So finden Sie die ideale Klimaanlage

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Im Hochsommer wünschen sich viele, es in den eigenen vier Wänden angenehm kühl zu haben. Verlockend klingt da die Idee, eine Klimaanlage zu installieren. Das ist allerdings immer noch ziemlicher Luxus – und lohnt sich nicht in jedem Fall.

Eine Klimaanlage sollte die Raumluft um fünf bis sechs Grad kühlen. Dann herrschen bei hochsommerlichen Außentemperaturen von 30 Grad und mehr angenehme 25 bis 26 Grad zuhause. Das ist aber nicht alles, was eine moderne Klimaanlage leisten kann. Sie filtert auch die Luft, reinigt sie von Pollen und reguliert die Feuchtigkeit – sie sorgt eben rundum für ein gesundes Klima.

Das gilt allerdings nur, wenn sie richtig betrieben und eingestellt wird. Denn der Wechsel von heiß und kalt kann auch zu Erkältungen, Kreislauf- oder Atembeschwerden beitragen. Wird die Anlage nicht ordnungsgemäß gewartet und gesäubert, sammeln sich Schmutzpartikel und Bakterien. Aus der Klimaanlage wird dann mitunter eine richtige Dreck- und Virenschleuder.

Welche Arten von Klimaanlagen gibt es?

Es gibt drei Arten von Klimaanlagen für Zuhause, die unterschiedlich funktionieren und jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile mitbringen:

Mobile Klimaanlagen mit Abluftschlauch sind klein, kompakt und praktisch. Sie eigenen sich für Zimmer zwischen 20 und 100 Quadratmeter und sind erhältlich für Preise zwischen 200 und 700 Euro.

Die mobilen Klimatisierer (auch: Monoblocks) werden mit Strom betrieben. Sie führen die Raumwärme durch einen Schlauch ab, dieser muss in den Spalt eines gekippten Fensters gesteckt werden.

Vorteile:

  • vergleichsweise geringer Anschaffungspreis
  • mobiler Betrieb in unterschiedlichen Räumen

Nachteile:

  • Je nach Gerät mehr oder weniger starke Geräuschentwicklung
  • Keine hohe Effizienz: Da ein geöffnetes Fenster nötig ist, gelangt ständig ungekühlte Frischluft in den Raum. Hiergegen muss die Anlage mit einem verhältnismäßig hohen Energieaufwand anarbeiten.
  • Nicht für Allergiker geeignet, weil durch das geöffnete Fenster Allergene in den Raum strömen.
  • Der Betrieb verschlechtert – ebenfalls wegen des geöffneten Fensters – die Einbruchsicherheit.

Mobile Klimaanlagen mit Außenteil

Sie bestehen aus zwei Geräteteilen: Das Innengerät saugt warme Raumluft an, filtert sie und liefert sie mittels eines Kältemittels zum Kühlkompressor außer Haus. Solche sogenannten Splitgeräte kosten zwischen 700 und 3.000 Euro. Das Außenteil muss von einem Fachmann angebracht werden, das kostet zwischen 150 und 250 Euro.

Vorteile:

  • Klimaanlagen nach dem Splitprinzip sind deutlich leistungsfähiger als Klimaanlagen mit Abluftschlauch.
  • Für Allergiker geeignet, da die Luft auch von Allergenen befreit wird.

Nachteile:

  • hohe Anschaffungskosten
  • Beim Betrieb entsteht Kondenswasser, das entweder über einen Abwasserschlauch abgeleitet wird oder vom Gerät in einem Behälter aufgefangen wird, der dann regelmäßig entleert werden muss.
  • Die Montage des Außenteils ist relativ aufwendig. Ist kein Balkon oder eine Terrasse vorhaben, bleibt meist nur die Montage an der Außenfassade. Zur Verbindung mit dem Innenteil ist ein Loch in der Wand mit etwa sieben Zentimeter Durchmesser nötig.
  • Nicht gut in mehreren Räumen nutzbar, da das Innengerät mit dem Außenteil verbunden sein muss.

Fest zu installierende Klimaanlagen

Sie arbeiten effektiver als mobile Geräte. Es ist aber auch die kostspieligste Art der Klimaanlagen. Innen- und Außenteile werden fest montiert. Im Zimmer wird das Gerät entweder an der Wand oder an der Decke angebracht. Werden mehrere Innengeräte mit dem Außenteil verbunden, nennt man das Multisplit-System.

Vorteile:

Nachteile:

  • Muss in jedem Raum einzeln installiert werden.
  • Hohe Anschaffungskosten von mehreren tausend Euro.
  • aufwendige Montage

Tipps für den Kauf von Klimaanlagen

Energieexperten raten, vor dem Kauf einer Klimaanlage zu prüfen, ob sich das Raumklima nicht auch ohne Gerät angenehmer gestalten lässt. Das Prinzip: Räume im Sommer vor starker Sonneneinstrahlung isolieren beziehungsweise schützen. In Altbauten sind entsprechende Modernisierungen an der Dämmung oder den Fenstern oft zu aufwendig oder zu kostspielig. Dann hilft manchmal ein einfaches Rollo an den Fenstern und vorschriftsmäßiges Lüften in den kühlen Abendstunden schon weiter.

Wer auf eine Klimaanlage nicht verzichten will, sollte folgendes beachten

  • Es lohnt sich, einen Fachbetrieb zu konsultieren, damit dieser errechnet, welches Gerät für Ihre Bedürfnisse optimal ist. Dies hängt von Raumgröße und -volumen, Wärmeeinstrahlung, Dämmung und Nutzung ab.
  • Nur Geräte mit dem GS-Gütesiegel und mindestens Effizienzklasse A kaufen.
  • Bei mobilen Geräten die Geräuschentwicklung vor dem Kauf testen.
  • Mieter sollten vor dem Kauf einer Klimaanlage mit Außengerät ihren Vermieter um Erlaubnis bitten, das Außenteil gegebenenfalls an der Fassade anbringen zu dürfen.

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