10 Tipps für Ihre Kapitalplanung

Finanzierung
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Der Bau eines Hauses geht für die meisten Menschen mit einem Kredit oder Darlehen einher, die über die folgenden Jahre und Jahrzehnte getilgt werden. Bevor Sie diese abschließen, sollten Sie sich ein genaues Bild von Ihrem persönlichen Budget und Ihrer finanziellen Belastbarkeit machen. Ohne Überblick kann die Entscheidung für ein solches Vorhaben Sie schnell in eine prekäre finanzielle Schieflage bringen. Folgende Faktoren sind bei der Kapitalplanung zu beachten:

1. Prüfen Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben

Am Anfang steht der Kassensturz: Listen Sie Ihre monatlichen Einnahmen auf – zum Beispiel Löhne oder Gehälter, Unterhalt, Mieteinnahmen, Honorare oder Renten – und ziehen Sie die Ausgaben, also die Lebenshaltungs- und Fixkosten, davon ab. Dabei stellen Sie bitte eine ehrliche Rechnung auf, die auch Ihre Freizeitaktivitäten und einen monatlichen Notgroschen zum Beispiel für Reparaturen enthält. Nur so finden Sie heraus, welche monatliche Kredittilgung Sie leisten können. Ein Richtwert: Die Monatsrate sollte nicht mehr als 40 Prozent Ihres Nettoeinkommens betragen, damit Sie auch unvorhersehbare Ausgaben stemmen können. Sinnvoll ist, bei der Finanzierungsplanung auch Kosten für mögliche Zinserhöhungen einzukalkulieren. Wer heute zum Beispiel eine zehnjährige Zinsbindung mit einem Zinssatz von vier Prozent vereinbart, weiß nicht, welchen Satz er nach der Laufzeit neu vereinbaren kann.

2. Bringen Sie Eigenkapital mit ein    

Wesentliche Voraussetzung für ein Baudarlehen oder einen Baukredit ist Eigenkapital. In der Regel verlangen Banken und Kreditinstitute mindestens 20 Prozent Eigenmittel. Es gibt allerdings auch Finanzierungskonzepte – so genannte Vollfinanzierungen –, in die Sie kein Vermögen einbringen müssen. Dennoch: Je mehr Geld Sie angespart haben und in die Finanzierung des Hausbaus einfließen lassen, desto günstiger wird Ihr Kredit. Bedenken Sie: Eigenkapital ist nicht nur Erspartes auf dem Konto oder vom Bausparvertrag, sondern auch alles andere, das Sie schnell zu Geld machen können. Dazu gehören zum Beispiel Aktienfonds, Münzen und Antiquitäten. 

3. Rechnen Sie Ihre Eigenleistung ein  

Wie hoch der Kredit ausfällt den Sie aufnehmen müssen, hängt auch davon ab, ob Sie Eigenleistungen einbringen wollen und können. Als Hobby-Handwerker ist es Ihnen möglich, Ihre Arbeitsleistung am Bau als Eigenkapital anzurechnen. Damit die Rechnung stimmt, müssen Sie für sich einen theoretischen Lohn ansetzen und diesen inklusive der Kosten für Material und Gerät einkalkulieren. Noch ein Hinweis: Schätzen Sie Ihre Kräfte in der anstrengenden Bauphase realistisch ein und bedenken Sie: In der Regel brauchen Freizeit-Handwerker doppelt so lange wie Profis.

4. Planen Sie Nebenkosten für das Bauprojekt ein

Ganz klar, ein Haus kostet Geld. Als Bauherr sollten Sie nicht nur die finanziellen Mittel für den Bau parat haben, sondern auch an die entstehenden Nebenkosten denken. Beim Grundstückskauf müssen Makler und Notar bezahlt werden; die Eintragung ins Grundbuch ist ein weiterer Posten. Auch Erschließungskosten oder Gebühren für die Gestaltung der Außenanlagen können anfallen. Experten und Verbraucherschützer raten, auf die Kosten für den Hausbau noch einmal acht bis zwölf Prozent Nebenkosten aufzuschlagen.

5. Wählen Sie keine zu hohe Kreditrate

Wichtig ist, dass Ihre Baufinanzierung auf sicheren Füßen steht. Als Bauherr müssen Sie die monatliche Rate zur Tilgung des Kredits langfristig aufbringen können. Planen Sie diese deshalb nicht zu hoch ein, sie sollte 40 Prozent des Nettoeinkommens nicht übersteigen. Bei den aktuell niedrigen Zinsen kann eine Zinsbindung über längere Zeiträume von 15 oder 20 Jahren interessant sein. Sprechen Sie Ihre Bank oder Ihr Kreditinstitut an – ein Vergleich mit den Konditionen für eine zehnjährige Zinsbindung lohnt sich allemal.

6. Stecken Sie Ihren Finanzrahmen gewissenhaft ab

Sie wissen, welche monatliche Belastung Sie in etwa tragen können? Zudem haben Sie bereits eine Vorstellung davon, was Ihr Traumhaus kosten darf? Mit dem Baufinanzierungsrechner lassen sich Zinskonditionen vergleichen. Hier erfahren Sie, wie sich verschiedene Darlehenssummen, Zins- und Tilgungsgrößen auf einen Kredit auswirken. Probieren Sie mehrere Varianten aus, dann bekommen Sie ein Gefühl für Ihre finanziellen Möglichkeiten.

7. Vergleichen Sie Angebote von Banken und Instituten

Der Hausbau ist für die meisten Menschen eine größere, langfristige Investition. Hier ist von Summen bis zu 200.000 Euro und mehr die Rede, die selten in kurzer Zeit zurückgezahlt werden können. Immobilienfinanzierungen laufen daher in der Regel über Laufzeiten von 20 bis 25 Jahren. Ein Grund mehr, sich Angebote mehrerer Banken und Kreditinstitute einzuholen und zu vergleichen. Legen Sie die Eckdaten für Ihre Finanzierung fest – also die gewünschte Darlehenshöhe (z.B. 150.000 Euro), Ihre realistische Rate pro Monat (z.B. 600 Euro) und die angestrebte Zinsbindung (z.B. zehn Jahre) –, die Sie über den Baufinanzierungsrechner ermittelt haben und fragen Sie mit diesen Parametern bei Finanziers an. Nur so können Sie deren Angebote vergleichen.

8. Legen Sie einen „Notgroschen“ für alle Fälle beiseite

Anders als beim Kauf einer Immobilie gibt es im Hausbau viele Unwägbarkeiten: So können Verzögerungen der Arbeiten und Bauänderungen das Konto belasten. Empfehlenswert ist auch, Rücklagen für die spätere Instandhaltung zu bilden: Eine defekte Heizung, eine kaputte Fensterscheibe oder ein Wasserrohrbruch müssen repariert werden, wenn es im neuen Heim nicht ungemütlich werden soll.   

9. Vergessen Sie laufende Kosten nicht   

Auch nach Einzug ins fertige Haus entstehen Kosten, die Sie bislang vielleicht gar nicht oder in anderer Höhe tragen mussten: etwa über Gebühren für die Grundsteuer, für die Wasser- und Stromversorgung, die Hausratsversicherung, für den Schornsteinfeger und die Müllabfuhr. So kommen schnell 300 bis 400 Euro zusammen, die Sie neben der Kreditrate und den Lebenshaltungskosten monatlich aufzubringen haben.

10. Informieren Sie sich über Fördermittel

Sie möchten Geld sparen? Für den Bau oder die Modernisierung und Sanierung von Wohnraum werden von den meisten Bundesländern zinsgünstige Kredite und Zuschüsse vergeben. Hier erfahren Sie, welche Programme es an Ihrem zukünftigen Wohnort gibt. Dort erfahren Sie, welche Förderangebote für Sie in Betracht kommen. Denn auch die KfW-Bankengruppe, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie weitere überregionale Förderanbieter können von Ihnen genutzt werden. 

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