt.

Messtechnik für den Garten

Der separate Wasserzähler zählt die Liter fürs Sprengen und Gießen, sodass sie vom Abwasser, das in den Kanal gurgelt, exakt abgezogen werden können. Zu beachten ist dabei: Nicht jede Kommune akzeptiert jedes Messtechnik-Modell für den Garten. In einigen sind Messinstrumente, die einfach auf den Hahn geschraubt und verplombt werden, nicht zugelassen. Sie verlangen ausschließlich Zähler, die innerhalb eines Gebäudes installiert werden. Doch auch für diesen Fall halten Hersteller passende Lösungen bereit. Je nach Aufwand, der betrieben werden muss, kosten sie zwischen 200 und 500 Euro. Das heißt: Der Einbau dieser Messtechnik amortisiert sich im Regelfall erst nach mehreren Sommern.

Intelligente Messtechnik-Systeme für Haus und Garten

Dass Wasser ein kostbares Gut ist und deshalb sparsam mit ihm umgegangen werden muss, propagieren nicht nur Umweltverbände. Auch die Europäische Union fordert zum schonenden Umgang mit der Ressource auf - und setzt auf neue Messtechnik, die es Verbrauchern möglich machen soll, sich jederzeit über ihren tatsächlichen Verbrauch zu informieren. Statt mehrere separate Zähler soll es künftig nur noch einen für alles geben: Strom, Gas, Wasser. Das intelligente Messtechnik-System, auch "Smart Metering" genannt, soll sämtliche Daten über ein integriertes Kommunikationssystem an den Versorger senden - und für den Haushalt jeden Wert jederzeit abrufbar machen.

Messtechnik online

Wer wissen will, wie viel wofür wann verbraucht wurde, soll künftig einfach über das Internet seine Daten erfragen können. Die EU verbucht das nicht unter bloßen Service, sondern verspricht sich davon vor allem, dass Konsumenten fortan mehr sparen als bisher. Der Anreiz zum nachhaltigen Ressourcenumgang mit Hilfe moderner Messtechnik: Die simple Erkenntnis über den stündlichen Verbrauch von Strom, Gas und Wasser - aufgeschlüsselt in einem Diagramm, in dem sämtliche Werte auf die Sekunde genau einsehbar sind. Welchen heilsamen Effekt es haben kann, über die tatsächlichen Mengen an genutzter Energie stets Bescheid zu wissen, ist bereits in Haushalten getestet worden. In einem Abschlussbericht heißt es, dass der Blick in die Liste der teilweise sehr hohen Verbrauchsdaten manche Kandidaten "richtig fassungslos" gemacht hatte.