Massivhaus oder Fertighaus?

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Beim Bau eines neuen Hauses steht jeder Bauherr vor der Frage, welche Bauweise die attraktivste ist. Ob nun Fertighaus oder Massivhaus, beide Konstruktionsarten bieten Vor- und Nachteile. Die ideale Bauart hängt ganz von den eigenen Wünschen und finanziellen Möglichkeiten ab.

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Was ist ein Massivhaus?

Bei der Massivbauweise wird nach traditioneller Art Stein auf Stein gemauert. Die tragenden Wände und die Gebäudehülle bestehen aus natürlichen sowie massiven Baumaterialien wie Porenbeton, Ziegelstein oder Kalksandstein. Zu den spezifischen Auswahlkriterien  der Baumaterialien zählen die Eigenschaften bezüglich Wärmedämmung, Schall- und Brandschutz sowie der Festigkeit des Materials. Alle Bausteine sind heutzutage sehr passgenau aufgebaut und werden mit einer geringen Menge Mörtel zu einer massiven Mauer zusammengesetzt.

Vorteile beim Massivhaus

  • Bei der Massivbauweise ist eine sehr individuelle Planung möglich – mit dem nötigen Budget und einem Architekten lassen sich nahezu alle Wohnwünsche in die Tat umsetzen.
  • Da Massivhäuser vorwiegend aus natürlichen Produkten bestehen, sind die Absorption und die Freigabe von Wasserdampf optimal – das sorgt für ein gesundes Raumklima.
  • Massivhäuser sind wertbeständig – sie werden häufig mehr als hundert Jahre alt und gelten somit als besonders langlebig.
  • Die schweren Baumaterialien bieten ideale Trittschall-Eigenschaften, die besonders bei Familien mit Kindern für angenehme Ruhe sorgen.
  • Da nicht nur Außenwände, sondern auch Innenwände aus massiven Steinen bestehen, steht die gesamte Konstruktion für eine hervorragende Wärmespeicherung.
  • Massivhäuser bieten optimale Brandschutzeigenschaften, da die Mehrzahl der Baustoffe aus nicht brennbaren Materialien besteht.
  • Die Massivbauweise schützt deren Bewohner optimal vor intensiver Sonneneinstrahlung.

Nachteile der Massivbauweise

  • Der Bau eines Massivhauses dauert wesentlich länger als der eines Fertighauses – durchschnittlich werden acht Monate bis zur Fertigstellung eines Massivhauses benötigt.
  • Wird dem Massivhaus nicht genügend Zeit zur Austrocknung gewährt, neigt es zur Bildung von Nässe und Schimmel.
  • In den meisten Fällen sind Massivhäuser teurer als Fertighäuser, wobei auch die Erstellung eines Fertighauses hochpreisig werden kann, wenn entsprechend teure Materialien verwendet werden.

Was ist ein Fertighaus?

Fertighäuser sind Gebäude mit vorgefertigter Grundkonstruktion. Zumeist handelt es sich dabei um eine industriell gefertigte Holzkonstruktion, die auf die Baustelle transportiert und vor Ort montiert wird. Zuvor wird die Konstruktion besonders passgenau in einer trockenen Halle gefertigt. Meist handelt es sich dabei um ein Ständerwerk aus Holzrahmen, das beidseitig mit Platten verkleidet wird. Der vorgefertigte Aufbau verläuft besonders unproblematisch aufgrund der Zusammensetzung und der schon vielfach erprobten Bauweise im Fertighaus-Bereich. In Architektur und Grundriss ist der Bauherr an die Vorgaben des Anbieters gebunden – sämtliche Änderungen schlagen sich auf den Preis nieder. Türen, Wände, Böden, Fliesen und Putze können indes vom Bauherrn gewählt werden.

Vorteile beim Fertighaus

  • Fertighäuser lassen sich in wenigen Tagen errichten, während beim  Aufbau eines Massivhauses bis zu einem dreiviertel Jahr kalkuliert werden müssen, bis es bezugsfertig ist.
  • Da alles aus einem Guss ist, stößt der Bauherr während des Bauvorhabens seltener auf Probleme: Denn durch die vorgefertigte Konstruktion kommt es seltener zu Beanstandungen in der Bauphase.
  • Fertighäuser, die in hoher Stückzahl aus Fertigbauelementen produziert werden, sind deutlich günstiger als individuell geplante Massivhäuser gleicher Größe.
  • Wege zu Behörden und Ämtern sind reduziert und es gibt meist nur einen Ansprechpartner bei der Fertighaus-Produktion.
  • Das Haus kann vorher als Musterhaus besichtigt werden.

Nachteile der Fertighausbauweise

  • Die Gestaltungsmöglichkeiten von Grundriss und Materialien sind eingeschränkt und bei Änderungs-Bedarf mit hohen Zusatzkosten verbunden.
  • Die Trittschall-Eigenschaften sind deutlich geringer als bei der Massivbauweise.
  • Die Luftdichtheit von Bauteilen an Anschlüssen ist häufig problematisch.
  • Der Wiederverkaufswert von Fertighäusern entpuppt sich oftmals ungünstiger als bei Massivhäusern.
  • Die Beleihung durch Banken ist aufgrund der geringer erwarteten Lebensdauer oftmals ungünstiger.
  • Durch die verwendeten Materialien sind sowohl die Luftaustauschmöglichkeit sowie die Brandschutzbeständigkeit geringer.

Fazit: Fertighaus oder Massivhaus?

Ein Beratungsgespräch mit unabhängigen Beratern hilft, die optimale Bauweise zu finden, die für die eigenen Bedürfnisse ideal ist. Wer über ein geringes Budget verfügt und einem engen Zeitplan unterliegt, wird sich eher für ein Fertighaus entscheiden. Vorteile für zahlungskräftige Bauherren bieten Massivhäuser mit ihrer individuellen und langlebigen Bauweise.

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