Holzboden auf der Terrasse selbst verlegen

Holzboden auf der Terrasse selbst verlegen

© RobynRoper / iStock

Ein Holzboden sieht häufig gleichermaßen schick und natürlich aus und eignet sich hervorragend für Terrassen. Wir geben Ihnen Tipps, worauf Sie bei der Planung der Terrasse, der Wahl des Holzes und der Verarbeitung achten sollten.

Gründliche Planung der Terrasse

Ein großer Vorteil einer Terrasse mit Holzboden ist die relativ einfache Bauweise. Weil sie im Gegensatz zur Steinterrasse kein Betonfundament benötigt, kann sie mit etwas Geschick unkompliziert und schnell gebaut werden. Dennoch erfordert auch eine Holzterrasse eine gründliche Planung.

Wie soll Ihre Terrasse aussehen?

  • Lage und Ausrichtung der Terrasse: In welcher Himmelsrichtung soll die Terrasse liegen? Wie viel Sonneneinfall wünschen Sie sich für Ihre Terrasse?

  • Größe und Form: Wie groß soll die Terrasse werden? Zeichnen Sie eine Skizze und stecken Sie den Umriss der Wunschterrasse vor dem Haus mit Pflöcken und Schnüren ab. So bekommen Sie einen Eindruck davon, ob Haus und Terrasse harmonieren.

  • Höhenunterschiede beachten: Welche Höhenunterschiede zwischen Haus und Terrasse müssen Sie überwinden? Sind Stufen nötig? Entscheiden Sie vorab, ob die Terrasse eine ebene Fläche bekommen oder sich über verschiedene Etagen erstrecken soll.

So finden Sie das richtige Terrassenholz

Die Auswahl des Holzes ist nicht zuletzt eine finanzielle Frage. Wer sich für robuste und langlebige oder exotische Harthölzer entscheidet, muss deutlich mehr bezahlen. Wegen der dunklen Farbe und der hohen Widerstandsfähigkeit ist Bangkirai, ein Tropenholz aus Asien, sehr beliebt. Pro Quadratmeter kostet diese Holzart allerdings rund 50 Euro.

Wer sich für ein Tropenholz entscheidet, sollte auf das FSC- (Forest Stewardship Council) oder PEFC-Siegel (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) achten, das für eine Herkunft des Holzes aus nachhaltiger Bewirtschaftung steht.

Deutlich günstiger wird ein Terrassenboden aus Douglasie: Ursprünglich in Nordamerika beheimatet, wird das Gehölz inzwischen auch in Nordeuropa angebaut. Pro Quadratmeter müssen Sie mit rund 30 Euro rechnen. Noch günstiger ist kesseldruckimprägnierte Kiefer, eine Holzart, die sehr robust ist. Grundsätzlich geeignet sind auch andere heimische Hölzer wie beispielsweise Eiche.

WICHTIG:

Ganz gleich, für welches Holz Sie sich entscheiden, sollten Sie darauf achten, dass alle Bestandteile vom Tragholz bis zur Terrassendiele aus der gleichen Art bestehen. So gehen Sie sicher, dass sich alle Hölzer durch die Witterungsverhältnisse im Laufe der Zeit gleichmäßig verändern.

Tipps zum Bau der Terrasse

  • Meiden Sie in jedem Fall Erdkontakt: Holz muss gut belüftet werden und darf auf keinen Fall unmittelbar auf der Erde liegen, andernfalls vermodert es schnell. Dementsprechend müssen Sie den Unterbau gestalten. Wer auf einer ebenen, bereits versiegelten Fläche arbeitet, kann zum Beispiel Gehwegplatten als Unterlage für die Traghölzer auslegen. Im Fachhandel gibt es auch spezielle Fundamentsteine, in die sich die Traghölzer passgenau einfügen.

  • Ist das Gelände noch nicht versiegelt, sollten Sie für den richtigen Untergrund sorgen: Legen Sie zunächst ein Sandbett an und verdichten Sie das Material mit einem Stampfer. Geben Sie darauf eine Schicht feinen Kies oder Schotter und verdichten Sie den Untergrund erneut. Falls erforderlich, ziehen Sie ein leichtes Gefälle (1 Prozent) vom Haus weg ein, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

  • Nun ist ein Wurzelvlies erforderlich. Es lässt Wasser nach unten abfließen, aber keine Pflanzen durchwachsen.

  • Verlegen Sie Betonplatten, Gehwegplatten oder spezielle Fundamentsteine in entsprechendem Abstand. Je dichter die Fundamentsteine liegen, desto weniger Schwingungen ist die Terrasse später ausgesetzt.

  • Verlegen Sie anschließend die Traghölzer und dübeln Sie diese in den Betonplatten.

  • Nun geht es an die Deckbretter. Empfehlenswert ist es, die Befestigungspunkte vorzubohren. Besonders bei sehr harten Hölzern erleichtern Sie sich so die Arbeit deutlich.

  • Je nachdem, ob Sie Dielen oder Platten verwenden, können Sie die Trittfläche nach einem bestimmten Muster verlegen. Sind die Hölzer lang genug, dass sie über die gesamte Fläche verlegt werden können, geht es schnell. Müssen Sie mit Abschnitten arbeiten, sorgt ein versetztes Verlegen für mehr Abwechslung.

  • Die richtigen Schrauben: Erkundigen Sie sich im Fachhandel, welche Schrauben für welches Holz geeignet sind. Rostfrei und wetterfest müssen die Schrauben auf jeden Fall sein. Zudem müssen Sie so verarbeitet werden, dass Sie tief im Dielenbrett liegen und später keine Verletzungsgefahr darstellen. Ganz anspruchsvolle Heimwerker nutzen spezielle Verbinder, mit denen sich die Holzbretter verschrauben lassen, ohne dass dies sichtbar ist.

  • Ist das Holz an Ort und Stelle, sollten Sie keine Zeit verstreichen lassen und schnell zum Pinsel greifen. Je schneller Sie das Holz mit Öl oder speziellen Pflegefarben behandeln, umso besser bleibt die Originalfarbe erhalten.

Hinweise zur Pflege

  • Tiefdruckimprägnierte Balken machen das Holz langlebiger und rutschfest.

  • Ölen Sie das Terrassenholz vor der Verarbeitung und pflegen Sie den Boden anschließend regelmäßig mit einem entsprechenden Holzpflegemittel. Auch Bootslack eignet sich zur Pflege von Terrassendielen.

  • Feuchtes Holz wird sehr leicht rutschig. Im Fachhandel gibt es spezielles Anti-Rutsch-Terrassenöl, das mit handelsüblichen Holz-Spezialölen vermengt werden kann. Gleichzeitig pflegt das Öl die Holzdielen und beugt dem Grünbefall vor.

Holz-Kunststoff-Verbundmaterial als Alternative

Eine Alternative zum hölzernen Boden bieten spezielle Holz-Kunststoff-Verbundmaterialien, die sich mit handelsüblichen Holzwerkzeugen verbauen lassen. Auf dem Markt gibt es beispielsweise das sogenannte UPM ProFi Deck, welches aus Kunststoffpolymeren und recyceltem Papier hergestellt wird, oder WPC (Wood Plastic Composites). Die Terrassendielen bestehen aus 70 Prozent Holzfasern und 30 Prozent thermoplastischem Kunststoff.

Der Verbundstoff verhindert Riss- oder Splitterbildung und ist bestens geeignet für Barfußliebhaber. Außerdem sind Verbundmaterialien feuchtigkeitsresistent und lichtecht. Sie bedürfen praktisch keiner Wartung und keines Anstrichs. Eine regelmäßige feuchte Reinigung reicht aus.