Immobilienbewertung – was Sie wissen sollten

Immobilienbewertung – was Sie wissen sollten
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Beim Kauf oder Verkauf eines Hauses (oder bei Erbstreitigkeiten, Scheidungen oder gar Enteignungen) ist es wichtig, den tatsächlichen Wert des Hauses zu kennen.

Wertermittlung den Profis überlassen

Überlassen Sie die Wertermittlung eines Hauses unbedingt einem Profi, da hierzu bestimmte Wertermittlungsverfahren angewandt werden und fundierte Sachkenntnisse erforderlich sind (mehr Informationen: Immobilienwertermittlung / Verkehrswertermittlung). Außerdem erkennen Ämter, Behörden und Banken in der Regel nur ein von einem unabhängigen Sachverständigen erstelltes Gutachten an.

Trotzdem kann es nicht schaden, wenn Sie sich ein gewisses Hintergrundwissen aneignen, damit Sie  nach der Besichtigung eines betreffenden Objekts wenigstens grob einschätzen können, ob der Preis für die Immobilie gerechtfertigt ist. Hier einige wichtige Anhaltspunkte:

Die Lage

Die Lage eines Hauses beeinflusst den Wert besonders, denn sie ist im Gegensatz zu anderen Faktoren nicht veränderbar. Von zentraler Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die Nähe zur Stadt, die Beschaffenheit der Infrastruktur, das kulturelle Angebot oder die Anbindung an den Verkehr.
Bei der Lage unterscheidet man noch einmal zwischen Makro- und Mikrolage. Die Makrolage definiert die Region, Stadt oder Gemeinde, in welcher sich die Immobilie befindet, während man als Mikrolage die direkte Umgebung und Nachbarschaft sowie die Straßen- und Verkehrsanbindung bezeichnet.

Das Haus

Von ebenso wichtiger Bedeutung, wenn man den Wert einer Immobilie ermitteln möchte, ist das Haus selbst. Entscheidend sind hierbei vor allem Größe, Raumangebot, Nutzungsmöglichkeiten, Baujahr und der Erhaltungszustand. Je großzügiger die Räume geschnitten sind und je variabler die Nutzungsmöglichkeiten sind, desto mehr trägt das zur Wertsteigerung einer Immobilie bei.

Wichtiger als das Baujahr ist der Erhaltungszustand des Objekts, grundsätzlich ist pro Jahr mit einer Altersentwertung von 0,5 bis 1 Prozent zu rechnen. Regelmäßige Renovationen sind daher enorm wichtig, um den Wert einer Immobilie langfristig zu erhalten. Berücksichtigen Sie in diesem Zusammenhang nicht nur optische Aspekte, sondern beachten Sie auch die Qualität der Bausubstanz und die Energieeffienz des Objekts.

Die Angebot- und Nachfragesituation

Je beliebter eine Region bzw. eine Stadt ist, je knapper die Angebote und größer die Nachfrage, desto mehr steigt der Wert einer Immobilie. Informieren Sie sich also über das Verhältnis von Angebot und Nachfrage und auch über die Neubautätigkeit in jener Region. Denn wird vor Ort besonders viel gebaut, kann das unter Umständen zu einer stagnierenden Nachfrage für einzelne Objekte führen. Steht hingegen eine Immobilie in einer Wohngemeinde mit geringer Bautätigkeit oder wenig verfügbarem Bauland, kann diese aufgrund der wenigen Konkurrenzangebote durchaus einen besseren Preis erzielen.

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Wie funktioniert eine Immobilienbewertung bzw. Verkehrswertermittlung?