Lärmschutz: So klappt's auch mit den Nachbarn

Lärm in der Nachbarschaft
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Wenn man akustisch mehr vom Leben der lieben Nachbarn mitbekommt, als einem recht ist, kann das an den Nerven zerren. Oft hilft es schon, ein Wörtchen mit den Hausgenossen zu sprechen. Mit verschiedenen Schallschutz-Maßnahmen kann man aber auch selbst aktiv werden, um den Lärm auszusperren. 

Lärm, lass nach!

Der erste Schritt ist, sich einmal klar zu machen, was Schall eigentlich ist: Nämlich rhythmische Schwingungen von Luft-Molekühlen, die sich in festen Körpern fortsetzen. In weichen, offenporigen Materialien verlieren sich Schallwellen dagegen – deshalb hilft es, die Wohnung mit Gardinen, Polstermöbeln und Teppichen auszustatten. Ist der Nachbar immer noch laut, kann man nach Absprache mit dem Vermieter eine Wand aus Rigipsplatten einziehen. Der Zwischenraum zwischen neuer und alter Wand sollte außerdem mit einem Dämmmaterial ausgekleidet werden.

Auch schalldämmende Platten, die in jedem Baumarkt zu haben sind, sorgen unter der Zimmerdecke oder an der Wand befestigt, für Ruhe in den vier Wänden. Solche Verkleidungen haben übrigens den Vorteil, dass auch die eigenen Geräusche nicht mehr so deutlich an die Ohren der Nachbarn dringen. Für Musikliebhaber gibt es die Dämmplatten sogar in Tonstudio-Qualität.

Erstmal miteinander reden

Wenn Sie den Mut aufbringen und das Gespräch mit den Nachbarn suchen, können Sie auch gleich ein paar wirksame Schallschutzutensilien mitbringen: Ein Klassiker sind halbierte Tennisbälle, die man zum Beispiel unter die Lautsprecher klemmt. Etwas fortgeschrittener sind Gummimatten, die Vibrationen von Waschmaschine und Kühlschrank dämpfen. Ist Ihr Nachbar ein Möbelrücker, braucht er dringend kleine Filzgleiter zum Drunterkleben – schließlich schont er damit auch das Parkett oder Laminat.

Mit gutem Beispiel voran

Wer sich über den Lärm der Nachbarn ärgert, sollte übrigens zuerst einmal selbst mit dem Schallschutz beginnen. Denn wer als gutes Vorbild voran geht, wird auch besser die Hausgenossen überzeugen können.

Und wenn sonst nichts mehr hilft …

Bringt ein Nachbar Sie trotz aller Bemühungen immer wieder um den Schlaf, können Sie als letzte Maßnahme die Polizei rufen. Rücksichtlosen Nachbarn droht im Falle einer Ruhestörung ein Bußgeld bis zu 5.000 Euro. Außerdem können Ruhestörer auch auf Unterlassung verklagt werden.

Liegt der hohe Geräuschpegel allerdings an mangelhafter Schallisolierung – das ist der Fall, wenn zum Beispiel in „normaler Lautstärke“ geführte Gespräche der Nachbarn mitgehört werden können, kann man auch direkt Ansprüche gegen seine Vermieter geltend machen. Aber Achtung: Solche Maßnahmen sorgen vielleicht kurzfristig für etwas mehr Ruhe, für Frieden jedoch eher nicht.

In solchen Fällen ist das führen eines Lärmprotokolles angeraten.

Lärmprotokoll (PDF Download)

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