Bauen mit Lehm

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Lehm zählt zu den ältesten Baustoffen, wurde aber lange Zeit als Material für arme Leute geschmäht. Erst der Boom der ökologischen Bauweise verhalf Lehm zu neuem Ruhm und der kommt nicht von ungefähr: In Räumen mit lehmverputzten Wänden wohnt es sich besonders behaglich, da das Material die Luftfeuchtigkeit optimal reguliert und Schadstoffe sowie Gerüche bindet.

Versuche mit Lehmsteinen haben gezeigt, dass diese innerhalb von zwei Wochen etwa dreißigmal so viel Feuchtigkeit aufnehmen können, wie Vollziegel. Um die Luftfeuchtigkeit zu regulieren und diese bei konstanten 50 Prozent zu halten, genügt schon eine zwei bis drei Zentimeter dicke Lehmputzschicht. Die im Gemisch enthaltenen Tonmineralien sind zudem dafür bekannt, Schadstoffe zu binden ohne diese wieder an die Raumluft abzugeben. Darüber hinaus wirkt Lehm schalldämmend und besitzt hervorragende Eigenschaften zur Wärmespeicherung. In Räumen mit lehmverputzten Wänden bleibt es während heißer Sommertage angenehm kühl und im frostigen Winter kuschelig warm. Lehm ist zudem nicht brennbar.

Bestandteile und Verarbeitung von Lehmbaustoffen

Lehm entsteht aus verwitterten Mineralien des Urgesteins und besteht aus Ton, Sand, Kies und Schluff (Quarzmehl). Die Zusammensetzung und die Farbe hängen stark vom Fundort ab. Damit Lehm nicht zu trocken wird, werden ihm häufig Sand, Stroh, Holzhäcksel oder Tierhaare beigemischt. Verminderte Wasser- und Tonanteile schützen vor Rissbildung. Ein Nachteil: Feuchter Lehm muss vor Frost und Spritzwasser geschützt werden. Daher eignet er sich nicht für den Außenbereich, dafür jedoch umso mehr als Putz für die Innenwände oder als Füllstoff für Gefache (Raum zwischen den Holzbalken eines Fachwerkhauses). Beim aufwändigen Lehmstampfbau, der zu Zeiten der Römer entstand, werden verschiedene Lehme schichtweise in eine Schalung eingefüllt und gestampft. Heute kommen neben Lehmsteinen auch Lehmputze, Lehmbauplatten oder Lehmfarben zum Einsatz.

Lehm als ökologischer und umweltschonender Baustoff

Die Ökobilanz fällt bei Lehmsteinen besonders gut aus: Sie verbrauchen im Gegensatz zu Mauerziegeln oder Stahlbeton während der Verarbeitung nur ein Prozent der aufgebrachten Energie. Ungebrannter Lehm kann übrigens sofort wiederverwertet werden, gebrannter Baustoff muss im Vorfeld zerkleinert und durchfeuchtet werden. Lehm lässt sich jedoch vollständig und unproblematisch entsorgen.

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