So finanzieren Sie Ihre Immobilie ohne Eigenkapital

Viele Bauwillige geben den Wunsch nach einem Eigenheim wieder auf, weil sie nicht über ausreichend Eigenkapital verfügen. Eine Vollfinanzierung kann aber durchaus ein überlegenswerter Weg zum eigenen Heim sein. Wie Sie die Finanzierung von Wohneigentum ohne Eigenkapital verwirklichen können, lesen Sie hier.

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Überlegungen vor der Vollfinanzierung

Bevor Sie sich für eine Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital entscheiden, sollten Sie die Risiken bedenken. Da Arbeitslosigkeit die finanzielle Planung dramatisch beeinträchtigen kann, ist zunächst zu überlegen, wie sicher Ihr Job ist. Auch wenn die aktuelle Finanzkrise Sie derzeit nicht direkt berührt, kann dies in der Zukunft der Fall sein. Wie gut stehen Ihre Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz, wenn Ihr gegenwärtiger Arbeitgeber Konkurs anmelden muss? Denken Sie über alternative Geldgeber wie Familienmitglieder nach, die Ihnen im Fall der Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit aushelfen könnten.

In Krisenzeiten entscheiden sich immer mehr Deutsche, ihr Geld in Immobilien anzulegen statt beispielsweise in Aktien. Das vermehrte Interesse, auch ausländischer Investoren, an Immobilien lässt die Preise steigen. Sinnvoll ist es, Preise zu vergleichen, um nicht zu Höchstpreisen zu kaufen. Zielsetzung sollte sein, dass Ihre Immobilie in den kommenden Jahren noch eine Wertsteigerung erfährt.

Zum Stichwort Wertsteigerung sollten Sie sich das Umfeld der Immobilie ansehen. Achten Sie dabei auf Leerstand von Häusern, auf den Zustand der umliegenden Gebäude und freie Flächen. Beziehen Sie dabei Wohn- und Gewerbeflächen ein. Beim Bauamt oder Katasteramt Ihrer Stadt können Sie die jeweiligen Bebauungspläne einsehen und zukünftige Bauvorhaben in Erfahrung bringen. Ein geplantes Industriegebiet dürfte nicht zur Wertsteigerung Ihrer Immobilie beitragen, eine Siedlung mit Einfamilienhäusern aber schon.

Wissenswertes und Tipps zur Finanzierung ohne Eigenkapital

Wenn Sie eine Finanzierung ohne Eigenkapital anstreben, sollten Sie immer mit höheren Zinssätzen rechnen als bei Finanzierungen mit Eigenkapital. Manchmal ist es sinnvoll, Kauf oder Bau einer Immobilie zu verschieben, um zunächst Eigenkapital anzusparen.

  • Ist eine Anschlussfinanzierung nach Ablauf des Kreditvertrages erforderlich, sollten Sie ein Forwarddarlehen in Betracht ziehen. Damit sichern Sie sich die niedrigen Zinsen aus dem Baukredit für die Anschlussfinanzierung.
  • Holen Sie Angebote von unterschiedlichen Kreditinstituten ein. Lesen Sie in Ruhe die Verträge, und nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung. Sprechen Sie mit Menschen aus Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, die bereits ein Eigenheim finanziert haben, und profitieren Sie von diesen Erfahrungen.
  • Denken Sie über Eigenleistungen nach. Je mehr Sie an Arbeit selber erbringen können, desto geringer fällt die Kreditsumme aus.
  • Seien Sie realistisch: Eine Finanzierung ohne Eigenkapital läuft über viele Jahre, oft dreißig oder mehr. Überdenken Sie Ihre zukünftige finanzielle Situation. Sie müssen zugunsten des Eigenheims möglicherweise für lange Zeit auf Annehmlichkeiten wie Urlaube oder Anschaffungen verzichten. Dies kann für die Familie, insbesondere für Kinder, eine große Belastung sein.
  • Bedenken Sie bei der Berechnung der monatlichen Rückzahlungsraten für den Baukredit auch, dass Ihre laufenden Kosten weiterhin bestehen. Kosten für Energie, Telefon, Versicherungen müssen bezahlt werden – auch für das neue Heim. Erwerben Sie mit der Finanzierung ohne Eigenkapital eine Eigentumswohnung in einer Wohnanlage, kommen Kosten für die Hausverwaltung auf Sie zu. Ein Immobilienkauf bedeutet also weit mehr als den Tausch von Mietzahlungen gegen Rückzahlungsraten.

Voraussetzungen für die Finanzierung ohne Eigenkapital

Sofern die Schufa-Auskunft Ihre positive Bonität bestätigt, können Sie eine Finanzierung ohne Eigenkapital planen. Neben der positiven Schufa-Auskunft sollten jedoch noch weitere Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört, dass Sie ein regelmäßiges Einkommen nachweisen, mit dem Sie langfristig planen können. Überlegen Sie, was Sie der Bank als Sicherheiten anbieten können.
Außerdem erwarten Kreditanstalten von Ihnen eine Haushaltsrechnung. Darin werden alle laufenden Kosten und Einnahmen gegenübergestellt. Anhand dieser Rechnung beurteilt die Bank, ob genug Spielraum für die Rückzahlung des Kredites vorhanden ist.

Wenn Sie eine bereits bestehende Immobilie erwerben, sollte diese wertbeständig sein. Die Immobilie dient der Bank als Sicherheit. Achten Sie darauf, dass Wohnung oder Haus in einem zeitgemäßen und gepflegten Zustand ist, sodass in absehbarer Zeit keine teuren Modernisierungen oder Sanierungen auf Sie zukommen.
Die Chancen auf eine Finanzierung ohne Eigenkapital steigen, wenn in Ihrer Familie jemand ein Haus besitzt, das unbelastet von Hypotheken ist. Dieses Haus kann dem Bankinstitut als zusätzliche Sicherheit dienen. Weitere Sicherheiten können Bürgschaften oder Lebensversicherungen sein.

Was wird finanziert?

Wenn Sie selber bauen möchten, werden bei der Finanzierung ohne Eigenkapital meist nur der Grundstückskaufpreis und die Baukosten finanziert. Bei bereits errichteten Gebäuden, den sogenannten Bestandsimmobilien, erstreckt sich die Finanzierung auf den Kaufpreis. Die Nebenkosten, unter anderem für die Notar- und Maklergebühren und den Eintrag ins Grundbuch, bezahlen Sie selbst. Bedenken Sie: Hier können schnell zehn Prozent und mehr vom Kaufpreis anfallen. Planen Sie diesen Posten unbedingt ein, damit Ihr Traum vom Eigenheim nicht an den Nebenkosten scheitert. Sprechen Sie mit Ihrer Bank über die Finanzierung dieser Nebenkosten.

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