Klein-Kläranlage

Kläranlage
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Grundstücksbesitzer, die nicht an die zentrale Kanalisation angeschlossen sind, müssen ihr häusliches Schmutzwasser über eine Klein-Kläranlage abführen. Dabei handelt es sich um biologische Abwasserreinigungsanlagen für Wohnhäuser oder andere Einzelgebäude von bis zu 50 Einwohnerwerten (EW). Das gereinigte Abwasser kann dabei teilweise als Brauchwasser wieder verwendet werden.

Für eine dezentrale Klein-Kläranlage mit einem Schmutzwasseranfall von bis zu 150 Litern pro Einwohner und Tag werden die gleichen biologischen Verfahren wie bei großen Kläranlagen eingesetzt. Klein-Kläranlagen bestehen aus einem Absetzbecken zur Rückhaltung der Feststoffe und der sich absetzenden Fette sowie einer biologischen Reinigungsstufe. Das Abwasser versickert nach dem Durchlauf durch die Klein-Kläranlage sofern der Untergrund dazu geeignet ist. Alternativ wird das Abwasser dem nächsten offenen Gewässer zugeleitet.

Mechanische Dreikammergruben für die Kläranlage

Einfache Mehrkammergruben für die dezentrale Abwasserreinigung beeinträchtigen das Grundwasser. Daher sind etwa Dreikammergruben nicht mehr zugelassen. Haushalte mit solchen mechanischen Kläranlagen dürfen diese nur unter bestimmten Vorraussetzungen weiter betreiben. Dazu muss die Kläranlage beispielsweise vor 1990 errichtet worden sein und es dürfen maximal 10 Personen angeschlossen sein. Bestehende Mehrkammergruben können andernfalls nachgerüstet werden. Dazu gibt es beispielsweise Membranfilter, die Bakterien und Feststoffe in der letzten Kammer herausfiltern.

Klein-Kläranlage mit biologischer Stufe

Inzwischen darf die Reinigung des häuslichen Abwassers ausschließlich mittels Klein-Kläranlage mit biologischer Stufe entsorgt werden. Belüftete Festbett-Klein-Kläranlagen sind für die Reinigung des Abwassers mit drei getrennten Kammern in einer oder mehreren Gruben ausgestattet. Eine dient der Vorklärung, die zweite der biologischen Reinigung und die dritte der Nachklärung. Die Belüftung des Abwassers dient dem Schadstoffabbau.

Wiederverwendbarkeit von Abwasser

Der Abfluss einer modifizierten Anlage kann unbedenklich in sensible Gewässer eingeleitet oder als Brauchwasser wieder verwendet werden. Im optimalen Fall kann bei der Wiederverwendung das gereinigte Abwasser von WC, Küche, Dusche oder Waschmaschine als Brauchwasser genutzt werden. Der Frischwasserverbrauch lässt sich damit um bis zu 80 Prozent senken.

Klein-Kläranlage: Behördliche Anforderungen beachten

Der Einbau und Betrieb einer Klein-Kläranlage sowie die Auswahl der Einbaustelle vor Ort unterliegen den örtlichen für Baurecht und Wasserrecht zuständigen Behörden. Diese entscheiden über die Zulässigkeit der Abwasserbehandlung je nach Einwohnerwerten und entsprechend der örtlichen Umstände. Besonders eine Verunreinigung von Grundwasser sowie oberirdischen Gewässern soll vermieden werden. Die reibungslose Beseitigung des anfallenden Klärschlamms und die Erfüllung der Hygiene-Standards müssen gewährleistet sein, daher unterliegen Klein-Kläranlagen auch regelmäßigen Wartungen.

Anfallende Kosten für das Klein-Kläranlage

Neben den Kosten für die Errichtung einer Klein-Kläranlage fallen laufende Betriebskosten an. Die Betriebskosten setzen sich zusammen aus Stromkosten für Pumpen, Kompressor und Steuerung sowie technische Wartungskosten. Dazu kommen behördlich vorgesehene Kontrollen, Analysen des Abwasserablaufs und die vorgeschriebene Entsorgung des anfallenden Klärschlammes.