Tipps für die Küchenplanung

Tipps für die Küchenplanung

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Kaum ein Raum im Haus wird so vielseitig genutzt wie die Küche: Hier wird gekocht, gegessen, sie ist Treffpunkt der Familie und mitunter Zentrum einer Party. Und doch wird bei der Küchenplanung so viel falsch gemacht wie in keinem anderen Raum – eben weil die Anforderungen so vielfältig sind. Hier finden Sie Tipps von Experten, wie Sie in Ihrer Küche Ästhetik mit Funktionalität vereinen, so dass den flüssigen Arbeitsabläufen in ansprechender Umgebung nichts mehr im Wege steht.

Unnütze Wege sparen

Wer oft kocht, kennt das: drei Schritte nach links zum Gewürzregal, fünf nach rechts zum Vorratsschrank, noch einmal drei zum Kühlschrank – und zwischendurch immer wieder zurück zu den Töpfen und Pfannen auf dem Herd. Da kommen leicht einige Kilometer zusammen. Als Faustformel gilt: Wenn die Ausstattung nicht durchdacht geplant ist, legt man in 20 Jahren, das ist die Lebensdauer einer normalen Küche, die gleiche Strecke zwischen Spüle, Herd und Backofen zurück, als hätte sie viermal den Bodensee umrundet.


Und das sollte sie unbedingt sein, wie Frank Hüther vom Mannheimer Fachverband „Arbeitsgemeinschaft moderne Küche" meint – und zwar nicht nur, um für die Wege kurz zu halten. „In der Küche stehen die Möbel, die von allen Einrichtungsgegenständen am längsten in einem Haushalt bleiben." Mehrere Jahrzehnte seien keine Ausnahme. Mit anderen Worten: Wer eine Küche kauft, ohne sich vorher ein paar Gedanken zu machen, der könnte das nicht nur schnell, sondern auch lange bereuen.


Was wo hingehört, ist im Grunde gar nicht so schwer, wenn die Küche fachgerecht in verschiedene Arbeitsbereiche unterteilt wird. Die heißen:

  • Spülen
  • Kochen
  • Vorbereiten
  • Vorräte halten
  • Aufbewahren (Geschirr, Töpfe, Pfannen, Utensilien).


Die fünf Zonen sollten dabei so angeordnet sein, dass sie der Reihenfolge der einzelnen Arbeitsschritte entsprechen. Das variiert zwar je nach Grundriss des Raumes. Doch einige einfache, aber wirkungsvolle Grundregeln lassen sich dennoch für einen optimalen Ablauf in der Küche definieren.

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Bereiche abgrenzen

Der erste Ratschlag mag banal klingen, nämlich Zubehör dort zu verstauen, wo es gebraucht wird. Die zweite heißt: Keinen Bereich mischen – Vorräte bei den Vorräten lassen, also den Vorratsschrank beim Kühlschrank. Außerdem ist es wichtig, beim Herd genügend Platz zu lassen für Gewürze, Öl, Backzutaten und Arbeitsgeräte, damit kein Hin- und Herlaufen notwendig wird. Auch Töpfe und Backformen gehören deshalb in die Nähe des Herdes. Und niemals Essbesteck und Geschirr mit dem Arbeitsbesteck mischen, weil sonst mühsam gesucht werden muss, was stets griffbereit sein sollte.

Stauraum vorher durchdenken

Ein weiterer Tipp von Küchenplanern: Bevor eine Küche bestellt wird, sollte die Einteilung von Schubladen und Schränken ebenso überlegt sein wie der Platzbedarf. Bei einem Mehrpersonen-Haushalt darf der Stauraum für Vorräte und Krimskrams wie Müllbeutel, Spülmittel, Ersatzschwämme und Streichhölzer nicht zu klein sein. Denn da kommt mehr zusammen, als viele Küchenkäufer glauben. Außerdem sollte die Küche an der Person ausgerichtet sein, die am häufigsten kocht. Die Körpergröße ist ebenso von Belang wie die Frage, ob man Linkshänderin oder Rechtshänderin ist. 


Unterschränke, in die man buchstäblich reinkriechen muss, um an Töpfe oder Vorräte zu gelangen, gilt es tunlichst zu vermeiden. Besser für den Rücken sind Auszüge: große Schubladen, die nach vorne aufgezogen werden können und auf einen Blick alles sichtbar machen, was sich hinter der Tür verbirgt. Das Prinzip machen sich mittlerweile nicht nur immer mehr Möbelhersteller zunutze, sondern auch die Geräteindustrie. Kühlschränke, die wie eine XXL-Schublade geöffnet werden können, sind keine Seltenheit mehr.


Eine schlechte Küchenorganisation, das belegen Studien, kostet Zeit. Wer mit einer unstrukturierten Ausstattung vorliebnehmen muss, braucht bis zu 25 Prozent länger fürs Kochen, Braten und Backen. Das haben die Küchenforscher der Julius Blum AG herausgefunden. Sie beobachteten die Abläufe in rund 100 privaten Küchen und erfassten mit Zählgeräten, wie oft Schränke und Türen geöffnet wurden. Per Video dokumentierten sie, wie sich die Nutzer in der Küche bewegten – und wie oft sie einen Weg gleich mehrfach zurücklegten.