Kletterrosen benötigen nur in die Höhe Platz und sind deshalb bei Gärtnern sehr beliebt

Kletterrosen: Schön und besonders

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Kletterrosen können das I-Tüpfelchen für Beete mit einer geringen Wuchshöhe setzen. Weil sie ausschließlich Platz in der Höhe beanspruchen, eignen sie sich auch für kleinformatige Gärten oder Beete. Dabei sind die vielseitigen Blüher nicht nur auf Rosenbögen nett anzusehen. Bestimmte Kletterrosen-Sorten sind ideal, um unschöne Mauern zu verdecken oder Lücken in der Bepflanzung zu schließen. Wer bei der Pflege einige Dinge beachtet, hat viele Jahre Freude an den Rosen à la Dornröschen.

Zwei Arten von Kletterrosen

 Die Fachwelt unterscheidet zwei Arten von Kletterrosen. Unter „Climber“ versteht man solche Arten, die einen dicken, aufrechten Trieb besitzen. Ihre Blüten ähneln denen von herkömmlichen Beet- oder Edelrosen. Wie auch diese, blühen die „Climber“ zwei bis drei Mal im Jahr und erreichen Höhen von bis zu drei Meter. Sehr viel höher hinaus wollen die sogenannten Ramblerrosen. Bis zu sechs Meter hoch ranken die feinen und äußerst elastischen Pflanzen.

Zum Blickfang werden die reichhaltig blühenden Ramblerrosen in Rosenbögen, alten Bäumen oder einzeln stehend. Nachteil der üppig blühenden Rosenart: Herkömmliche Ramblerrosen blühen nur einmal pro Jahr. Einige findige Züchter haben dieses Manko erkannt und Sorten entwickelt, die wie die etwas niedrigeren Verwandten mehrmals in der Saison blühen.

Vielfalt von Sorten

So fantasievoll wie die Ausgestaltung der Blüten sind auch die Namen der unzähligen Rosenarten, die es auf dem Markt gibt. Ob Kletterrose Veilchenblau oder die Maria Lisa des Augustinermönches Franz Karl Brümmer, ob Kletterrose Goldfassade oder Gloire de Dijon – die Fassadenkletterer sind in den unterschiedlichsten Farben und Blütenformen zu haben. Dabei hat jede Sorte ihren ganz besonderen Reiz, aber auch individuelle Ansprüche an Standort und Pflege.

Moderne Züchtungen sind dank ihrer großen Blüten nicht nur hübsch anzuschauen. Bei ihrer Entwicklung achten die Züchter auch auf eine zuverlässige Blüte und einen angenehmen Duft. Zwar sind Kletterrosen in Baumärkten und Discountern schon für wenige Euro zu haben. Wer aber robuste Pflanzen sucht und lange Freude an seinen Rosen haben möchte, sollte sich für Edelrosen vom Gärtner entscheiden. Die jungen Pflanzen sind ab etwa acht Euro zu haben. Besonders edle Züchtungen kosten um die 20 Euro.

Kletterrosen richtig pflanzen

Wie alle Rosensorten verlangen auch Kletterrosen regelmäßige Pflege, damit sie ihre volle Schönheit entfalten können. Das beginnt mit dem Pflanzen und der Standortwahl. Wie viele reich blühenden Pflanzen bevorzugen Rosen einen sonnigen Standort. Ideal ist es, wenn dort auch ab und an Wind geht, der die Rosen ein wenig durchpustet. So können die empfindlichen Blätter nach einem Regenschauer schnell abtrocknen.

Möchten Sie Ihre Kletterrose dort pflanzen, wo zuvor eine Rose stand, müssen Sie zunächst das Erdreich gründlich austauschen, da der Boden „rosenmüde“ geworden ist und nicht mehr ausreichend Nährstoffe bietet. Achten Sie bei der Wahl des Standortes auf den richtigen Untergrund. Da Rosen bis zu 80 Zentimeter tief wurzeln, muss das Beet eine ausreichende Tiefe vorweisen. Grundsätzlich können alle Rosenarten das ganze Jahr über gepflanzt werden, außer es gibt Bodenfrost und anhaltende Kälte.

Kenner pflanzen sie allerdings im Herbst von Mitte Oktober bis November und nutzen so die Restwärme des Sommers im Boden. Dabei werden sie wurzelnackt gepflanzt, das heißt, ohne Erdanhaftungen an den Wurzeln. Bevor das geschieht, sollten Sie die wurzelnackten Rosen zwei bis drei Tage in einen Eimer Wasser stellen, damit die Pflanze ausreichend Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Kletterrosen brauchen Rankhilfen

Kletterrosen wachsen erst dann, wenn sie eine geeignete Rankhilfe finden. Der Klassiker sind Rosenbögen. Für Fassaden und Mauern eignen sich Rankgitter, die es in vielfältigen Ausführungen gibt. Ob Holz oder Metall, romantisch verspielt oder modern nüchtern – das Angebot ist ähnlich groß wie das an Kletterrosen.

Rosen lieben Pflege

Aller Anfang ist schwer. Das gilt auch für Kletterrosen. Also: Augen auf bei der Standortwahl. Rosen reagieren empfindlich auf allzu saure Böden. Der pH-Wert des Bodens sollte idealerweise zwischen 6,8 und 7,8 liegen. Wer Kalk austrägt, kann den pH-Wert des Bodens günstig beeinflussen. Auch Staunässe ist nichts für Rosenranken. Deshalb sollten Sie den Boden gründlich auflockern und prüfen, ob das Wasser gründlich abfließen kann. Wenn Sie mehrere Pflanzen setzen, müssen Sie auf ausreichende Abstände achten. Wollen Sie eine komplette Fassade überranken lassen, sollten Sie etwa 50 Zentimeter Platz zwischen den einzelnen Pflanzen lassen.

Vor dem Einpflanzen sollten Sie die Wurzeln ein wenig beschneiden, ebenso die vorhandenen Zweige. Setzen Sie eine veredelte Rose, musste die Veredlungsstelle etwa drei Zentimeter unter der Erde liegen. Häufen Sie den Boden nach dem Pflanzen gut an und achten Sie auf ausreichende Bewässerung, damit die Kletterrose angehen kann. Mindestens zwei Mal im Jahr sollten Sie das Erdreich mit einem speziellen Rosendünger versorgen. Dafür eignet sich auch konzentrierter Kompost, den Sie idealerweise mit Hornspänen und gepresstem Rinderdung versehen. Im Fachhandel gibt es eine große Auswahl an Langzeitdüngern, die Ihre Kletterrosen über Wochen hinweg mit Nährstoffen versorgen.

Kletterrosen richtig schneiden

Etwa einmal im Jahr sollten Sie alle jungen Triebe bis auf wenige Augen herunterschneiden. Handelt es sich um Pflanzen, die nur einmal blühen, geschieht das am Besten unmittelbar nach der Blüte. Haben Sie eine Kletterrose, die mehrfach blüht, ist der Frühling die beste Zeit für den Schnitt. So können Sie gleich etwaige Frostschäden mit abschneiden. Wird eine Kletterrose zu hoch oder zu üppig, dürfen Sie sie ruhigen Gewissens kürzen.

Tipp: Noch mehr Freude an der Blütenpracht haben Sie, wenn Sie auch die ausgeblühten Rosen regelmäßig abschneiden. Kenner entfernen den entsprechenden Zweig bis unmittelbar vor das nächste mindestens fünfgliedrige Blatt. Dort setzt die Pflanze rasch wieder junge Triebe an, die eine reiche Blütenbildung versprechen. Über den richtigen Zeitpunkt für den Rosenschnitt sowie den geeigneten Dünger informieren auch geschulte Fachhändler.